Samuel Kleda ist Erzbischof von Douala in Kamerun. Im Forum der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule spricht er vor Hunderten Schülerinnen und Schülern über die Zukunft junger Menschen in seinem Heimatland. „Wir sind die Fürsprecher der Kinder und Jugendlichen aus Kamerun“, sagt Kleda zu Beginn seiner Präsentation. Der Besuch steht im Zeichen der Fastenaktion, die an der Schule eine jahrzehntelange Tradition hat.

In Zusammenarbeit mit dem schulischen Partner Misereor startet sie stets nach Aschermittwoch. Misereor ist das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Hier fängt Zukunft an“ – der Blick richtet sich nach Kamerun. „Das große Interesse vonseiten unserer Schüler begeistert uns“, sagt Winfried Kappes, Erdkundelehrer und Koordinator Misereor an der Gesamtschule. Für beide Veranstaltungen hätten sich zahlreiche Klassen angemeldet.

Kleda berichtet, wie Jugendliche in seiner Diözese dank der Zusammenarbeit mit Misereor eine Ausbildung beginnen können – und damit eine Perspektive für ihre Zukunft erhalten. Mirjam Günther, Bildungsreferentin von Misereor, erläutert die Hintergründe: In Afrika müssten Jugendliche für eine Ausbildung bezahlen, viele könnten sich das nicht leisten. In Douala arbeite man mit der Partnerorganisation Codas zusammen und übernehme 80 Prozent der anfallenden Kosten – unabhängig davon, ob die Ausbildung praktisch in einem Betrieb oder schulisch erfolgt.

Bei den Bewerbern werde geprüft, wo Stärken und Schwächen liegen. Motivierte Jugendliche stellten sich einer Kommission vor, die passende Ausbildungsplätze suche. Die Nachfrage sei größer als das Angebot. Während der Ausbildung begleite Codas die jungen Menschen weiter – bis hin zur Arbeitsplatzsuche oder zu Informationen zur beruflichen Selbstständigkeit.

Kleda spricht Französisch, eine der offiziellen Sprachen Kameruns neben Englisch und mehr als 230 weiteren Sprachen. Stefanie Götzmann dolmetscht, sodass auch die Schülerinnen und Schüler von der Stufe fünf bis zur EF folgen können. Mit Fotos einer Powerpoint-Präsentation zeigt der Erzbischof Eindrücke aus seiner Heimat: Hochhäuser neben Baracken, wenige Autos neben unzähligen Motorrollern, Obst- und Essensverkauf auf der Straße.

Er schildert die Situation junger Menschen, die trotz Schul- oder Studienabschluss keine Arbeit finden, weil passende Stellen fehlen. Oft fehle zudem das Geld für eine Ausbildung.

Wie Unterstützung konkret aussehen kann, verdeutlicht ein kurzer Film über Silas Teyim. Er absolviert eine Lehre zum Elektrotechniker in einem Ausbildungsbetrieb. Sein Wunsch ist es, später selbstständig zu arbeiten und sein Wissen weiterzugeben. „Wir ermöglichen jungen Menschen eine Ausbildung, die ansonsten kein Geld dafür hätten“, betont Kleda. Für Silas hat die Zukunft dank der Ausbildung begonnen.