Bei einem Überfall bewaffneter Angreifer auf eine Stadt im westafrikanischen Burkina Faso sind offenbar viele Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden in Barsalogho Dutzende Zivilisten und Sicherheitskräfte Opfer der Attacke. Mehr als 100 Verletzte seien zudem zur Behandlung in die Regionalhauptstadt Kaya gebracht worden, teilte Personal des größten Krankenhauses der Stadt mit.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. In der Region sind bewaffnete Gruppen mit Verbindungen zur Terrorgruppe Al-Kaida aktiv. Ein Anwohner sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von „terroristischen Gruppen“, die die Ortschaft am Samstagmorgen überfallen hätten.

Viele Zivilisten sind von Gewalt betroffen

Bei den Opfern handelt es sich einem anderen Einwohner zufolge hauptsächlich um „junge Zivilisten“. Diese hätten Soldaten dabei geholfen, Gräben rund um die angegriffene Stadt auszuheben, um sich vor Angriffen bewaffneter Gruppen zu schützen. Eine weitere Quelle in den Sicherheitsbehörden sagte, bei einem Gegenangriff von Armee und freiwilligen Kämpfern seien „mehrere Terroristen“ getötet worden.

Seit 2015 sind in Burkina Faso dschihadistische gewalttätige Gruppen
aktiv, die bereits in den Nachbarländern Mali und dem Niger tätig sind.
In Burkina Faso wurden in den vergangenen acht Jahren oft gezielt mehr als 20.000
Zivilistinnen und Zivilisten sowie Sicherheitskräfte getötet
. Zwei
Millionen Menschen wurden seither aufgrund von Gewalt und den Folgen
vertrieben.

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die politische Lage ist instabil, 2022 gab es innerhalb weniger Monate zwei Militärputsche. Die Machtübernahme durch das Militär erfolgte auch aus Unzufriedenheit über den mangelnden Erfolg im Kampf gegen Dschihadisten im Land. Im September 2023 vereitelte die regierende Militärjunta unter Ibrahim Traoré selbst einen Putschversuch gegen sie. Der 36 Jahre alte Traoré ist seit Oktober 2022 in Burkina Faso an der Macht. Erst im Mai kündigte die Militärregierung an, weitere fünf Jahre im Amt bleiben zu wollen.