{"id":10100,"date":"2026-04-25T23:56:17","date_gmt":"2026-04-25T23:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10100\/"},"modified":"2026-04-25T23:56:17","modified_gmt":"2026-04-25T23:56:17","slug":"30-jahre-voelkermord-in-ruanda-die-moerder-unter-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10100\/","title":{"rendered":"30 Jahre V\u00f6lkermord in Ruanda: Die M\u00f6rder unter uns"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">W enn Jean Bosco Siboyintore auf die lange Liste vor sich auf dem Schreibtisch guckt, legt sich seine Stirn in Falten. \u00dcber 1.000 ruandische Namen stehen dort: Namen von fl\u00fcchtigen mutma\u00dflichen T\u00e4tern des V\u00f6lkermordes an den Tutsi in Ruanda 1994. Sie sind nach mutma\u00dflichen Aufenthaltsl\u00e4ndern sortiert, darunter Frankreich, Belgien, USA, Kanada, sogar Australien \u2013 und Deutschland.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">\u201eWir suchen immer noch nach \u00fcber 1.000 T\u00e4tern \u2013 weltweit\u201c, erkl\u00e4rt Siboyintore. Der Chefermittler der Genozid-Sucheinheit in Ruandas Staatsanwaltschaft blickt aus dem gro\u00dfen Fenster seines B\u00fcros in einem neuen schicken Glasgeb\u00e4ude im Regierungsviertel von Kigali. Ruandas Hauptstadt mit den unz\u00e4hligen neuen Glast\u00fcrmen, Restaurants und Hotels z\u00e4hlt heute zu einer der modernsten Metropolen Afrikas.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Dennoch <a href=\"https:\/\/taz.de\/Voelkermord-in-Ruanda\/!6001170\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">k\u00e4mpft das Land auch 30 Jahre nach dem V\u00f6lkermord an \u00fcber einer Million Menschen noch immer mit seiner dunklen Vergangenheit<\/a>. Viele T\u00e4ter mussten sich nie gerichtlich verantworten. \u201eGl\u00fccklicherweise\u201c, so der Staatsanwalt, \u201everj\u00e4hren schwere Verbrechen wie V\u00f6lkermord nicht.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Seit 2007 w\u00e4lzt Siboyintore seine Listen. Damals war die Spezialabteilung f\u00fcr internationale Ermittlungen gerade gegr\u00fcndet worden. Mit seinen drei Kollegen sa\u00df Siboyintore in einem kleinen B\u00fcro \u00fcber prallvollen Aktenordnern und handgeschriebenen Zeugenaussagen. Der Stress war ihm deutlich anzusehen. Seine Liste fl\u00fcchtiger T\u00e4ter war viel l\u00e4nger, und nur wenige Staaten weltweit wollten zu jener Zeit mit Ruandas Staatsanw\u00e4lten kooperieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/wochentaz-testen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/wochentaz-kennzeichen-3zu2-klein-1.webp\" alt=\"Illustration einer Ausgabe der wochentaz mit dem Titel \u201eEgal war gestern\u201c\" loading=\"lazy\" title=\"Illustration einer Ausgabe der wochentaz mit dem Titel \u201eEgal war gestern\u201c\" height=\"161\" type=\"image\/webp\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>wochentaz<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph\">Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last\">In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist \u2013 und wie sie sein k\u00f6nnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und <a href=\"https:\/\/taz.de\/wochentaz-testen\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">nat\u00fcrlich im Abo<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"5\">Erst als Ruanda 2007 die Todesstrafe abschaffte, nahm die internationale Zusammenarbeit Fahrt auf. Es gab jede Menge zu tun, denn es ist eine der gr\u00f6\u00dften juristischen Aufarbeitungen \u00fcberhaupt. Ruandas Juristen sprechen von insgesamt mehr als zwei Millionen Verfahren, eine Zahl, die kein Justizsystem der Welt einfach