{"id":10183,"date":"2026-04-26T04:16:59","date_gmt":"2026-04-26T04:16:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10183\/"},"modified":"2026-04-26T04:16:59","modified_gmt":"2026-04-26T04:16:59","slug":"faq-interessen-und-konfliktparteien-in-libyen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10183\/","title":{"rendered":"FAQ: Interessen und Konfliktparteien in Libyen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/libyen-konflikt-107.jpg\" alt=\"Ein libyscher Junge schaut auf ein zerst\u00f6rtes Geb\u00e4ude nach einem Luftangriff im Osten der Hauptstadt. (Archivbild)\" title=\"Ein libyscher Junge schaut auf ein zerst\u00f6rtes Geb\u00e4ude nach einem Luftangriff im Osten der Hauptstadt. (Archivbild) | dpa\"\/><\/p>\n<p>                    FAQ<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.01.2020 \u2022 15:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Seit Jahren herrscht Chaos in Libyen &#8211; und je mehr L\u00e4nder sich einmischen, desto un\u00fcbersichtlicher wird die Lage. Worum geht es bei dem Konflikt \u00fcberhaupt? Was will General Haftar? Und wer unterst\u00fctzt wen? Ein \u00dcberblick.\n    <\/p>\n<p>    Worum geht es in dem Konflikt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land ein B\u00fcrgerkrieg. Die beiden wichtigsten Konfliktparteien sind die von Ministerpr\u00e4sident Fayez al-Sarraj gef\u00fchrte Einheitsregierung in Tripolis, die seit 2015 von den UN anerkannt wird, und General Chalifa Haftar. Er unterst\u00fctzt eine Gegenregierung im Osten des Landes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Haftars Truppen k\u00e4mpften zun\u00e4chst gegen islamistische Milizen in Ost-Libyen und eroberten 2014 die Gro\u00dfstadt Bengasi. Seither haben sie die wichtigsten St\u00e4dte und Milit\u00e4rbasen im Osten und S\u00fcden des Landes eingenommen.<\/p>\n<p>    Welches Ziel verfolgt Haftar mit seiner Offensive auf Tripolis?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Haftar kontrolliert zwar einen Gro\u00dfteil des libyschen Staatsgebiets einschlie\u00dflich der wichtigsten \u00d6lquellen. Von den \u00d6leinnahmen profitiert allerdings die f\u00fcr die Umverteilung zust\u00e4ndige Einheitsregierung in Tripolis.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im April 2019 beginnt Haftar eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis. Der Vorsto\u00df kam \u00fcberraschend, da sich Haftar und al-Sarraj zuvor nach jahrelangen Gespr\u00e4chen auf nationale Wahlen geeinigt hatten. Doch offensichtlich bef\u00fcrchtete der General, dass er dabei nicht gut abschneiden und an Einfluss verlieren k\u00f6nnte. Mitte April war au\u00dferdem eine innerlibysche Konferenz unter UN-Leitung geplant, bei der ein Fahrplan f\u00fcr eine politische L\u00f6sung erarbeitet werden sollte. Aus Sicht eines Diplomaten befand sich Haftar daher in Eile. Die Entscheidung f\u00fcr die Offensive habe er getroffen, um die &#8222;Welt vor vollendete Tatsachen&#8220; zu stellen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seine Hoffnung auf einen schnellen Sieg gegen die Regierungstruppen erf\u00fcllte sich jedoch nicht. \u00dcberrascht wurde Haftar von der Mobilisierung bewaffneter Milizen aus Tripolis, die sich vor einer neuen Milit\u00e4rdiktatur f\u00fcrchten und ihre Interessen bedroht sehen. Sie dr\u00e4ngten Haftars Truppen im S\u00fcden von Tripolis zur\u00fcck. Dort konzentrierten sich seither die Kampfhandlungen. Seit 12. Januar herrscht eine fragile, von Russland und der T\u00fcrkei vermittelte Waffenruhe zwischen den beiden Konfliktparteien.