Der von einer Hyperinflation geplagte afrikanische Krisenstaat Simbabwe setzt mit der geplanten Einführung eines neuen 100-Billionen-Geldscheins neue Negativrekorde. Die Zentralbank betonte, die neuen Geldscheine – neben dem 100-Billionen-Schein noch Noten im Nominalwert von 50 Billionen, 20 Billionen und 10 Billionen Simbabwe-Dollar – würde für den „Komfort des Publikums“ in Umlauf gebracht. Den Anfang werde am Freitag die 10-Billionen-Note machen. Für 100 Billionen Simbabwe-Dollar gibt es angesichts einer Hyperinflation von offiziell mindestens 231 Millionen Prozent (Stand: Juli 2008) zum aktuellen Zeitpunkt sechs Dutzend Brote zu kaufen. Die Preise erhöhen sich mehrmals am Tag. Vor den Banken stehen die Menschen stundenlang Schlange, um an Bargeld zu kommen. Simbabwe war einst die Kornkammer des südlichen Afrikas.

Inoffiziell wird die Inflation auf das Zehnfache des offiziellen Wertes geschätzt. Die Geldknappheit sowie die maximal vom Konto abzuhebende geringe Summe führen zur immer schnelleren Einführung neuer Geldnoten, obwohl Simbabwe in den vergangenen Monaten immer wieder mehrere Nullen bei seiner Währung gestrichen hat. Die Behörden haben inzwischen 1000 Geschäften den Verkauf gegen harte Währung genehmigt. Viele Staatsdiener fordern daher Lohn in harter Währung.

Der einstige Modellstaat befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte. Der allgegenwärtige chronische Mangel wird zur Zeit verschlimmert durch eine Cholera-Epidemie, der bisher mehr als 2100 Menschen zum Opfer gefallen sind. Im Zentrum der Krise steht der Kampf des seit 28 Jahren zunehmend autokratischer regierenden Präsidenten Robert Mugabe (84) um den Erhalt seiner Macht.

Mit der Enteignung Tausender weißer Farmer seit 2000 hat Mugabe das Vertrauen ausländischer Investoren erschüttert. Die Agrarproduktion brach ein. Inzwischen ist ein Großteil der Bevölkerung auf ausländische Nahrungsmittelhilfe angewiesen.