„Ruanda, das Land der tausend Hügel und der Millionen von Lächeln“ – darüber berichtet Alexia Nukuranziza am Montag, 13. April, um 19 Uhr im Vino Evento, Paarangerstraße 2 in Mering. Der Verein Paarkult und die Stadl-Uni Unterbergen zeichnen für die Organisation verantwortlich.

Völkermord in Ruanda vor 30 Jahren

Heike Körfer, Lehrerin an der Mittelschule Kissing, unterstützt das Projekt ETSK Technical High School in Musha bereits seit vielen Jahren. Sie wird an diesem Abend auch übersetzen. Die ETSK Technical High School in Ruanda ist eine Berufsschule für 500 Schüler mit einem Internat in einem kleinen Dorf und hat einen größeren Einzugsbereich.

Vor 30 Jahren erschütterte der Völkermord in Ruanda die Welt. Was in jenen Wochen geschah, gehört zu den dunkelsten Kapiteln des 20. Jahrhunderts und es hat das Land bis heute geprägt. Aus dieser Tiefe heraus lebt Ruanda heute den Grundsatz: Nie wieder.

Alexia Nukuranziza hat diesen Schmerz am eigenen Leib erfahren. Im Genozid verlor sie ihre Eltern. Durch die Unterstützung von Pater Hermann Schulz, der das Jugenddorf in Musha aufgebaut hatte, konnte sie die für sie und ihr ganzes Land so schwere Zeit in Italien verbringen, wo sie Agrartechnik studierte. Nach ihrem Abschluss kehrte sie nach Ruanda zurück. Seither unterstützt sie Pater Hermann bei der Leitung des Jugenddorfes und war zunächst als Lehrerin, dann als Schulleitung an der ETSK tätig. Heute gehört sie zur Geschäftsleitung beider Einrichtungen.

Kraft für die Zukunft

Die Referentin bildete sich in Trainings zur Förderung von Frauen und Mädchen, zur Nachbarschaftsentwicklung, zu Führung in Vielfalt und zum Thema Gewalt gegen Frauen weiter.

In ihrem Vortrag öffnet sie den Blick auf Natur, Geschichte und Kultur ihres Heimatlandes. Sie erzählt vom Jugenddorf Hameau des Jeunes, das Waisen und Kinder in schwierigen Lebenslagen aufnimmt und versorgt, von der Schule ETSK und vom Projekt Ifashe Tugufashe. Und sie berichtet, wie ein Land mit dem schwersten denkbaren Erbe umgeht – und wie es lernt, aus diesem Erbe Kraft für die Zukunft zu schöpfen.