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Nach mehreren Monaten der Krise hat die in Niger herrschende Militärjunta die Verstaatlichung des Unternehmens Somair angekündigt, einer lokalen Tochtergesellschaft des französischen Urangiganten Orano, der im vergangenen Dezember die operative Kontrolle verloren hatte. Die Nachricht wurde vom nigrischen Staatssender „Rtn“ berichtet, der sich auf eine Erklärung der Junta berief, wonach die Entscheidung „als Reaktion auf das unverantwortliche, illegale und illoyale Verhalten von Orano, einem Unternehmen im Besitz des französischen Staates, eines Staates, der Niger offen feindlich gegenübersteht“, getroffen wurde. Durch diese Verstaatlichung, so die Erklärung, „werden die Aktien und Vermögenswerte von Somair vollständig und in vollem Eigentum an den Staat Niger übertragen“, und die Aktionäre werden entschädigt. In den letzten Monaten hat Orano den Verlust der operativen Kontrolle über seine drei Bergbau-Tochtergesellschaften in Niger angekündigt: die Imouraren-Lagerstätte, die Cominak-Mine und die Somair-Mine. Der französische Konzern, der dennoch eine Mehrheitsbeteiligung von über 60 Prozent an diesen Tochtergesellschaften hält, hat daher mehrere internationale Schiedsverfahren gegen den Staat Niger eingeleitet.
Letzten Monat sagte Orano, es sei für die Möglichkeit eines Verkaufs seiner Uranstandorte im Norden Nigers offen. Orano, ein führendes Unternehmen im Nuklearsektor, kämpft seit der Machtübernahme des Militärs am 26. Juli 2023 mit erheblichen Schwierigkeiten in Niger. Im Zuge einer schrittweisen Distanzierung von Paris – mit dem Bruch von Verteidigungs- und Sicherheitsabkommen – und der Überprüfung des Systems zur Ausbeutung nationaler Rohstoffe durch ausländische Unternehmen hat die Militärjunta das französische Unternehmen in ernste Schwierigkeiten gebracht. Von den drei Standorten, die traditionell von der französischen Gruppe verwaltet wurden, ist der Standort Akuta – betrieben von der Akokan Mines Company (Cominak) – seit 2021 geschlossen, und im Juni 2023 wurde Orano die Betriebsgenehmigung für die Lagerstätte Imouraren, eine der größten Uranminen der Welt, entzogen. Schließlich verlor das französische Unternehmen im vergangenen Dezember die operative Kontrolle über die Mine Somair, die zwar noch aktiv ist. Der Wert des Bergbaustandorts wird auf 250 Millionen Euro geschätzt.
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