In Nigeria haben
bewaffnete Kämpfer am Sonntag 28 Menschen entführt, die auf dem Weg zu einer
muslimischen Feierlichkeit waren. Die Betroffenen hätten ein Treffen zum Jahrestag der Geburt des Propheten Mohammed im nigerianischen
Bundesstaat Plateau besuchen wollen, hieß es am Montag in einem offiziellen Bericht. Unter den Entführten sind demnach auch Frauen und Kinder. 

Vor allem in ländlichen Regionen im Nordwesten und im Zentrum des Landes kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Entführungen durch bewaffnete Gruppen. Oftmals nutzen die kriminellen Banden die Entführten, um Lösegeld zu erpressen. Ihre Lager haben die Gangs dabei in der Regel in einem Waldgebiet, das sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt.  

Zuletzt hatte etwa die Entführung von mehr als 300 Schulkindern und 12 Lehrkräften der St. Mary’s Catholic School im Bundesstaat Niger im November für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. In den letzten Wochen waren nach und nach Entführte freigekommen, am Sonntag gab das nigerianische Präsidentschaftsbüro nun die Freilassung der letzten 130 Schülerinnen und Schüler bekannt.

USA drohte Nigeria mit Militäreinsatz wegen angeblicher Christenverfolgung

Nigeria ist von Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen durchzogen. Im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas leben mehrheitlich Muslime, der Süden des Landes ist dagegen weitgehend christlich geprägt. Christen wie Muslime sind von der Gewalt im Land gleichermaßen betroffen. 

Jüngste Vorwürfe, insbesondere die Christen im Land würden systematisch verfolgt, weisen die nigerianischen Behörden zurück. Anfang November behauptete US-Präsident Donald Trump etwa,
Christen seien in Nigeria einer „existenziellen Bedrohung“ ausgesetzt. Die US-Regierung drohte Nigeria
wegen der angeblich gezielten Tötung von Christen mit einem
US-Militäreinsatz
.

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