Spargruppen als Rettungsanker

In ganz Tansania besuchen etwa 3,2 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule – oft deshalb, weil ihre Familien die Kosten für Schulgebühren, Uniformen und Verpflegung nicht aufbringen können. In ländlichen Gebieten sind Mädchen ab zwölf Jahren überproportional betroffen: Grund für ihren Schulabbruch ist neben der Kinderheirat die Menstruation und die unzureichenden sanitären Einrichtungen an den Schulen.

Aber genau das will Edwina ihren Töchtern ersparen. Sie sollen später ihre eigenen Entscheidungen treffen können und die Möglichkeit haben, einen Beruf zu erlernen. Als sie vor drei Jahren hört, dass Plan International in ihrem Dorf eine Spargruppe unterstützt, keimte neue Hoffnung in ihr auf. Nach anfänglichem Zögern entscheidet sie sich, beizutreten. „Das Sparen machte mir Angst, weil ich mir kaum zwei Mahlzeiten am Tag leisten konnte“, erklärt sie. „Beim ersten Treffen der Gruppe saß ich einfach still da.“

Doch mit der Zeit fasst Edwina Vertrauen in das Modell, bei dem sich die Teilnehmerinnen regelmäßig Treffen und Minimalbeträge in eine Gemeinschaftskasse einzahlen sowie Kleinkredite aufrufen können. Heute ist sie Teil eines Netzwerks von über 230 Spargruppen in Rukwa, die gezielt Frauen stärken. In Schulungen von Plan International und seiner lokalen Partnerorganisation SIDO lernt Edwina etwas über Budgetplanung, Unternehmertum, Erziehung und die Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt. „Ich habe zum ersten Mal verstanden, wie ich mit meinen Finanzen klug umgehe und für die Zukunft meiner Kinder plane“, sagt sie.