
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 09.02.2026 (2 Min)
Stand: 09.02.2026 16:51 Uhr
Der ehemalige Chefarzt aus Rendsburg Dr. Issifi Djibey ist zum König einer nigrischen Provinz gewählt worden. Statt in Rente zu gehen, wird er jetzt eine der gefährlichsten Regionen der Welt regieren.
Der Rendsburger (Kreis Rendsburg-Eckernförde) Dr. Issifi Djibey ist am Sonntag zum König der Provinz Kokorou in Niger gewählt worden. Er teilte NDR Schleswig-Holstein mit, dass er die Wahl mit 25 von insgesamt 51 Stimmen gewonnen habe. Demnach soll der Zweite 20 Stimmen erhalten haben. Für den Wahlsieg reichte ihm eine einfache Mehrheit der Wahlmänner, den Dorfoberhäuptern, der Region Kokorou. Diese Region wird er künftig regieren.
Dr. Djibey: „Es braucht Führung und Weitblick“
Wie bereits im Mai vergangenen Jahres berichtet, ist Djibeys Vorgänger im Jahr 2023 mit fast 100 Jahren nach 52-jähriger Regentschaft verstorben. Der Mediziner Djibey steht in direkter Königslinie und sieht die Amtsantretung als seine Pflicht an. Auch weil er, wie er sagt, einen großen Vorteil hat: seine Bildung.
„Die brauchen dort jemanden, der Führung und Weitblick hat, der mit Entwicklungshilfe-Institutionen und der Regierung verhandeln kann“, sagt Djibey. Er will in der Region unter anderem die fehlende Infrastruktur entwickeln und die gesundheitliche Versorgung verbessern.
Jahrelang Chefarzt in Rendsburg
Dr. Djibey ist in Niger geboren und durch ein Stipendium nach Deutschland gekommen. Er hat hier dann studiert, Karriere gemacht und unter anderem über viele Jahre als Chefarzt in einer Klinik in Rendsburg gearbeitet. Seit einigen Jahren ist der Mitte-70-Jährige in Rente.

Dr. Issifi Djibey sollte längst Emir von Kokorou sein. Doch die Wahl wurde aus Sicherheitsgründen auf November verschoben.

Ein 74-jähriger ehemaliger Arzt aus Rendsburg kandidiert für ein Königsamt in einer nigrischen Provinz. Das bedeutet: Wahlkampf statt Ruhestand.

Burkina Faso, Mali und Niger haben ähnliche Probleme. Dem Westen ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Region zu befrieden.