Mögliche Szenarien für einen Ausgang der Proteste

Aus heutiger Sicht gibt es vier mögliche Szenarien für den Ausgang der Proteste. Sie hängen maßgeblich von der Haltung der Regierung und dem offiziellen Wahlergebnis ab, das die Wahlkommission am 23. Dezember 2024 veröffentlichen will. 

Sollte es bei dem jetzigen Wahlergebnis bleiben, wäre es denkbar, dass Mondlane und die Demonstrant*innen das Ergebnis akzeptieren und die Proteste beilegen, zumal die finanziellen Auswirkungen der Proteste auch in der Bevölkerung zunehmend spürbar werden. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Sollte es bei dem jetzigen Wahlergebnis bleiben, die Proteste aber anhalten und die Regierung ihre Strategie der fortgesetzten Repression gegen Demonstrant*innen und Anhänger*innen der Zivilgesellschaft fortsetzen, wird es zu einer weiteren Eskalation mit unabsehbaren Folgen kommen. Dies scheint derzeit sehr wahrscheinlich, da es keine Anzeichen für eine Strategie der Deeskalation gibt.

Ein drittes denkbares Szenario wäre die Annullierung der Wahlen. Dies könnte einerseits das Vertrauen der Wähler*innen wieder herstellen. Andererseits würde Mondlane, der inzwischen wegen der Protestaktionen wegen Verschwörung und Verbrechen gegen die nationale Sicherheit angeklagt ist, in diesem Falle eine erneute Kandidatur verweigert werden. Dies könnte die Situation deutlich verschärfen.

Noch dramatischer wäre das vierte Szenario: ein politischer Mord an Mondlane. Damit hätte die Bevölkerung eine Führungspersönlichkeit verloren, was zwar zu einem Abflauen der Proteste führen könnte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass dies angesichts der schon fortgeschrittenen Eskalationsstufe in eine sich zuspitzende Gewaltspirale führen würde, die der Beginn eines Bürgerkrieges sein könnte. Dieses Szenario ist angesichts der Zahl politisch motivierter Morde in der Geschichte Mosambiks zumindest nicht unwahrscheinlich und wird von Teilen der Bevölkerung befürchtet.