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Algerien bereitet sich darauf vor, seine Präsenz auf dem globalen Markt für Flüssigerdgas (LNG) zu stärken, nachdem Qatar Energy die Lieferungen aufgrund von Drohnenangriffen auf strategische Infrastruktur in den Anlagen Ras Laffan und Mesaieed in Katar vorübergehend eingestellt hat. Laut der Fachplattform „Energy“ arbeitet das nationale Unternehmen Sonatrach daran, die LNG-Produktion auf die maximale Betriebskapazität zu steigern, um von steigenden Preisen zu profitieren und den Lieferrückgang aus der Golfregion auszugleichen. Algeriens Entscheidung folgt auf die Ankündigung von Qatar Energy, die Verflüssigungsanlagen in den Industrieanlagen Ras Laffan und Mesaieed nach einem Drohnenangriff inmitten der eskalierenden militärischen Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie den darauffolgenden Vergeltungsaktionen mehrerer Golfstaaten auszusetzen. Diese Situation hat den internationalen Energiemärkten neuen Druck verliehen und asiatische und europäische Abnehmer vor logistische Herausforderungen gestellt.
Katar ist nach den USA der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt mit 82,2 Millionen Tonnen Exportvolumen im Jahr 2025. Algerien führt die afrikanische Rangliste der Verflüssigungskapazitäten mit einem Produktionspotenzial von 25,3 Millionen Tonnen jährlich an. Die algerische Inlandskapazität verteilt sich auf vier Hauptanlagen von Sonatrach. Die Anlagen „GL1Z“ und „GL2Z“ in Arzew verfügen jeweils über sechs Produktionseinheiten mit einer Kapazität von 7,9 bzw. 8,2 Millionen Tonnen jährlich. Hinzu kommt die Anlage „GL3Z“ mit einer Kapazität von 4,7 Millionen Tonnen. Eine weitere Anlage mit einer Kapazität von 4,5 Millionen Tonnen jährlich befindet sich in Skikda. Durch die Produktionssteigerung will Algerien auch den rückläufigen Trend bei den LNG-Exporten umkehren, die im Jahr 2025 um rund 18 Prozent auf 2,08 Millionen Tonnen gesunken sind und 9,54 Millionen Tonnen erreichen werden, verglichen mit 11,62 Millionen Tonnen im Jahr 2024 und 13,45 Millionen Tonnen im Jahr 2023, dem höchsten Stand des letzten Jahrzehnts.
Unterdessen stiegen die Gaspreise in Europa am 2. März um fast 40 Prozent – der größte Tagesanstieg seit August 2023. Grund dafür waren Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und der iranischen Blockade der Straße von Hormus. Rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels und täglich zwischen 16,5 und 20 Millionen Barrel Rohöl, Kondensate und Raffinerieprodukte passieren diesen strategischen Knotenpunkt, der ihn zu einem Schlüsselfaktor für die globale Energiesicherheit macht.
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