Im heutigen Al-Bahnasa, dem antiken Per-Medjed, Hauptstadt des 19. oberägyptischen Gaus in Mittelägypten – in der Archäologie besser bekannt als Oxyrhynchos –, fand die dort grabende spanisch-ägyptische Mission ein römisches Grab mit Särgen, die Mumien enthielten. Der Fund gibt neue Einblicke in die Bestattungspraktiken der griechisch-römischen Zeit.
Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten
Es wurden mehrere Mumien gefunden, heißt es in der Pressemeldung, von denen einige in Leinen gewickelt sind, die mit geometrischen Mustern verziert wurden (siehe Titelbild). Mit den Mumien sollen auch teils bemalte Holzsärge gefunden worden sein. Auf den Fotos sind allerdings Steinsärge mit Mumien darin zu sehen. Wie diese Fotos zum veröffentlichten Text passen, ist nicht klar ersichtlich.
Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten
Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten
Das Team der Universität Barcelona unter der langjährigen Leitung von Dr. Maite Mascort i Roca und Dr. Esther Pons Mellado fand auch einige besondere Grabbeigaben: drei Goldene Zungen, eine aus Kupfer sowie einige Applikationen aus Goldfolie an den Mumien.
Ein außergewöhnlicher Fund ist auch ein Papyrus, der angeblich in einer der Mumien gefunden wurde, und der eine Passage aus dem zweiten Buch der von Homer verfassten Ilias enthält. Diese Textpassage sei bekannt als der „Schiffskatalog“ und beschreibe die griechischen Streitkräfte im Krieg gegen Troja, sagte Hassan Ibrahim Amer, Co-Direktor und Grabungsleiter.
Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten
Auch in anderen Gräbern der Stätte hat das spanisch-ägyptische Team neue Funde gemacht. Direkt neben Grab 67 wurde ein Graben entdeckt, der zu den Überresten von drei Kammern aus Kalkstein führte. Darin fanden die Archäolog:innen ein großes Tongefäß mit der Asche eines erwachsenen Verstorbenen, daneben die Knochen eines Kleinkinds und den Kopf einer Katze, alles in Leinen gewickelt. In einer anderen Kammer fanden die Forschenden in einem weiteren Krug die Überreste zweier Individuen sowie Tierknochen.
Weiter im Süden des Areals wurden kleine Terrakottafiguren und Bronzestatuen gefunden, die den Gott Harpokrates als Reiter zeigen sowie eine kleine Statuette des römischen Liebesgottes Cupid. Dies zeigt die griechisch-römischen Einflüsse auf Bestattungen in der späten Zeit des altägyptischen Reichs.
