Dass FGM/C unmittelbare und langfristige gesundheitliche Folgen für betroffene Mädchen mit sich bringt, lernt Asha erst, als sie an einem Workshop teilnimmt, der von Plan International in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk gegen Genitalverstümmelung in Somaliland (NAFIS) in ihrer Gemeinde durchgeführt wird. In diesen Workshops stehen die Schutzrisiken für Kinder, insbesondere Mädchen, im Mittelpunkt, einschließlich schädlicher traditioneller Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratung und Teenagerschwangerschaften. Ziel ist es, das Verständnis der Gemeinschaft für die schädlichen Folgen von FGM/C zu verbessern. „Es war das erste Mal, dass ich davon hörte“, gesteht Asha. „Ich bedauerte, dass ich das Leben so vieler Mädchen und junger Frauen für so lange Zeit erschwert habe.“
Nach dieser Erkenntnis beschließt Asha, die zu diesem Zeitpunkt als die beste Beschneiderin der Gemeinde gilt, eine Anti-FGM/C-Gruppe zu gründen. „Zusammen mit ein paar meiner Kolleginnen, die sich ebenfalls von der Praktik abgewandt haben, führen wir regelmäßig Aufklärungskampagnen durch, um anderen Müttern in der Gemeinde zu raten, ihre Töchter nicht zu beschneiden.“