
Stand: 15.02.2026 10:50 Uhr
In Lüneburg ist der 22. schwule Heidekönig gewählt worden. Neuer Monarch ist der 31-jährige Bodenwissenschaftler und Stadtplaner Jean Luc Reme Jabiro. Er folgt auf Eric Böttcher.
Nach der Wahl im Fürstensaal des historischen Rathauses von Lüneburg übergab der scheidende König das Amt an seinen Nachfolger und setzte ihm die Krone auf. Jean Luc Reme Jabiro stammt aus Ruanda und hat nach eigenen Angaben in Lüneburg eine zweite Heimat gefunden. Der schwule Heidekönig wird die queere Community bei zahlreichen Veranstaltungen repräsentieren, zum Beispiel beim Heideblütenfest in Amelinghausen oder bei Spargel- und Erntedankfesten. Er wirbt dort für die Akzeptanz queerer, also nicht-heterosexueller Menschen. Jeder Gast war am Samstag wahlberechtigt.
Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung
Gekommen waren am Samstag auch Gastmajestäten zahlreicher befreundeter „Königshäuser“. Für die Majestäten und ihre Entourage gab es am Nachmittag schon eine Stadtführung durch die Hansestadt sowie Schnittchen und Sekt, sagte Organisator Dirk Ahrens. Die Wahl zum schwulen Heidekönig ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Zeichen für queeres Leben im ländlichen Raum, für Toleranz und gegen Diskriminierung, wie die Veranstalter mitteilten. Der Titel wird seit dem Jahr 2000 vergeben. Ziel war es damals, ein queeres Pendant zur traditionellen Verleihung der Heidekönigin zu schaffen und Aufmerksamkeit für die Gefahren von HIV zu wecken.

Der 34-Jährige soll die nicht-heterosexuelle Community auf Festen repräsentieren. Der Titel wird seit 2000 vergeben.

Kurz nach ihrer Wahl wurde Nele Rörup angerufen – und hat geholfen. Für die 25-Jährige ein schmerzfreies, aber emotionales Erlebnis.

Harmlose Erntedank-Tradition oder überholtes Rollenbild das Übergriffe begünstigt? Es diskutieren Matthias Schuch und Sophie Mühlmann.