Kameruns Präsident Paul Biya wurde für eine achte Amtszeit wiedergewählt. Am 12. Oktober hatte die kamerunische Bevölkerung gewählt, nun wurden die offiziellen Ergebnisse vom Verfassungsrat des zentralafrikanischen Landes bekannt gegeben. Biya habe 53,66 Prozent der Stimmen erhalten, sagte Clement Atangana, Präsident des Verfassungsrats, sein Rivale Issa Tchiroma Bakary 35,19 Prozent.

Der 92-jährige Biya trat 1982 sein Amt an und ist seitdem an der Macht. 2008 schaffte er die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten ab und wurde mit deutlichem Vorsprung wiedergewählt. Zum Ende der nun beginnenden achten Amtszeit wird Biya fast 100 Jahre alt sein. 

Die
Opposition wirft den Wahlbehörden jedoch vor, das Abstimmungsergebnis
manipuliert zu haben. Bereits unmittelbar nach der Wahl hatte sich der Oppositionskandidat
Issa Tchiroma Bakary zum Sieger erklärt. Vor der Verkündung des amtlichen Ergebnisses hatte es Proteste gegeben. Die Entscheidung des 92-jährigen Biyas, erneut zu kandidieren, hatte vor allem junge Menschen und Oppositionelle erzürnt. 

Gouverneur berichtet von vier Toten bei Zusammenstößen mit der Polizei

Vier Demonstranten seien bei den Protesten in der Stadt Douala getötet und mehrere Sicherheitskräfte verletzt worden, als
Menschenmengen versucht hätten, Polizeireviere zu stürmen, sagte Samuel
Dieudonné Ivaha Diboua, Gouverneur der Region Littoral. Mehr als 100 Demonstranten seien zudem festgenommen
worden. Videos in sozialen Netzwerken zeigten
Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, die
Tränengas einsetzten und versuchten, Barrikaden auf wichtigen Straßen in
Douala sowie in nordkamerunischen Städten wie Garoua und Maroua zu
räumen.

Biyas Rivale Bakary ist ehemaliger Regierungssprecher und Arbeitsminister. Der Ende 70-Jährige hatte sich Anfang des Jahres von Biya abgewandt und eine Kampagne gestartet, die große Menschenmengen anzog und von einer Koalition aus Oppositionsparteien und Bürgerinitiativen unterstützt wurde. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Oppositionsanhänger, Aktivisten sowie führende
Parteimitglieder festgenommen.
Innenminister Paul Atanga Nji behauptete dazu am Samstag, die festgenommenen Personen hätten gewaltsame Aktionen geplant.

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