In Somalia sind in den letzten Monaten mindestens 54 Menschen an Cholera gestorben, davon allein neun in der letzten Woche. Darauf weist die Organisation „Save the Children“ hin.
Nicht nur Ukraine und Gaza: Die Hilfsorganisation Care erinnert zu Beginn jedes neuen Jahres an humanitäre Krisen, die in den vergangenen zwölf Monaten kaum Schlagzeilen machten. …
4.388 Cholera-Fälle insgesamt seien für 2024 bestätigt. Und mehr als 59 % der Erkrankten, also über 2.600 Personen, seien Kinder unter fünf Jahren, so der jüngste Bericht des somalischen Ministeriums für Gesundheit, aus dem „Save the Children“ zitiert. Besonders schlimm sei der Cholera-Ausbruch in der Region Banadir, mit 586 neuen Fällen in 23 Bezirken, darunter 331 Kinder unter fünf Jahren, in den letzten zwei Wochen. Das sei der höchste Anstieg der gemeldeten Cholerafälle in ganz Somalia.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist der derzeitige Ausbruch, der im Januar 2024 begann, auf die großflächigen Überschwemmungen im Oktober und November 2023 zurückzuführen. Die Region Banadir war mit am stärksten von den Überschwemmungen betroffen.
Das Wetterphänomen El Niño hat in Somalia schwere Regenfälle verursacht. Sturzfluten haben Straßen und Brücken weggeschwemmt; aktuell ist an vielen Orten kein ungehinderter Zugang …
Somalia leidet am meisten unter der Klimakrise
„Save the Children“ fordert dringende Maßnahmen der lokalen Regierungen und der Gesundheitsbehörden, um die Epidemie dieser hochansteckenden Krankheit einzudämmen. Cholera breitet sich durch verunreinigtes Wasser schnell aus und kann auch in Gebieten mit unzureichender Abwasserbehandlung, Überschwemmungen und Mangel an sauberem Trinkwasser schnell um sich greifen – „alles Faktoren, die durch Überschwemmungen noch verschärft werden können“, so der Verband.
„Somalia steht an der Spitze der Opfer der Klimakrise. Nach einer schrecklichen Dürre wurde das Land von Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht. Kinder und Familien sind besonders anfällig für Krankheiten.“ Das sagt Mohamed Abdiladif, amtierender Direktor von ‚Save the Children‘ in Somalia.
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Und in einem Monat kommt die Regenzeit…
„Wir befürchten, dass die Cholera-Epidemie mit dem Beginn der Regenzeit in einem Monat außer Kontrolle geraten könnte, wenn die Regierung und die Geber nicht dringend eingreifen, um die Gemeinden mit ausreichend sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen zu versorgen. Diese gefährdeten Gemeinschaften haben eine Reihe von Tragödien erlebt, nachdem sie durch Überschwemmungen und Konflikte aus ihren Häusern vertrieben worden waren.“
Im Jahr 2023 wurden in Somalia über 18 300 Cholerafälle registriert, davon 10.000 Kinder unter fünf Jahren. „Save the Children“ ist seit mehr als siebzig Jahren in Somalia tätig; im letzten Jahr erreichte das Hilfswerk 4,7 Millionen Menschen in Somalia, darunter über 2,47 Millionen Kinder.
(pm – sk)