abarbeiten konnte. Und in Ruanda war nach dem B\u00fcrgerkrieg ab 1990 und dem V\u00f6lkermord 1994 das System komplett zusammengebrochen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Ganz pragmatisch teilte Ruandas Justiz die zahlreichen T\u00e4ter daraufhin in drei Kategorien auf. Die einfachen Mitl\u00e4ufer und diejenigen, die auf Befehl gehandelt hatten, wurden in die unterste Kategorie einsortiert und kamen vor einfache Dorfgerichte, die sogenannten <a href=\"https:\/\/taz.de\/!454477\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gacaca-Tribunale<\/a>. Gacaca (gr\u00fcne Wiese) hei\u00dfen in Ruanda traditionell die Dorfversammlungen. Sie wurden als Dorfgerichte f\u00fcr die Aufarbeitung des V\u00f6lkermordes reaktiviert, mit Laienrichtern. International wurde dies von Menschenrechtsgruppen als rechtsstaatlich mangelhaft kritisiert, aber die Alternativen waren nur Straffreiheit oder Haft ohne Prozess.<\/p>\n<p>Was damals geschah<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph\">Am Abend des 6. April 1994 fliegt Ruandas Pr\u00e4sident Juv\u00e9nal Habyarimana von einem Gipfeltreffen zur\u00fcck in die Hauptstadt Kigali. Im Landeanflug schie\u00dfen zwei Raketen das Flugzeug ab, abgefeuert aus einer Stellung der Pr\u00e4sidialgarde. Sofort errichtet Ruandas Milit\u00e4r Stra\u00dfensperren und verfolgt politische Gegner, in den Folgetagen bilden die Gener\u00e4le eine neue Regierung. Landesweit werden Ruandas Tutsi bei Razzien und an Sammelpunkten wie Kirchen von Armee und Hutu-Jugendmilizen massakriert \u2013 erschossen, zerhackt, verbrannt. Binnen weniger Wochen gibt es Hunderttausende Tote, am Ende \u00fcber eine Million. Die Welt schaut unt\u00e4tig zu.<\/p>\n<p> minHeightToScrollBackOnCloseReadmore){<br \/>\nsetTimeout(function() {<br \/>\n$el.closest(&#8218;.module&#8216;).style.scrollMarginTop = &#8217;47px&#8216;;<br \/>\n$el.closest(&#8218;.module&#8216;).scrollIntoView({ block: &#8217;start&#8216; });<br \/>\n}, readMoreAnimationTime);<br \/>\n};<br \/>\n&#8220; class=&#8220;link icon-link-wrapper textlink show_hide is-align-items-center is-flex mgt-medium typo-link-grey-onpage&#8220; aria-controls=&#8220;accordion-panel-2yqunyo16se&#8220; :class=&#8220;{ &#8217;show true&#8216;: show  === true, &#8217;show false&#8216;: show  !== true  }&#8220; id=&#8220;accordion-header-2yqunyo16se&#8220;&gt;<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last\">Am 4. Juli 1994 erobert die Tutsi-Rebellenbewegung RPF (Ruandische Patriotische Front) Kigali, und das Morden hat ein Ende. Die RPF wurde in Uganda von ruandischen Exil-Tutsi gegr\u00fcndet und marschierte 1990 in Ruanda ein. In einem Friedensvertrag 1993 erreichte sie ihre Aufnahme in Ruandas Institutionen und Armee, gegen Protest radikaler Hutu-Kr\u00e4fte. Als Habyarimana die Umsetzung des Vertrages zusichert, wird er beim Flugzeugabschuss get\u00f6tet, die Ausl\u00f6schung der Tutsi beginnt. Als die RPF vorr\u00fcckt, flieht die V\u00f6lkermordarmee nach Kongo, wo Reste davon bis heute stehen; viele T\u00e4ter finden im Ausland Asyl.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"7\">12.000 Laiengerichte dieser Art verhandelten von 2007 bis 2012 \u00fcber zwei Millionen Beschuldigte. Mehr als eine Million wurden verurteilt, meist wegen \u201eBeihilfe\u201c zum V\u00f6lkermord. Da die Gef\u00e4ngnisse jener Zeit komplett \u00fcberf\u00fcllt waren, bekamen die T\u00e4ter die Chance, vor der versammelten Gemeinde ihre Taten offen zu gestehen, die Massengr\u00e4ber zu zeigen und die Angeh\u00f6rigen ihrer Opfer um Vergebung zu bitten. So erhielten sie Strafnachlass, leisteten Sozialstunden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"8\">Die