Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern ist Zyklon «Gezani» vergangene Woche über Teile Madagaskars hinweggefegt. Nach der Naturkatastrophe hat auch Luxemburg Hilfe vor Ort bereitgestellt: Zwei Experten des sogenannten Humanitarian Intervention Team (HIT) des CGDIS wurden entsandt, teilte der Rettungsdienst am Mittwoch mit. Demnach brachen die beiden am vergangenen Freitag vom Flughafen Findel ins Katastrophengebiet auf.

Ihr Auftrag war, die Satelliten-Telekommunikationsantennen «emergency.lu» zu installieren und in Betrieb zu nehmen, um vor Ort Kommunikationskapazitäten aufzubauen, die auch die Rettungsteams und humanitären Organisationen vor Ort nutzen können. Der Einsatz der HIT-Mitglieder ist vorerst auf drei Wochen angesetzt.

Dutzende Tote, Tausende Vermisste

Insgesamt 250.000 Einwohner Madagaskars waren der Katastrophenschutzbehörde zufolge direkt von der Naturkatastrophe betroffen. Mehr als 18.000 Wohnhäuser seien durch den Zyklon zerstört worden, mehr als 50.000 seien beschädigt oder überschwemmt worden. Mindestens 59 Tote und mehr als 16.000 Vermisste meldete die Nachrichtenagentur Reuters Anfang dieser Woche.

Das südafrikanische Land hatte zuletzt bereits unter verheerenden Überschwemmungen durch saisonale Regenfälle gelitten. Seit dem 1. Oktober kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde des Landes fast 140 Menschen ums Leben. Das madagassische Wetteramt hatte den Aufprall von «Gezani» auf Land ähnlich intensiv wie bei dem Sturm «Geralda» im Februar 1994 bezeichnet. Damals waren mindestens 200 Menschen getötet worden, 500.000 Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf.

Das Humanitarian Intervention Team wurde auf Anfrage des Emergency Response Coordination Centre (ERCC) im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens entsandt. Emergency.lu ist eine mobile Satelliten-Telekommunikationsplattform, die nach Katastrophen Kommunikationsnetze wiederherstellt und so die Koordination humanitärer Einsätze unterstützt. Das Projekt ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der luxemburgischen Regierung und den Unternehmen SES Telecom Services, Hitec Luxembourg sowie der Luxembourg Air Ambulance.

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(mei, afp)