{"id":10150,"date":"2026-04-26T02:39:07","date_gmt":"2026-04-26T02:39:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10150\/"},"modified":"2026-04-26T02:39:07","modified_gmt":"2026-04-26T02:39:07","slug":"rohstoffe-bauxit-abbau-in-guinea-belastet-menschen-und-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10150\/","title":{"rendered":"Rohstoffe: Bauxit-Abbau in Guinea belastet Menschen und Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Mindestens zw\u00f6lf weitere Gemeinden in Sangaredi beklagen Landraub und die Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen: Brunnen und Quellen sind versiegt oder durch Dreck und Sedimente unbrauchbar geworden. Frauen m\u00fcssen immer weitere Wege zur\u00fccklegen, um Wasser zu holen. Die Artenvielfalt schwindet und mit ihr Arzneipflanzen, seltene Tier- und Vogelarten. Nutztiere haben kaum \u00dcberlebenschancen.<\/p>\n<p>Roter Staub, der durch die Bergbauaktivit\u00e4ten entsteht, macht \u00c4cker und G\u00e4rten unbrauchbar, dringt in H\u00e4user und macht Menschen krank. Wenn tieferliegende Bauxit-Schichten mit Dynamit aufgesprengt werden, vertreiben L\u00e4rm und herumfliegende Steine Wildtiere und verletzen Menschen.<\/p>\n<p>Mine mit Nachhaltigkeitssiegel zertifiziert<\/p>\n<p>Seit langem fordern die landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Dorfgemeinschaften angemessene Entsch\u00e4digungen, Zugang zu sauberem Trinkwasser und ein Ende der gesundheitssch\u00e4dlichen Staubbelastung. 2019 reichten deshalb 13 D\u00f6rfer eine Beschwerde bei der Weltbank ein, die eine Erweiterung der CBG-Mine durch einen Kredit mitfinanziert hat. F\u00fcr die gleiche Minenerweiterung hat sich die Bundesregierung in Form einer ungebundenen Finanzkreditgarantie verb\u00fcrgt. Aus Sicht der Betroffenen hat sich nach vier Jahren Verhandlung nur wenig verbessert. Trotzdem wurde die Mine k\u00fcrzlich durch die Aluminium Stewardship Initiative, einem Branchensiegel f\u00fcr nachhaltige Beschaffung, zertifiziert.<\/p>\n<p>\u201eASI behauptet, verantwortungsvolle Beschaffung zu f\u00f6rdern, aber die Zertifizierung der CBG-Mine zum jetzigen Zeitpunkt bewirkt das Gegenteil \u2013 es ist Greenwashing. Sie sendet ein Signal an den Markt, einschlie\u00dflich der Autohersteller, dass CBG die jahrzehntelange Landnahme wiedergutgemacht hat. CBG hat zwar Schritte unternommen, um sich zu verbessern, und wir hoffen, dass sich diese Fortschritte fortsetzen, aber der Gro\u00dfteil des Schadens, den sie verursacht hat, ist noch nicht behoben&#8220;, sagte Mohamed Lamine Diaby, Direktor der guineischen NRO ADREMGUI.<\/p>\n<p>Deutschland tr\u00e4gt Verantwortung<\/p>\n<p>Die notwendigen Ma\u00dfnahmen sind seit langem klar, werden aber von den Bergbauunternehmen nur schleppend oder gar nicht umgesetzt. Die guineische Zivilgesellschaft und Bergbaubetroffene fordern vor allem Entsch\u00e4digungen f\u00fcr Landraub und Umweltzerst\u00f6rung sowie eine ma\u00dfgebliche Rolle bei der Planung von Abhilfe- und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen. Deutsche Unternehmen, die Bauxit aus Guinea beziehen, und die Bundesregierung m\u00fcssen endlich ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und sich f\u00fcr eine Verbesserung der Situation vor Ort einsetzen. Automobilhersteller wie Mercedes, BMW und Audi, aber auch Kreditgeber wie die ING DiBA tragen hier eine besondere Verantwortung.<\/p>\n<p>Sowohl Unternehmen als auch Bundesregierung wissen mittlerweile um die Menschenrechts- und Umweltsituation vor Ort. Jetzt geht es darum zu handeln. Deutsche Unternehmen sollten die Minenbetreiber auffordern, Abhilfe- und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Probleme endlich umzusetzen. Betroffenen Gemeinden sollte sowohl in der Ausgestaltung der Ma\u00dfnahmen als auch in der \u00dcberpr\u00fcfung der Umsetzung eine zentrale Rolle zukommen.<\/p>\n<p>Parallel dazu braucht es Ma\u00dfnahmen, um den deutschen bzw. europ\u00e4ischen Rohstoffverbrauch zu senken und dadurch die Gemeinden in Bergbauregionen zu entlasten. Weniger und kleinere Autos, ressourcensparendes Bauen und verst\u00e4rkte Kreislauff\u00fchrung k\u00f6nnen einen Beitrag dazu leisten.<\/p>\n<p>Zudem m\u00fcssen Kreditgeber wie die ING DiBa sowie die Bundesregierung, die sich f\u00fcr den Kredit verb\u00fcrgt hat, Vergabekriterien nachsch\u00e4rfen und deren Einhaltung \u00fcberpr\u00fcfen, um zu verhindern das mit dem Geld Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerst\u00f6rungen erm\u00f6glicht werden. Banken sollten au\u00dferdem f\u00fcr die durch ihre Kredite entstandenen Sch\u00e4den haftbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Zentral f\u00fcr alle diese Schritte ist, die Einbindung der betroffenen Gemeinden und ihrer Vertreter:innen. Denn ob und welche Ma\u00dfnahmen wirksam sind, kann niemand besser beurteilen als die Menschen vor Ort.<\/p>\n<p>Gastbeitrag von Hendrik Schnittker, Referent f\u00fcr Energie- und Rohstoffwende bei PowerShift e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mindestens zw\u00f6lf weitere Gemeinden in Sangaredi beklagen Landraub und die Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen: Brunnen und Quellen sind versiegt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10151,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[238],"tags":[29,158,328,546],"class_list":{"0":"post-10150","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-guinea","8":"tag-afrika","9":"tag-deutschland","10":"tag-guinea","11":"tag-rohstoffe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116468695808096387","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10150\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}