Libyen gehört zu den Nexus- und Friedenspartnern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Zusammenarbeit mit diesen Partnerländern konzentriert sich auf die strukturellen Ursachen von Konflikten und Fluchtbewegungen und fördert die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität.
Das BMZ berät Regierung und Verwaltung beim Wiederaufbau und bei der Schaffung leistungsfähiger staatlicher Strukturen und stärkt die Zivilbevölkerung, vor allem auch Frauen und Jugendliche. Angesichts der Einnahmen des Landes aus dem Erdölexport liegt die Finanzierung der erforderlichen Infrastruktur weitgehend bei Libyen selbst.
Das Engagement des BMZ umfasst folgende Schwerpunkte:
Kommunale Entwicklung
Stärkung der Bürgerbeteiligung in den Gemeinden, um eine effiziente Dezentralisierung zu unterstützen. Verbesserung der Lebensbedingungen in 30 Kommunen entlang wichtiger Migrationsrouten, unter anderem Einrichtung einer Müllabfuhr für 700.000 Menschen, Steigerung der Trinkwasserqualität für 1,1 Millionen Menschen, Aufbau von Frauen- und Jugendzentren, Verbesserung der Schulangebots für 100.000 Kinder.Gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Jugendlichen
Mehr als die Hälfte der libyschen Bevölkerung ist jünger als 30. Die meisten jungen Menschen und insbesondere Frauen sind jedoch von sozialer und politischer Teilhabe traditionell ausgeschlossen; staatliche und zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Strukturen der Jugend- und Frauenförderung sind kaum vorhanden. In sechs Gemeinden werden Jugendmultiplikatorinnen und -multiplikatoren geschult und Jugendzentren errichtet sowie Programme zum inklusiven Unternehmertum in 16 öffentlichen Bildungsinstituten unterstützt.Gesundheitsversorgung
Verbesserung der Versorgung für 347.000 Menschen, Aufbau von Rettungsmannschaften und Notfallkomitees in 15 Städten, psychosoziale Unterstützung für 10.000 Kinder, Stärkung der Mütter- und Neugeborenengesundheit.Erneuerbare Energien und Umweltschutz:
Förderung der dezentralen Nutzung von Solarenergie, um Stromausfälle zu verhindern und Konflikte um die Energieversorgung abzubauen. Kapazitätsaufbau für die Anpassung an den Klimawandel auf nationaler sowie lokaler Ebene.
2024 stellte das BMZ Libyen 23 Millionen Euro zur Verfügung. Mit Zusagen in Höhe von 202,8 Millionen Euro seit 2015 ist Deutschland der zweitgrößte entwicklungspolitische Geber nach den USA. Die Umsetzung der Entwicklungsprojekte erfolgt durch die GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Gesteuert wird die Zusammenarbeit seit 2022 wieder von Tripolis aus.