<\/p>\n<p>    Welche internationalen Akteure sind beteiligt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Haftar wird von mehreren Staaten unterst\u00fctzt &#8211; teils offen, teils verdeckt. Die wichtigsten milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzer des Generals sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und \u00c4gypten, die im Kampf gegen Islamisten &#8211; vor allem der Muslimbr\u00fcder &#8211; mit Haftar verb\u00fcndet sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Moskau unterst\u00fctzt den General politisch. Experten zufolge k\u00e4mpfen zudem etwa 1400 russische S\u00f6ldner in Libyen. Dies bestreitet Russland zwar &#8211; doch selbst f\u00fcr die UN ist es einem Bericht vom Dezember zufolge ein offenes Geheimnis, dass die sogenannte Gruppe Wagner wie schon in Syrien seit einiger Zeit auch in Libyen aktiv ist. Auch Frankreich wird immer wieder vorgeworfen, Haftar zu unterst\u00fctzen, offiziell weist die Regierung in Paris dies aber zur\u00fcck.<\/p>\n<p>    Welche Interessen verfolgt die T\u00fcrkei in Libyen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die T\u00fcrkei unterst\u00fctzt im Libyen-Konflikt die Einheitsregierung in Tripolis. Beobachter halten dies f\u00fcr geopolitisch und ideologisch motiviert. So wolle die T\u00fcrkei vor allem gegen\u00fcber den Regionalm\u00e4chten \u00c4gypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Gegengewicht bilden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinzu kommen mit Blick auf die \u00d6lvorkommen im \u00f6stlichen Mittelmeer strategische und wirtschaftliche Interessen Ankaras. Im\u00a0Herbst hat die T\u00fcrkei mit der Regierung in Tripolis ein Abkommen \u00fcber Seegrenzen geschlossen. Dadurch will sich das Land unter anderem Bodensch\u00e4tze sichern.<\/p>\n<p>    Welche Interessen verfolgt Russland?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Moskau sieht in Libyen ein machtpolitisches Vakuum. F\u00fcr Russland sei eine Pr\u00e4senz in Libyen eine kosteng\u00fcnstige und sogar lukrative M\u00f6glichkeit, die NATO und die EU zu schw\u00e4chen, sagte der Experte Jalel Harchaoui der Nachrichtenagentur AFP. Aus Moskauer Sicht verk\u00f6rpere Libyen das &#8222;Scheitern des Westens&#8220;. Mit seinem Engagement in Libyen wolle Russland dem Westen zeigen, dass es dort erfolgreich sei, wo Europa gescheitert sei, so Harchaoui.<\/p>\n<p>    Warum setzt sich Deutschland so stark f\u00fcr einen Vers\u00f6hnungsprozess ein?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deutschland und die EU wollen die Zahl der Bootsfl\u00fcchtlinge im Mittelmeer deutlich reduzieren. Bei diesen Bem\u00fchungen spielt Libyen eine Schl\u00fcsselrolle: Hunderttausende, die von Afrika nach Europa wollen, ziehen durch das Land. Allerdings gibt es in Libyen keine verl\u00e4sslichen Partner f\u00fcr Berlin und Br\u00fcssel. Die international anerkannte Regierung hat nur wenig Macht und ben\u00f6tigt Hilfe von Milizen, w\u00e4hrend Haftar immer wieder neue milit\u00e4rische Offensiven startete. Terrorgruppen nutzen die Situation und stellen auch f\u00fcr Europa eine Bedrohung dar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der B\u00fcrgerkrieg und der damit verbundene Waffenschmuggel sorgen auch f\u00fcr eine Destabilisierung der angrenzenden Sahel-Zone. Libyen verf\u00fcgt zudem \u00fcber die gr\u00f6\u00dften Erd\u00f6lreserven des Kontinents.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"FAQ Stand: 18.01.2020 \u2022 15:07 Uhr Seit Jahren herrscht Chaos in Libyen &#8211; und je mehr L\u00e4nder sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10184,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[286,285],"class_list":{"0":"post-10183","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-libya","9":"tag-libyen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116469081150613523","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10183"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10183\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}