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46 Tage nach der bitteren Final-Pleite bei der EM gegen Dänemark (26:31) waren Deutschlands Handballer zurück auf dem Parkett. In der ausverkauften Westfalenhalle mit 10.732 Zuschauern rang die DHB-Auswahl Afrikameister Ägypten mit 41:38 (21:18) nieder. Doch der Sieg kam erst nach einer nervenaufreibenden Partie zustande. Im Anschluss gab es die verspätete Ehrung für die Silbermedaille – und Unterhaltung durch den Show-Act GroßstadtEngel.

Foto: Dyn

Die Feier war längst überfällig: Nach dem Gewinn der Silbermedaille war die ursprünglich geplante Ehrung wegen eines Verdi-Streiks im Nahverkehr ausgefallen. Auch diesmal gab es Einschränkungen, da der gesamte öffentliche Nahverkehr in Dortmund bestreikt wurde.

Gíslason zieht das Tempo an

Rund 300 Tage vor Beginn der Heim-WM 2027 (13. bis 31. Januar) zieht Bundestrainer Alfred Gíslason (66) das Tempo an. Die Vorbereitung läuft, ebenso wie der Konkurrenzkampf um die WM-Plätze. Die Auslosung der Gruppen ist für den 10. Juni im Hofbräuhaus in München angesetzt.

Im aktuellen Handball-Kader stehen 14 Spieler aus dem EM-Aufgebot von Herning. Andreas Wolff (35), Rune Dahmke (32) und Lukas Zerbe (30) aus Kiel sind nicht dabei und erhalten eine Pause. Marko Grgic (22) aus Flensburg sagte wegen eines Magen-Darm-Infekts ab, könnte aber am Freitag nachreisen.

Schwerer Start gegen robuste Ägypter

Ohne mehrere EM-Spieler fand die DHB-Auswahl schwer ins Spiel und brauchte Zeit, um ihren Rhythmus zu entwickeln. Ein überzeugender Start blieb aus. Gegen körperlich robuste Ägypter, die am letzten Tag des Ramadans spielten, tat sich die Offensive um Spielmacher Juri Knorr (25/Aalborg) häufig schwer. Auch in der Defensive erreichte die Formation um Kapitän Johannes Golla (28/Flensburg) zunächst nicht das gewohnte Niveau und kassierte früh sechs Gegentore. Torhüter David Späth (23/RN Löwen) stand dabei unter Druck.

Zur Halbzeit erklärte Miro Schluroff (25/Gummersbach): „Wir kassieren zu viele Gegentore.“ Die Stimmung auf den Rängen blieb dennoch gut.

Mehr zum ThemaKnorr trifft viermal in Folge

Auch im weiteren Verlauf unterliefen der deutschen Mannschaft Fehler, doch unter anderem durch vier Treffer in Folge von Juri Knorr gelang eine zwischenzeitliche Führung von 26:22 (36. Minute). Ein deutlicher Vorsprung blieb jedoch aus, da weiterhin zu viele Fehler und Gegentore zugelassen wurden. Mit neun Treffern war Knorr am Ende bester deutscher Torschütze.

Julian Köster (25/Gummesbach): „Wichtig war, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir haben es im Vorfeld betont: Ägypten ist international ein Top-Gegner. Klar, es war ein schweres Spiel für uns, wo viele Dinge noch nicht so gut liefen. Darüber müssen wir reden und es am Sonntag noch mal besser machen. Aber insgesamt ist es wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben.“

Ein besonderes Debüt feierte Lasse Ludwig (23/Berlin), U21-Weltmeister von 2023. In Abwesenheit von Andreas Wolff kam er in der 42. Minute zu seinem ersten Länderspieleinsatz und parierte direkt den ersten Wurf mit dem Fuß. Anschließend sagte er: „Mit der Kulisse war es unbeschreiblich. Das werde ich nie vergessen. Ich bin froh über meinen Einsatz und versuche alles aufzusaugen.“

Rückspiel am Sonntag in Bremen

Im Rückspiel am Sonntag in Bremen (15.30 Uhr, live bei Dyn und ProSieben) wird eine Leistungssteigerung der deutschen Mannschaft erforderlich sein.

DHB-Tore: Freihöfer 3/1, Golla 3, Schluroff 5, Langhoff, Häseler 2, Knorr 9, Köster 3, Uscins 4, Kiesler, Semper 5, Mertens 2, Fischer 5.