Die Zahl der akut von Hunger Betroffenen weltweit hat sich innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt. Rund 266 Millionen Menschen in 47 Ländern seien im vergangenen Jahr von massiver Nahrungsmittelknappheit betroffen gewesen, teilten die Vereinten Nationen in ihrem Global Report on Food Crises mit. Das waren fast doppelt so viele wie noch 2016.

Zudem seien im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit Beginn der
Veröffentlichung des Berichts zwei Hungersnöte ausgerufen worden: in
Gebieten des Sudan und des Gaza-Streifens.

Zwei Drittel der akut Hungernden leben in zehn Staaten

Besonders ausgeprägt war die Unterversorgung mit Lebensmitteln dem Bericht zufolge in zehn Ländern: Afghanistan, Bangladesch, der Demokratischen Republik Kongo, dem Jemen, Myanmar, Nigeria, Pakistan, dem Sudan, Südsudan und Syrien. Zwei Drittel der weltweit von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffenen Menschen lebten den Angaben nach in diesen zehn Staaten.

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Ignoranz ist keine Ausrede

Die Aussichten für 2026 seien »düster«, weil der Klimawandel die Bedingungen in vielen Ländern verschlechtere und die internationale Hilfe zurückgehe, hieß es im UN-Bericht. Ein weiterer Faktor bei der Ernährungsunsicherheit sei der Irankrieg, der zu Migrationsbewegungen führe und die Kosten für Düngemittel in die Höhe treibe.

UN fordern mehr Hilfe für Kleinbauern

Der Leiter der UN-Organisation Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung, Alvaro Lario, forderte mehr Hilfen für Kleinbauern – beispielsweise für Investitionen in hitzeresistente Pflanzen. Krisen könnten auch gemildert werden, indem Landwirte Düngemittel vor Ort produzierten.

Die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger
kritisierte einen Rückgang der
Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Geschäftsführer Jan Sebastian Friedrich-Rust forderte »mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln«. Es gelte, weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung zu sichern.