Gacaca-Dorftribunale wurden 2012 geschlossen. Es begannen daraufhin wieder Verfahren vor den regul\u00e4ren Gerichten. Diese waren vor allem besch\u00e4ftigt mit mutma\u00dflichen T\u00e4tern der zweiten Kategorie: Amtstr\u00e4ger auf mittlerer F\u00fchrungsebene, die 1994 Befehle ausgef\u00fchrt hatten, die sie von oben erhalten hatten. Die Staatsanwaltschaft erhielt eine \u201eriesige Datenbank an T\u00e4tern, die von den Gacaca-Gerichten in Abwesenheit verurteilt worden waren\u201c, erinnert sich Siboyintore: insgesamt 71.658 Namen. \u201eWir arbeiten daran, herauszufinden, wie viele davon sich in Ruanda selbst verstecken, verstorben oder tats\u00e4chlich noch fl\u00fcchtig sind\u201c, sagt Siboyintore.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"9\">Mittlerweile sitzt der Staatsanwalt in einem modernen B\u00fcro, hat Dutzende Ermittler unter sich \u2013 und, ganz wichtig: Die handgeschriebenen Gacaca-Akten werden nach und nach digitalisiert. Das macht das gezielte Suchen nach Namen, Tatorten und Zeugen einfacher. Insgesamt sind es 49 Millionen Dokumente, die in m\u00fchsamer Handarbeit eingescannt und mit Schlagworten versehen werden, damit Ermittler in anderen L\u00e4ndern diese digital abrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"10\">Eine aufwendige Arbeit, aber es lohnt sich. Immer wieder kommen V\u00f6lkermordvorw\u00fcrfe jetzt in Ruanda zur Anklage. Und seit der Gr\u00fcndung seiner Abteilung hat Siboyintore mitgeholfen, 1.149 Anklagen in 33 L\u00e4ndern weltweit zu erheben. 30 Angeklagte wurden nach Ruanda ausgeliefert, um sie in ihrer Heimat vor Gericht zu stellen, vor allem aus den Niederlanden, USA und Schweden. 29 weitere mutma\u00dfliche T\u00e4ter kamen in anderen L\u00e4ndern vor Gericht.<\/p>\n<p>      Die Zeit l\u00e4uft den Ermittlern davon<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"12\">\u201eAll die sogenannten gro\u00dfen Fische, die den V\u00f6lkermord mitgeplant haben, sind mittlerweile hinter Gittern\u201c, zeigt sich der Staatsanwalt zufrieden. Das ist die Kategorie 1: hochrangige Politiker von 1994, Kommandanten der damaligen Armee, Zeitungs- und Radio\u00addirektoren, die als Planer und Hauptverantwortliche gelten, weil sie zum V\u00f6lkermord aufgerufen hatten. Das 1995 in der tansanischen Stadt Arusha gegr\u00fcndete UN-Sondertribunal f\u00fcr Ruanda (ICTR) verurteilte in 20 Jahren 61 hochrangige Verantwortliche des V\u00f6lkermordes. 14 Angeklagte wurden freigesprochen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"13\">2015 wurde das ICTR geschlossen und die noch ausstehenden F\u00e4lle entweder an die ruandische Justiz oder an einen \u201e\u00dcbergangsmechanismus\u201c \u00fcbertragen, dessen B\u00fcros im niederl\u00e4ndischen Den Haag angesiedelt sind. Der j\u00fcngste Ruanda-Fall, der dort verhandelt wurde, ist der von F\u00e9licien Kabuga, einer der reichsten Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner Ruandas vor 1994 und ein enger Vertrauter des damaligen Hutu-Pr\u00e4sidenten Juv\u00e9nal Habyarimana. Er war Mitgr\u00fcnder des Hetzradios \u201eMille Collines\u201c, das zum Massenmord an den Tutsi aufrief, und stellte laut Anklage den Hutu-Milizen, die ma\u00dfgeblich das T\u00f6ten besorgten, Geld und Fahrzeuge zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"14\">Lange Zeit stand Kabuga ganz oben auf Siboyintores Liste. Aber erst 2020 wurde er nahe Paris geschnappt. Frankreichs Beh\u00f6rden \u00fcberstellten ihn nach Den Haag. Das dortige \u00dcbergangsgericht erkl\u00e4rte den mittlerweile 90-J\u00e4hrigen im Juni 2023 allerdings f\u00fcr verhandlungsunf\u00e4hig. Immerhin: Er sitzt nach wie vor in