Ein spanisch-ägyptisches Archäologenteam hat in der Nekropole von Saqqara südwestlich von Kairo eine Grabstätte aus der späten 5. Dynastie des alten Ägyptens (2494–2345 v. Chr.) entdeckt, wie Euronews berichtet. Nach Angaben des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer stammt die Mastaba aus der Regierungszeit des Pharaos Djedkare Isesi und befindet sich im Gebiet der sogenannten „Mariette-Nekropole“ nördlich von Saqqara.
Die Grabstätte verfügt laut dem Ministerium über zwei Grabkapellen. Eine davon gehörte einem Mann namens Yunmin, der mehrere hochrangige Ämter innehatte. Dazu zählten demnach unter anderem das Amt des Richters sowie die Aufsicht über Schreiber, die sich mit Eingaben und Beschwerden befassten, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums hervorgeht.

Entdeckung
Rund 5000 Jahre alt: Archäologen finden Kette aus Zähnen in Polen
Reliefs mit erhaltenen Originalfarben
Bei den Ausgrabungen wurden dort unter anderem eine aufwendig gestaltete Fassade, Grabinschriften und eine Darstellung des Verstorbenen entdeckt, teilte das Ministerium mit. Die Wände seien mit Reliefs verziert, die landwirtschaftliche Tätigkeiten und Prozessionen mit Opfergaben zeigen. Viele Darstellungen hätten ihre ursprünglichen Farben bewahrt.
Auch Euronews berichtet unter Berufung auf die ägyptischen Behörden von dem ungewöhnlich guten Erhaltungszustand der Darstellungen. Zu den Motiven gehören demnach neben landwirtschaftlichen Szenen auch Esel und andere Tiere. Die ägyptischen Behörden erklärten dem Bericht zufolge, der Fund liefere „neue und wertvolle Daten über die Architektur, Kunst und das Verwaltungsleben des alten Ägypten am Ende der 5. Dynastie“.
Die südliche Kapelle gehörte laut Ministeriumsmitteilung Yunmins Vater Ity. Sie verfügt demnach über eine sogenannte Scheintür sowie farbige Wanddekorationen mit Darstellungen von Opfergaben. Ein großer Teil dieser Verzierungen sei nicht mehr erhalten.
Zustimmung wird geprüft…
Weitere Untersuchungen geplant
Das Team arbeitet im Rahmen eines gemeinsamen wissenschaftlichen Projekts der Autonomen Universität Barcelona und des ägyptischen Obersten Rates für Altertümer. Nach Angaben des ägyptischen Ministeriums war der Standort bereits seit den Ausgrabungen des französischen Archäologen Auguste Mariette im 19. Jahrhundert bekannt.
Eine systematische wissenschaftliche Untersuchung und Dokumentation der Grabstätte habe bislang jedoch nicht stattgefunden. Im Zuge der aktuellen Arbeiten wurden laut Euronews außerdem Hinweise auf zwei weitere Gräber in der Umgebung gefunden, die künftig untersucht werden sollen.
Lesen Sie mehr zum Thema