Seine Frau nennt ihn „Adolf“. Doch jetzt soll auch öffentlich der „Hitler“ weg! Namibias weltbekannter Landrat Adolf Hitler Uunona überraschte am Wahltag mit einer Botschaft: Er heißt NICHT mehr Hitler!

Uunona sagte dem „Namibian“, er habe seinen zweiten Vornamen aus dem Pass streichen lassen. Ein Schritt, der seinem politischen Image helfen soll. Passend zum Zeitpunkt: 2020 holte Adolf Hitler Uunona noch 84,88 Prozent. Diesmal drohen Einbußen (die Auszählung läuft noch).

Der Landrat trat diese Woche in der früheren reichsdeutschen Kolonie („Deutsch-Südwest“, bis 1915) zur vierten Wiederwahl an. Sein Name sorgte jahrelang für weltweite Aufmerksamkeit – und für ein Imageproblem.

Bei der letzten Regionalwahl in Namibia stand Adolf Hitler Uunona noch mit vollständigem Namen auf dem Wahlzettel, sein Nachname vorangestellt

Bei der letzten Regionalwahl in Namibia stand Adolf Hitler Uunona noch mit vollständigem Namen auf dem Wahlzettel, sein Nachname vorangestellt Foto: elections.na

2020 sagte Uunona zu BILD: „Für mich war das als Kind ein ganz normaler Name. Erst als Heranwachsender begriff ich: Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen. Ich habe mit all diesen Dingen nichts zu tun.“ Und weiter: „Meine Frau nennt mich Adolf“, sagte Adolf Hitler Uunona damals. Seinen zweiten Vornamen nutze er nur in offiziellen Dokumenten. Jetzt soll Schluss sein.

Uunona will nur noch „Adolf Uunona“ sein

Im „Namibian“ kündigte er an, künftig „Adolf Uunona“ genannt werden zu wollen. „Adolf Hitler“ sei kein Ausdruck seines Charakters und seiner Ambitionen. Schon im BILD-Gespräch hatte er betont: „Ich strebe nicht nach der Weltherrschaft“.

Uunona erklärte: „Mein Name ist nicht Adolf Hitler. Ich bin Adolf Uunona. In der Vergangenheit haben Leute mich Adolf Hitler genannt und versucht, mich mit jemandem in Verbindung zu bringen, den ich nicht mal kenne.“

Immer wieder wegen „Adolf Hitler“ in Erklärungsnot

Sein Name brachte ihn immer wieder in Erklärungsnot.

▶︎ Tauchte vor ein paar Jahren ein roter Toyota mit dem Schriftzug „Adolf Hitler“ und Hakenkreuz in seiner Region Oshana auf, sagte er: „Das ist nicht mein Auto!“

▶︎ Auch ein Wahlkampf-Jeep seiner Partei sorgte für Ärger – wegen des Kennzeichens „N 88 W“. „88“ gilt unter Neonazis als Code für den „Hitlergruß“.

Schluss mit „Hitler“: Die namibische Wahlkommission weist Uunona nun nur noch als „Adolf Uunona“ aus

Schluss mit „Hitler“: Die namibische Wahlkommission weist Uunona nun nur noch als „Adolf Uunona“ aus Foto: ECN

Namenswechsel in Namibia kompliziert

In Namibia ist ein Namenswechsel schwierig. Er muss begründet werden, Dokumente sind einzureichen, zwei Zeitungsanzeigen nötig, dazu eine Veröffentlichung im Regierungs-Amtsblatt. Ob Uunona diese Prozedur abgeschlossen hat und der Wechsel offiziell ist, beantwortete er auf BILD-Anfrage zunächst nicht.

Aber: Auf der Wahlliste und in einer Wahl-App taucht er bereits als „Adolf Uunona“ auf – ohne „Hitler“.