Die Region um Bir al-Shaghala, gelegen in der Dakhla-Oase im Südwesten Ägyptens, ist sowohl historisch als auch geografisch faszinierend. Über die Jahrhunderte diente sie als Schmelztiegel für verschiedene Kulturen. Davon zeugen auch neue archäologische Funde.

Archäologischer Fund mit einzigartigem Steineingang

So handelt es sich bei dem archäologischen Fund in Ägypten um ein pyramidenförmiges Grab aus der Römerzeit mit einzigartigem Steineingang, wie das Ministerium für Tourismus und Altertümer auf Facebook mitteilt. Darauf wurden eine Szene aus dem „Amduat“-Buch und ein in Altgriechisch verfasstes Grabgedicht entdeckt.

Die Ausgrabungen an der Begräbnisstätte förderten eine Reihe eindrucksvoller Funde zutage, darunter die Steintafel mit dem in Altgriechisch verfassten Grabgedicht, aber auch einen Opfertisch und ein Reinigungsbecken aus Sandstein sowie verschiedene Keramikgefäße und eine Bronzemünze mit dem Reliefbildnis des römischen Kaisers Konstantin. Sherif Fathy, Minister für Tourismus und Altertümer, betonte, dass diese Entdeckung den archäologischen und kulturellen Reichtum sowie die Vielfalt der ägyptischen Oasen widerspiegele.

Topaktuell

Grabgedicht in roter Tinte

Die archäologischen Funde sind wichtige Zeugnisse für die aufeinanderfolgenden Zivilisationen, die Ägypten im Laufe der Geschichte prägten. Die Bedeutung der neuen Entdeckung liegt dabei vor allem in den architektonischen Elementen, Reliefs und Grabtexten der Grabstätte, so Dr. Hisham Al-Lithi, der Präsident des Oberste Rates der Antiquitäten. Laut ihm liefern diese wichtige Informationen über Bestattungsbräuche sowie das kulturelle und religiöse Leben in der Dakhla-Oase während der Römerzeit.

Besonders interessant für die Forschung ist der außergewöhnliche Steineingang. Mohamed Abdel-Badi, Leiter der Abteilung für ägyptische Altertümer beim Obersten Rat für Altertümer, wies darauf hin, dass das Grab über eine Treppe mit 14 Stufen zugänglich ist, die zum Haupteingang führt. Dieser ist im ägyptischen Stil aus Sandstein errichtet und mit Reliefs sowie hieroglyphischen Inschriften verziert, die verschiedene Schutzsprüche und Totentexte enthalten. Gekrönt wird der Eingang von einem ägyptischen Hohlkehlgesims, das mit der geflügelten Sonnenscheibe und zwei Uräus-Schlangen geschmückt ist, gefolgt von einem architektonischen Element in Form eines Schilfbündels.

Am Grab wurde zudem eine rechteckige steinerne Stele entdeckt. Auf dieser ist in roter Tinte ein Text in Altgriechisch verfasst. Er besteht aus 19 Zeilen und stellt ein Grabgedicht für eine Person namens „Pesichtis“ dar, die laut vorläufigen Untersuchungen vermutlich das Amt eines Richters innehatte. Das Gedicht wird auf das späte 3. oder frühe 4. Jahrhundert nach Christus datiert. Der archäologische Fund zeugt damit von der blühenden literarischen und kulturellen Szene in den Oasen während der römischen Epoche, so Dr. Sami Dardiri, der Präsident der Zentralverwaltung der mittelägyptischen Antiquitäten,.

Quelle: Facebook/Ministry of Tourism and Antiquities وزارة السياحة والآثار‎s

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