Was Deutsche jetzt buchen

Nahostkonflikt verunsichert deutsche Urlauber kaum

07.03.2026Lesedauer: 2 Min.

Strandrestaurant am Stadtstrand von al-Qusair: Die Stadt am Roten Meer kann auf eine 5.000 Jahre alte Geschichte zurückblicken und ist bei Urlaubern äußerst beliebt.Vergrößern des Bildes

Strandrestaurant am Stadtstrand von al-Qusair: Die ägyptische Stadt am Roten Meer kann auf eine 5.000 Jahre lange Geschichte zurückblicken und ist bei Urlaubern äußerst beliebt. (Quelle: IMAGO/Peter Schickert)

Deutsche bleiben pragmatisch, auch bei der Urlaubsplanung. Der Nahostkonflikt verunsichert die Menschen zwar, hält sie aber nicht von Reisebuchungen ab. Nur ein Land schwächelt.

Die Reiseplattform HolidayCheck hat das aktuelle Buchungs- und Suchverhalten im deutschsprachigen Raum ausgewertet. Das Unternehmen gehört zu den reichweitenstärksten Reiseplattformen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es analysiert täglich Millionen von Suchanfragen und Buchungen bei mehr als 60 Reiseveranstaltern.

Die Auswertung zeigt: Eine breite Abkehr von beliebten Urlaubsländern gibt es derzeit nicht. Stattdessen bleiben viele Reisende ihren ursprünglichen Plänen treu. Besonders klassische Ziele am Mittelmeer sind aktuell sogar zunehmend nachgefragt. Dazu zählen Spanien, Portugal, Marokko und Italien.

Bei anderen Ländern zeigt sich ein etwas differenzierteres Bild. Die Türkei liegt weiterhin auf dem Niveau des Vorjahres und bleibt damit eines der beliebtesten Reiseziele vieler Urlauber. Bei Ägypten reagieren manche Reisende derzeit etwas vorsichtiger, heißt es. Viele scheinen ihre Entscheidung für das beliebte Urlaubsland in Nordafrika zunächst aufzuschieben und später zu buchen. Lesen Sie hier, was ein Reiserechtsexperte und das Auswärtige Amt Ägypten-Urlaubern jetzt raten.

Der Tourismus in Ägypten verzeichnet Anfang 2026 aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten einen deutlichen Einbruch, wobei ein Rückgang der Touristenzahlen um fast 20 Prozent erwartet wird, wie das Touristik-Portal „Travel and Tour World“ meldet. „Trotz fehlender offizieller Reisewarnungen für die großen Badeorte (Stand März 2026) verunsichert der regionale Konflikt viele Reisende“, heißt es dort.

„Unsere Daten zeigen derzeit keine grundlegende Veränderung im Buchungsverhalten der Urlauber. Viele Reisende beobachten die Lage aufmerksam, halten aber an ihren Urlaubsplänen fest. Gleichzeitig sehen wir, dass einige Urlauber kurzfristig flexibler entscheiden oder alternative Ziele prüfen“, sagt Nina Hammer, Reiseexpertin bei der Hotelbewertungs- und Reiseplattform HolidayCheck.

Seit Beginn der Krise registriert die Plattform zwar mehr Stornierungen als üblich. Diese betreffen jedoch nicht nur Länder des Nahen Ostens. Auch Reisen in Regionen, die weit entfernt vom Konflikt liegen, werden teilweise abgesagt. Zudem stornieren einige Urlauber Reisen, die erst in mehreren Monaten stattfinden sollen. Diese Entwicklung deutet laut HolidayCheck eher auf eine kurzfristige Verunsicherung hin als auf eine grundlegende Veränderung im Reisemarkt.