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Berlin – Seit drei Jahren tobt im Sudan ein blutiger Krieg, die Vereinten Nationen sprechen von der „größten humanitären Krise der Welt“. Deutschland hat seit Kriegsausbruch 738 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Sudan und in Nachbarländern bereitgestellt. Am Mittwoch wurde in Berlin über weitere Hilfe für das kriegsgebeutelte Land beraten. BILD kennt die Ergebnisse der Konferenz.

Am 15. April 2023 brach im Sudan Krieg aus. Auslöser: Ein erbitterter Machtkampf zwischen Armee und paramilitärischer RSF-Miliz (Rapid Support Forces). Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, viele flohen über die Grenze in Nachbarländer. Rund die Hälfte der Bevölkerung leidet Hunger, die Zahl der Toten dürfte in die Hunderttausende gehen.

Flüchtlinge aus dem Sudan warten auf dem Gelände des Roten Kreuzes auf den Weitertransport in ein Flüchtlingslager.

Flüchtlinge aus dem Sudan warten auf dem Gelände des Roten Kreuzes auf den Weitertransport in ein Flüchtlingslager

Foto: Eva Krafczyk/dpa

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) saß am Mittwoch mit den Vertretern am Tisch, die über die Milliarden an Hilfssummen für den Sudan entschieden haben. Ein Sprecher des Ministeriums zu BILD: „Mit der Sudan-Konferenz will die Bundesregierung die Friedensbemühungen vorantreiben und neue, internationale Zusagen für Unterstützungsleistungen für Sudan und Nachbarstaaten mobilisieren.“

Die Sudan-Krise stehe „nicht sehr häufig im Blickwinkel unserer öffentlichen Wahrnehmung“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Afrikanischen Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf (60).

1,35 Milliarden Euro neue Hilfsgelder

Ergebnis der Konferenz: Es gibt 1,35 Milliarden Euro Hilfsgelder für den Sudan! BILD sprach mit Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge (62): „Das ist auf jeden Fall etwas, was die Menschen im Sudan, die unter diesem furchtbaren, grausamen Krieg leiden, gebrauchen können.“ Ob das ausreiche, werde man sehen. In jedem Fall sei es „ein wichtiges Signal der internationalen Gemeinschaft, dass man das Leiden im Sudan sieht.“

Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge (62) zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Konferenz

Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge (62) zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Konferenz

Foto: epd

Die Zahlen aus Europa steigen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR deutlich an: von 4.283 im Jahr 2024 auf 14.208 im Jahr 2025. Für Deutschland ist die Entwicklung überschaubar: Das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration meldet für das erste Quartal 2026 bislang 163 Asylerstanträge sudanesischer Staatsangehöriger. UNHCR warnt jedoch davor, dass fehlende Mittel auch dazu führen, dass viele Menschen keine andere Wahl sehen, als weiterzuziehen.

Doppelmoral: Steuerzahler‑Hilfe und VAE‑Partnerschaft

Die Linke kritisiert, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Kriegsmiliz RSF unterstützen – mit Waffen und Finanzquellen. Damit befeuern sie den Krieg im Sudan und profitieren vom Goldgeschäft. Vinzenz Glaser (33, Linke) zu BILD: „Die Bundesregierung darf nicht länger wirtschaftliche Interessen über Menschenrechte stellen.“ Er fordert den sofortigen Stopp deutscher Waffenexporte in die VAE.

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Die Doppelmoral dahinter: Deutschland unterstützt die VAE als Verbündeten und zahlt zugleich Milliarden für die Folgen des Krieges. Während unser Partner sich am Blutvergießen bereichert, wischen wir als Samariter hinterher. Perfider geht’s kaum!