Eine erste Gruppe von 15 Migranten aus Kolumbien, Peru und Ecuador ist am Freitag, dem 17. April 2026, nach einer Abschiebung aus den USA in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa eingetroffen. Die Betroffenen werden derzeit in einem Hotelkomplex von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) versorgt, während ihre rechtliche Zukunft ungeklärt bleibt.

Die Ausgewiesenen erhielten bei ihrer Ankunft am Flughafen Ndjili zunächst ein Visum mit einer Gültigkeit von einer Woche. Laut Berichten von RFI müssen sich die Männer und Frauen bis zum 24. April entscheiden, ob sie in der Demokratischen Republik Kongo Asyl beantragen oder eine freiwillige Rückkehr in ihre lateinamerikanischen Heimatländer antreten.

Der Kolumbianer Hugo Palencia beschrieb die aktuelle Unterbringung im Hotel Venus Village als stabil, äußerte jedoch deutliche Vorbehalte gegenüber dem Standort. Er betonte, dass er sich aufgrund der Sicherheitslage und der wirtschaftlichen Bedingungen im Kongo nicht dauerhaft niederlassen wolle.

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„Im Moment sind meine Lebensbedingungen stabil: Ich habe ein Zimmer zum Schlafen, drei Mahlzeiten am Tag, und derzeit fühle ich mich gut. Ich gehe nirgendwo hin, weder auf die Straße noch sonst wohin, aber ja – im Moment geht es mir gut“, berichtet Hugo Palencia.

Palencia kritisierte zudem die Wahl des Drittstaates durch die US-Behörden und verwies auf die sozioökonomischen Unterschiede zwischen seiner Heimat und Zentralafrika. Er plane bereits seine Rückkehr nach Kolumbien und stehe dafür mit Konsulaten in Kontakt.

„Ich verstehe nicht, warum die Vereinigten Staaten Abkommen mit afrikanischen Ländern schließen“, sagt Hugo weiter.

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Der kolumbianische Staatsbürger zog Vergleiche zur Situation in seinem Herkunftsland und zeigte sich besorgt über die allgemeine Instabilität in der Region. Er verwies dabei auf die hohe Armut und die prekäre Sicherheitslage vor Ort.

„Mit allem Respekt: Die DR Kongo ist weniger entwickelt als die USA oder unsere Herkunftsländer. Hier ist die Armut extrem und die Unsicherheit größer als in Kolumbien, wo ich herkomme – und dort ist die Lage bereits schwierig“, ergänzte Palencia.

Nach eigenen Angaben strebt er eine schnelle Ausreise an, um zu seiner Familie zurückzukehren. Auch der kolumbianische Präsident Gustavo Petro habe sich bereits für eine Rückführung der betroffenen Staatsbürger ausgesprochen.

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„Ehrlich gesagt habe ich nicht vor zu bleiben. Ich möchte in mein Land zurückkehren, um meinen Sohn, meine Familie, meinen Vater und meine Mutter zu sehen, denn sie warten auf mich. Ob man Angst hat oder nicht – ich will zurück, denn mit allem Respekt gegenüber dem Kongo: Ich habe mehr Angst, hier zu sein, als in Kolumbien“, sagte Hugo Palencia.

Abschließend äußerte der Migrant Unverständnis über den Ablauf seiner Abschiebung aus Louisiana. Er gab an, dass zum Zeitpunkt des Fluges eigentlich eine gerichtliche Entscheidung zu seinem Schutz vorgelegen habe.

„Ich warte auf ein Reisedokument. Das Außenministerium oder die kolumbianischen Konsulate sollen so schnell wie möglich mit der Organisation Kontakt aufnehmen, die für uns zuständig ist. Wir haben eine Erklärung unseres Präsidenten Gustavo Petro gesehen, der möchte, dass wir so schnell wie möglich zurückkehren“, so Palencia weiter.

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