Den Haag ein, denn kein Land will ihn aufnehmen. \u201eWir waren so erleichtert\u201c, sagt Siboyintore. \u201eWir hatten schon Angst, er stirbt irgendwo aufgrund seines hohen Alters, ohne sich vor Gericht verantworten zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"15\">Doch Kabugas Fall habe gezeigt, dass ihnen die Zeit davonlaufe. Immer wieder werden Gesuchte inzwischen in anderen L\u00e4ndern f\u00fcr tot erkl\u00e4rt und die Akten geschlossen. Nicht nur die T\u00e4ter, auch Zeugen werden alt, ihr Ged\u00e4chtnis l\u00e4sst nach. \u201eUnd einige L\u00e4nder haben immer noch eine lange Liste und viele Hausaufgaben zu tun\u201c, so der Staatsanwalt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"16\">Immerhin ist vor allem in die Zusammenarbeit mit Frankreich Bewegung gekommen, das 1994 noch die V\u00f6lkermordregierung unterst\u00fctzt und seine Rolle lange geleugnet hatte. Im Februar war Frankreichs oberster Staatsanwalt in Ruanda und sagte Siboyintores Einheit eine engere Kooperation zu. 47 F\u00e4lle in Frankreich stehen auf Siboyintores Liste, erst 7 wurden verurteilt, aber nun will Frankreich die verbleibenden mutma\u00dflichen T\u00e4ter selbst anklagen.<\/p>\n<p>      Auch in Deutschland leben noch T\u00e4ter<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"18\">Die meisten Gesuchten verstecken sich nach wie vor in Ruandas Nachbarl\u00e4ndern, ist sich der Staatsanwalt sicher: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ruandische-Hutu-Miliz-in-der-DR-Kongo\/!5999184\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">In der Demokratischen Republik Kongo<\/a> vermutet er 408 mutma\u00dfliche V\u00f6lkermordt\u00e4ter, in Uganda 278, in Malawi 63, in Tansania 52, in Kenia 35. Dazu 40 in Belgien und 23 in den USA. Und 5 in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"19\">Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat ihre Hausaufgaben gemacht. Von den f\u00fcnf Personen auf Siboyintores Liste wurden zwei verhaftet. Der ehemalige ruandische B\u00fcrgermeister Onesphore Rwabukombe, der seine B\u00fcrger zur Teilnahme an einem Massaker an Hunderten in eine Kirche gefl\u00fcchteten Tutsi aufgefordert hatte, wurde 2015 vom Oberlandesgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt. Der ehemalige Hochschullehrer Jean Twagiramungu, der 1994 seine Studenten zum Eintritt in die Mordmilizen aufgefordert hatte, wurde im August 2017 aus Deutschland nach Ruanda ausgeliefert und im Februar 2023 zu 25 Jahren Haft verurteilt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"20\">\u201eDaf\u00fcr sind wir den Deutschen bis heute dankbar\u201c, sagt Siboyintore und zeigt auf seine Liste unter dem Schlagwort \u201eDeutschland\u201c. Dort stehen noch immer drei ruandische Namen. Einer ist durchgestrichen: Er soll verstorben sein, doch eine Sterbeurkunde haben Ruandas Staatsanw\u00e4lte nie gesehen. Bleiben noch zwei. Die deutschen Beh\u00f6rden versichern der taz: Ermittlungen laufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W enn Jean Bosco Siboyintore auf die lange Liste vor sich auf dem Schreibtisch guckt, legt sich seine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10101,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[403,404],"class_list":{"0":"post-10100","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ruanda","8":"tag-ruanda","9":"tag-rwanda"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116468055093019640","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10100","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10100"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10100\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}