
Dass Luke Littler Darts-Weltmeister wird, haben wir natürlich vorher gewusst. Aber wer wird Fußball-Weltmeister? Wer Handball-Europameister? Unsere Prognosen für 2026.
Fußball: Marokko wird Weltmeister
Marokkos Fußball-Nationalmannschaft ist gut drauf – so auch aktuell beim Afrika-Cup
Im Gegensatz zur Bundesliga gibt es Wettbewerbe in diesem Jahr, bei denen es spannend wird, wer sie gewinnt. Etwa die Champions League und erst recht die WM. Meine Prognose: Marokko macht’s, und damit erstmals ein Team aus Afrika. Deutschland gewinnt zwei Elfmeterschießen, scheitert dann aber im Halbfinale.
Alles wird jedoch überstrahlt von Gianni Infantino. Der Heilsbringer verleiht sich selbst den Friedenspreis der FIFA. Daran zerbricht dann seine Freundschaft mit Donald Trump.
(Marcus Bark)
Eishockey: DEB-Team bei Olympia ohne Medaille
Deuschlands Leon Draisaitl bei der Eishockey-WM 2019 gegen Tschechien
Es ist schon paradox. Nominell wird in Mailand die beste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft aller Zeiten aufs Eis geschickt. Mit Weltstar Leon Draisaitl aus Edmonton, Top-Scorer Tim Stützle aus Ottawa, mit dem zweifachen Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm, mit dem wuchtigen JJ Peterka aus Utah, mit Moritz Seider aus Detroit und damit einem der weltbesten Verteidiger, mit Torhüter Philipp Grubauer aus Seattle, auch er ein Stanley-Cup-Gewinner.
Das Blöde ist nur: Auch die anderen Nationen profitieren von der Olympia-Auszeit der NHL. Vor acht Jahren verpasste das DEB-Team Olympia-Gold um 55,5 Sekunden. Damals allerdings ignorierte die NHL die Winterspiele in Südkorea, und alle Eishockey-Nationen mussten ohne ihre Besten auskommen. Meine Prognose lautet deshalb: Eine olympische Medaille für Eishockey-Deutschland ist sicherlich ein berechtigter Traum, den man mindestens 55,5 Sekunden träumen darf, aber in Erfüllung geht der Wunsch in Mailand nicht.
(Burkhard Hupe)
Basketball: Deutsche Frauen holen WM-Medaille
Deutschlands Marie Gülich (l-r), Alexis Peterson, Satou Sabally, Luisa Geiselsoder und Leonie Fiebich bei Olympia 2024
Es ist die wohl talentierteste Generation jemals im deutschen Frauen-Basketball: Mit WNBA-Star Satou Sabally, mit ihrer Schwester Nyara und mit Leonie Fiebich, beide schon WNBA-Champion mit New York. Und mit Luisa Geiselsöder, die ebenfalls den Sprung in die US-Profiliga geschafft hat. Hinzu kommen weitere international erfahrene Spielerinnen wie Kapitänin Marie Gülich oder Frieda Bühner, die gerade eine starke Saison in Spanien abliefert.
Bei der Heim-WM in Berlin im September werden Deutschlands Basketballerinnen die ganz große Bühne bekommen. Normalerweise sind die Favoritenplätze bei einer WM fest besetzt: Mit dem Über-Team aus den USA und Frankreich als erstem Herausforderer. Dazu Europameister Belgien und die Spanierinnen aus der mit Abstand stärksten Liga Europas. Mindestens zwei dieser vier Top-Nationen werden diesmal aber leer ausgehen, denn: Die deutschen Basketballerinnen werden bei der Weltmeisterschaft aufs Treppchen steigen.
(Christian Mixa)
Handball: Beide deutschen Teams auf dem EM-Treppchen
Das gab es schon lange nicht mehr: Die Frauen haben bei den beiden EMs 2026 die größeren Medaillenchancen. Ich glaube aber, dass auch die Männer jetzt im Januar um die Medaillen spielen werden, auch wenn der Weg ins Halbfinale unfassbar schwer wird. Zehn Jahre nach dem bisher letzten EM-Triumph traue ich dieser defensivstarken Mannschaft das Überstehen der Hauptrunde zu. Die Frauen sind erst Ende des Jahres wieder dran, aber sie sind seit der jüngsten WM in der Weltspitze angekommen.
