Lissa Peters ist angehende Geschäftsführerin des Agrarreise-Anbieters Farm-Tours. Was ihre größten Erlebnisse sind, was Urlaub mit Landwirten besonders macht und wohin es als nächstes geht erzählt sie im Interview.
Frau Peters, Sie sind seit 2019 Reiseleiterin für Agrarreisen. Welche Reisen haben Sie besonders begeistert?
Peters: In besonderer Erinnerung ist mir eine Tour mit E-Mountainbikes durch Südtirol geblieben. Wir sind jeden Tag durch die Berge gefahren und haben uns die Direktvermarktung in der Region angesehen.
Welches Ziel ist besonders beliebt?
Peters: Südamerika. Die Dimensionen, die man z. B. in Brasilien sieht, sind nicht vergleichbar mit dem, was wir aus Europa kennen. Flächenmäßig ist das Land noch lange nicht erschlossen. Der limitierende Faktor für die Produktion ist der Hafen in Paranaguá. Dorthin machen wir immer einen Abstecher. Es ist sehr eindrucksvoll, schon von Weitem zu sehen, wie sich in diesem Nadelöhr die Lkw stauen.
Womit muss man rechnen, wenn man an einer Agrarreise teilnimmt?
Peters: Die Reise ist gut durchgetaktet. Vom Transport zum Flughafen, den Flügen und Papieren bis zum Programm vor Ort kümmern wir uns um alles. Am Flughafen im Land empfängt uns dann der örtliche Reiseleiter. Übrigens sind die Agrarstudienreisen als Bildungsreisen steuerlich absetzbar.
Wer sind diese Reiseleiter?
Peters: Das sind Personen, die vor Ort vernetzt sind und fließend Deutsch sprechen. Manchmal haben wir auch einen Dolmetscher dabei, damit die Kommunikation auf den Höfen sicher gelingt. Die Reiseleiter sind allesamt von uns ausgebildet und dafür verantwortlich, dass wir vor Ort spontan auf Wünsche und Interessen eingehen können. Wir haben stets einen roten Faden vorbereitet, aber wir können natürlich individuell auf die Gruppe eingehen.
Können Sie dafür ein Beispiel geben?
Peters: Auf einer Reise in Namibia haben wir z. B. viel über Zäune geredet. Die extensiven Flächen dort haben häufig um die 4.000 ha. Außerdem muss man mit Wildtieren wie Elefanten rechnen. Das macht die Frage, wie man die Flächen effektiv und kostengünstig einzäunen kann, elementar. Am Ende der Reise konnte ich die Art des Betriebes am Zaun erkennen. Das hätte ich vorher auch nicht erwartet.
Was ist für die Zukunft geplant?
Peters: Im kommenden Jahr wollen wir eine neue Reise nach Neuseeland an-bieten. Einmal als 14-tägige Fachreise über beide Inseln und noch eine zweite Reise, die eher Roadtrip-Charakter haben soll und sich speziell an Junglandwirte richtet. Da wollen wir den Blick noch stärker auf Innovationen, Perspektiven und Trends legen.