Deutsch ist Amtssprache in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und der Schweiz. Aber auch weit über diese Ländergrenzen hinaus wird Deutsch gesprochen – und zwar oft auf besondere Art und Weise: als Dialekt, der weiter gepflegt wird – oder als Sprachmix, der vollkommen neue Wortschöpfungen hervorbringt. Diese „Sprachinseln“ sind ein Zeugnis von Migration, kulturellem Austausch und Kolonialgeschichte.

Namibia: Namdeutsch

Während der deutschen Kolonialzeit von 1884 bis 1915 entwickelte sich in Namibia eine eigenständige Sprachvarietät. „Namdeutsch“ ist ein Mix aus Hochdeutsch, Afrikaans und Englisch. Typisch sind Wortneuschöpfungen und ein kreativer Satzbau, der sich an den Grammatiken der Einflusssprachen bedient. Namdeutsch klingt weicher, heller und gleichmäßiger als Standarddeutsch; die Silben sind – wie bei Afrikaans – gleichmäßiger verteilt. Etwa 20.000 Menschen sollen Namdeutsch Schätzungen zufolge noch sprechen. Die Sprache prägt vielerorts das namibische Stadtbild und öffentliche Leben bis heute; von Straßennamen über Reklameschilder bis zu deutschsprachigen Medien. Namdeutsch entwickelt sich weiter und wird unter Jugendlichen inzwischen als „Namslang“ gesprochen. Trotz vieler Wort-Neuschöpfungen ist es für jüngere deutscher Muttersprachler noch recht gut zu verstehen.