Auf Vereinsebene wird die Bundesliga der Männer weiter das Beste vom Besten bieten, mit dem SC Magdeburg als Leuchtturm. Der Weg zur Meisterschaft führt nur über das Team von Bennet Wiegert. Ihm und seiner Mannschaft traue ich das Triple zu: Deutsche Meisterschaft, DHB-Pokalsieg und die Verteidigung des Champions-League-Titels.
(Florian Naß)
Tennis: Alle vier großen Endspiele heißen Alcaraz vs. Sinner
Wimbledon-Sieger Jannik Sinner (l.) neben dem Zweitem Carlos Alcaraz
Dem Herren-Tennis droht Langeweile durch Dominanz. 2024 und 2025 haben sich Jannik Sinner und Carlos Alcaraz die Titel bei den Grand Slams schon geteilt. Im Jahr 2026 werden sie, sollten sie gesund durch das Jahr kommen, alle vier Endspiele bei den Majors gegeneinander bestreiten. Zu groß ist der qualitative Abstand zwischen „Sincaraz“ und dem Rest des Feldes.
Auch Alexander Zverev musste im vergangenen Jahr auf zum Teil bittere Weise erfahren, dass die beiden Dominatoren nicht einzuholen sind. Ja, es gibt eine kleine Riege junger Anwärter, die das Potenzial haben, Jack Draper, Ben Shelton oder Joao Fonseca. Aber 2026 wird es noch nicht reichen, den beiden die Stirn zu bieten.
(Andreas Thies)
Radsport: Pogacar mehrfach monumental
Bevor Tadej Pogacar sich aufmachte, die Radsportwelt zu erobern, war es sehr schwer, das Ergebnis eines Rennens vorauszusagen. Mittlerweile gilt: Wenn der slowenische Alleskönner an den Start geht, gewinnt er. Es sei denn, er wird von einem Defekt oder einem Sturz gestoppt. Das wird auch 2026 noch so sein, denn Pogacar ist erst 27 Jahre alt, und sein Kraftwerk ist weiter auf Überproduktion programmiert.
Bedeutet für die kommende Saison: Pogacar triumphiert bei den Frühjahrsmonumenten Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix, die noch auf seiner Erfolgsliste fehlen. Er ist regelrecht besessen davon. Bei der Tour de France wird er ebenfalls nicht zu schlagen sein. Das sollte auch für die Lombardei-Rundfahrt im Oktober gelten, Pogacar hätte das Rennen dann zum sechsten Mal in Folge gewonnen. Für die Konkurrenz bleiben, wie zur Ära des unersättlichen Eddy Merckx, nur Krümel.
(Stephan Klemm)
Leichtathletik: Doppel-EM-Gold für deutsche Mehrkämpfer
Die deutsche Mehrkämpferin Sandrina Sprengel beim Speerwurf in Tokyo
Zehnkämpfer Leo Neugebauer hat sich mit WM-Gold zum König der Leichtathleten gekrönt – und diesen Titel wird der 25-Jährige bei den Europameisterschaften in Birmingham bestätigen. In Tokio profitierte Neugebauer noch von mehreren Ausfällen und Aufgaben, diesmal wird er als Weltmeister unschlagbar sein.
Und auch bei den Frauen wird Mehrkampf-Gold an Deutschland gehen. Die gerade mal 21-jährige Siebenkämpferin Sandrina Sprengel hat mit Platz fünf bei der WM bereits für Furore gesorgt und schafft nun – mit weniger Konkurrenz und mehr Erfahrung – die große EM-Überraschung.
(Sebastian Hochrainer)
Formel 1: Oscar Piastri wird Weltmeister
Es ist die schwerste Prognose von allen, denn: Die neuen Regeln, vor allem die Abschaffung des DRS (war 15 Jahre lang Standard bei Überholmanövern), lassen viel Raum für Spekulationen. Und trotzdem glaube ich nicht, dass nun alles auf den Kopf gestellt wird.
Die für mich realistischsten Szenarien: Oscar Piastri wird Weltmeister im McLaren, Kimi Antonelli gewinnt als Teenager sein erstes Formel-1-Rennen, und Oliver Bearman wird – das klärt sich schon im Laufe der Saison – Nachfolger von Lewis Hamilton bei Ferrari.
(Marco Schyns)