Eine klangvolle Brücke nach Madagaskar: Ein gemütlicher und informativer Nachmittag voller Lebensfreude und Hilfe fand mit einer multimedialen Reisedokumentation im Katholischen Pfarrsaal Pinkafeld statt. Dabei wurde auch für ein Schulprojekt gesammelt.
PINKAFELD. Wenn Musik auf Nächstenliebe trifft, entstehen Momente, die lange nachhallen. Im bis auf den letzten Platz gefüllten katholischen Pfarrsaal von Pinkafeld nahmen Pfarrmoderator Léon Variamanana, eine Reisegruppe unter der Leitung von Elisabeth Lehner sowie der Chor „Klangweite“ das Publikum mit auf eine emotionale und inspirierende Reise auf den Inselstaat Madagaskar. Die feierliche Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste übernahm Pfarrer Norbert Filipitsch, der damit den stimmungsvollen Rahmen für die Veranstaltung schuf.
Ausgangspunkt des Nachmittags war eine besondere Reise im Jahr 2025: Eine neunköpfige Reisegruppe – davon vier Chormitglieder des Chors „Klangweite“ – besuchte die Heimat von Pfarrer Léon Variamanana. Im Gepäck fanden sich nicht nur persönliche Utensilien, sondern jeweils auch ein Koffer, prall gefüllt mit Schulartikeln, um ein lokales Schulprojekt in Ankarimalaza, dem Heimatdorf von Pfarrer Léon direkt vor Ort zu unterstützen.

Ein multimediales Erlebnis
Ankarimalaza befindet sich in einer der ärmsten Regionen im Süden der Insel und zählt rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter etwa 700 Kinder. Das im Jahr 2014 initiierte Hilfsprojekt verzeichnete seither ein stetiges Wachstum, insbesondere im Bereich der schulischen Infrastruktur. Was mit zwei Klassenzimmern in einfacher Holzbauweise anfing, ist inzwischen auf sechs Klassen in solider Ziegelbauweise gewachsen.
Mit faszinierenden Bildern und stimmungsvoller Musik machten die Reisenden ihre Tour für das Publikum in Pinkafeld zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Schilderungen gaben tiefe Einblicke in eine völlig andere Welt und Kultur. Der Chor selbst bildete das Herzstück der Veranstaltung: In farbenfrohen afrikanischen Kostümen und Trachten versprühten die Sängerinnen Energie und Lebensfreude, die auf das Publikum rasch übersprang. Der harmonische Gesang war dabei weit mehr als nur Begleitung – er war die perfekte emotionale Ergänzung zu den Reiseberichten und trug maßgeblich zum Gelingen dieses Nachmittags bei.

Engagement, das noch nachklingt
Die Solidarität endete nicht mit dem letzten Akkord. Bei der anschließenden Agape zeigte sich das Teamwork der Gemeinschaft: Die Chormitglieder und die Helferinnen und Helfer der Pfarre Pinkafeld sorgten mit selbstgebackenen Köstlichkeiten für das leibliche Wohl und die Bewirtung in gemütlicher Atmosphäre. Ein besonderes Highlight waren die liebevoll verpackten Gewürze aus Madagaskar, die gegen Spenden erworben werden konnten.
Zudem war auch Andreas Lehner vor Ort, um sein Projekt „Vanilla Aid“ vorzustellen, welches sich ebenfalls der Unterstützung der Menschen in Ankarimalaza widmet. Der Verein „Vanilla Aid“ bringt beste Vanille von Madagaskar nach Österreich. Den Madagassen werden faire Preise bezahlt, und der Gewinn fließt wiederum in Hilfsprojekte vor Ort. Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, mit den erwirtschafteten Geldern die lokale Infrastruktur nachhaltig zu fördern und gezielt aufzubauen.

Über 4.000 Euro für Bildung
Die Großzügigkeit der Besucherinnen und Besucher war überwältigend. Der gesamte Erlös des Nachmittags in der Höhe von mehr als 4.000 Euro – generiert aus Spenden und dem Verkauf der Gewürze – kommt ohne Abzüge dem Schulprojekt in Madagaskar zugute. „Der Chor „Klangweite“ möchte damit ein starkes Zeichen für globale Verantwortung setzen und beweisen, dass man mit Musik und Gemeinschaftssinn tatsächlich Welten bewegen kann“, so Elisabeth Lehner, die Initiatorin dieses herausragenden Herzensprojekts.
„Am 22. März wollen wir um 15.00 Uhr den Kultursaal in Loipersdorf mit Musik und Klang füllen. Das Programm – „Hits für Herz und Ohr“ – verspricht eine musikalische Reise durch fünf Jahrzehnte der Musik – von Schlager und Evergreens bis hin zu zeitlosen Klassikern. Der gesamte Reinerlös dieses Nachmittags wird der Team Österreich Tafel zugutekommen, die wöchentlich genusstaugliche Lebensmittel sammelt und an bedürftige Menschen verteilt“, so Chorleiterin Sylvia Kremsner.

Gelebte Nächstenliebe wird greifbar
Was als Vision begann, hat sich zu einem lebendigen Bildungszentrum in Madagaskar entwickelt. Inzwischen bietet das Projekt eine solide Infrastruktur mit fünf Grundschul-Klassenzimmern und vier College-Räumen, die seit 2025 den regulären Betrieb ermöglichen. Ein engagiertes Team aus 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter sechs spezialisierte Lehrkräfte, begleitet die Kinder auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft. Dabei geht die Unterstützung weit über den Unterricht hinaus.
Um die Konzentration während der kritischen Hungerperioden zu sichern, versorgt eine eigene Schulkantine die Lernenden mit notwendigen Mahlzeiten. Dank einer modernen PV-Anlage und bereitgestellten Computern erhalten die Schülerinnen und Schüler zudem Zugang zu digitaler Bildung und Informatik-Grundkenntnissen. Das Projekt wirkt zudem nachhaltig in die Gemeinschaft hinein, indem es Bauernfamilien durch die Bereitstellung von Saatgut und Enten eine eigenständige Existenzgrundlage ermöglicht.
Unterstützung für Schulprojekt
So können auch Sie helfen: Dieses Leuchtturmprojekt ist auf Solidarität angewiesen. Wenn Sie die Bildungsarbeit und die Hilfe zur Selbsthilfe direkt unterstützen möchten, können Sie dies unter folgender Bankverbindung tun:
Kontoname: Variamanana Leon
IBAN: AT50 3312 5001 0200 4190
Kennwort: Schulprojekt Madagaskar
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