Die anhaltende Besetzung der ostkongolesischen Regionalhauptstädte Goma und Bukavu durch die von Ruanda unterstützte Rebellenbewegung M23-Afc führt zu einer zunehmenden Blockade des Hochschulwesens. Die rohstoffreichen Regionen Nord- und Süd-Kivu stehen seit einem Jahr unter einer Parallelverwaltung, die Einfluss auf administrative, juristische und bildungspolitische Strukturen ausübt.
Die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo greift in jüngster Zeit auf Regionen über, die bislang als vergleichsweise stabil galten.
Nach Angaben des aus Goma stammenden Comboni-Missionars Emmanuel Wabike versuchen die Verwaltungsstrukturen der M23 die Führung der dortigen Universitäten zu übernehmen. Die Zentralregierung in Kinshasa erkennt diese Maßnahmen nicht an und erklärt die Administration für unrechtmäßig. Infolge dieses Konflikts droht den betroffenen Hochschulen die Aberkennung des Unterrichtsbetriebs.
Der Machtkampf beeinträchtigt die Perspektiven von mehr als 25.000 Studierenden in den besetzten Gebieten. Der Missionar fordert eine strikte Trennung von Bildungspolitik und militärisch-politischen Auseinandersetzungen, um den Fortgang der akademischen Ausbildung in der Region zu sichern.
(sir – mg)