Im westafrikanischen
Burkina Faso wird die Militärjunta für weitere fünf Jahre an der
Macht bleiben. Wie aus dem Text einer neuen Charta
für das Land hervorging, soll die Übergangszeit bis zur
Wiederherstellung einer Demokratie ab Juli um 60 Monate
verlängert werden. Als Grund für die Verlängerung wurde die
angespannte Sicherheitslage in dem afrikanischen Land genannt.
Juntachef Ibrahim Traoré soll die neue Charta bereits
unterzeichnet haben.
„Die Wahlen, die das Ende des Übergangs
markieren, können vor dieser Frist abgehalten werden, wenn die
Sicherheitslage dies zulässt“, heißt es in dem Text. Die
Charta erlaubt es Traoré auch, bei der Wahl im Jahr 2029 als Präsident zu
kandidieren. Die Militärjunta hatte 2022 mithilfe eines
Staatsstreichs die Macht übernommen und eigentlich versprochen,
im Juli dieses Jahres Wahlen abzuhalten, um die Zivilregierung
wiederherzustellen.
Putschisten in Afrika
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Militärputsche in der Sahelzone:
Das Militär putscht, der Präsident kommt unter Arrest
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Putschisten in Afrika:
Putschisten, aber populär
Die Gewalt in der westafrikanischen Sahelzone hat seit der Machtübernahme der Militärs in
Burkina Faso und auch in den Nachbarländern Mali und Niger noch zugenommen. Verstärkt wird der Konflikt durch einen jahrzehntelangen Kampf mit islamistischen Gruppen, die mit Al-Kida und dem „Islamischen Staat“ (IS) in Verbindung stehen. Berichten zufolge sollen bei schweren Ausschreitungen in Burkina Faso allein 2023 mehr als 8.000
Menschen getötet worden sein.
© Lea Dohle
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Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt und erlebte vor zwei Jahren innerhalb weniger Monate zwei Militärputsche. Die Machtübernahme durch das Militär erfolgte, ähnlich wie im Nachbarland Mali, aus Unzufriedenheit über den mangelnden Erfolg im Kampf gegen Dschihadisten im Land. Im September 2023 vereitelte die Militärjunta selbst einen Putschversuch gegen sie. Der 36 Jahre alte Traoré ist seit Oktober 2022 in dem westafrikanischen Land an der Macht.