{"id":10460,"date":"2026-04-26T18:07:57","date_gmt":"2026-04-26T18:07:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10460\/"},"modified":"2026-04-26T18:07:57","modified_gmt":"2026-04-26T18:07:57","slug":"libyen-ein-konflikt-mit-immer-mehr-akteuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10460\/","title":{"rendered":"Libyen &#8211; Ein Konflikt mit immer mehr Akteuren"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/libyen-403.jpg\" alt=\"Truppen von General Chalifa Haftar\" title=\"Truppen von General Chalifa Haftar | REUTERS\"\/><\/p>\n<p>                    Analyse<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 23.12.2019 \u2022 12:47 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Im Kampf um die Macht in Libyen engagiert sich die T\u00fcrkei immer st\u00e4rker. Die Zahl der Akteure im Konflikt in dem Land steigt, die Lage ist un\u00fcbersichtlich.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-339.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Alexander Stenzel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stenzel-103.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit gut eineinhalb Jahren tobt in Libyen ein erbitterter Machtkampf. Auf der einen Seite steht Fayiz al-Sarradsch. Er ist das von der UN anerkannte Staatsoberhaupt des Landes. Auf der anderen Seite ist General Khalifa Haftar. Im April dieses Jahres setzte der 76-J\u00e4hrige zum Sturm auf Tripolis an. Seine Truppen haben gro\u00dfe Teile Libyens unter ihrer Kontrolle, aber die Hauptstadt konnten sie nicht einnehmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Haftar beendete damit den politischen Dialog der konkurrierenden Lager. Der Vorsto\u00df kam \u00fcberraschend da sich Haftar und Sarradsch zuvor nach jahrelangen Gespr\u00e4chen auf nationale Wahlen geeinigt hatten, damit das Land mit einem neuen Parlament und einer neuen Regierung wieder vereint wird.\u00a0Doch offensichtlich bef\u00fcrchtete Haftar, dass er bei dem geplanten Urnengang nicht gut abschneiden und an Einfluss verlieren k\u00f6nnte. Mit dem Krieg erteilte er Demokratie und Diplomatie eine klare Absage.<\/p>\n<p>    Die Folgen der Einmischung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Spaltung des Landes in zwei Lager wird durch internationale Akteure vertieft, die unterschiedliche Interessen in Libyen verfolgen. Haftar wird unterst\u00fctzt von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland. Sarradschs Alliierte sind Katar und die T\u00fcrkei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unterschiedliche Strategien von EU-Staaten haben ebenfalls die Gr\u00e4ben zwischen den beiden Lagern in Libyen vertieft. Italien unterst\u00fctzt Milizen, die der Tripolis-Regierung nahestehen, um die Migration von Menschen von Libyen nach Italien zu stoppen. Frankreich ist dagegen auf die Bek\u00e4mpfung islamistischen Terrors fokussiert und hat sich auf die Seite Haftars geschlagen.<\/p>\n<p>    Seeabkommen und die Folgen f\u00fcrs Erdgas<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun hat der Konflikt eine neue Dynamik bekommen, weil sich die t\u00fcrkische Regierung noch st\u00e4rker in Libyen engagieren will &#8211; sowohl \u00f6konomisch als auch milit\u00e4risch. Ende November wurde zwischen der t\u00fcrkischen und der Regierung Sarradsch ein Seeabkommen vereinbart.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dadurch erheben die T\u00fcrken nun Anspruch auf das \u00f6stliche Mittelmeer. Dort werden Erdgasvorkommen vermutet. Im Gegenzug will die t\u00fcrkische Regierung die milit\u00e4rische Kooperation mit der Regierung Sarradsch vertiefen und erw\u00e4gt sogar, Bodentruppen nach Libyen zu entsenden.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Unterst\u00fctzen russische S\u00f6ldner General Haftar? Moskau dementiert.\n                    <\/p>\n<p>    USA schlagen wegen Wagner-Gruppe Alarm<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der innerlibysche Konflikt droht dadurch noch weiter zu eskalieren. Denn neben massiven Waffenlieferungen auf beiden Seiten sind auch ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer im Einsatz. Seit September unterst\u00fctzen mehrere Hundert russische S\u00f6ldner der so genannten &#8222;Gruppe Wagner&#8220; General Haftar &#8211; so der Vorwurf der USA. Die russische Regierung dementiert, dass die Wagner-Gruppe in ihrem Auftrag auf der Seite Haftars k\u00e4mpft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber Monate lieferten sich beide Seiten einen zerm\u00fcrbenden Stellungskrieg, ohne dass sich die Fronten zugunsten Haftars nennenswert verschoben haben. Die K\u00e4mpfer der Sarradsch-Regierung konnten im Juni sogar Haftars Truppen stellenweise zur\u00fcckschlagen und die strategisch wichtige Stadt Gharian s\u00fcdlich von Tripolis zur\u00fcckerobern.<\/p>\n<p>    Erfolg f\u00fcr die T\u00fcrkei, Niederlage f\u00fcr die EU?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch das Blatt k\u00f6nnte sich durch den Einsatz der Wagner-Gruppe entscheidend wenden. Die milit\u00e4rische und personelle Aufr\u00fcstung auf Haftars Seite ist ein entscheidender Grund, warum die t\u00fcrkische Regierung erw\u00e4gt, Bodentruppen nach Tripolis zu entsenden. Durch diesen Schachzug erweitert Pr\u00e4sident Erdogan seinen Einfluss in Tripolis betr\u00e4chtlich und ist dabei, die EU in Libyen auszubooten. Der EU droht somit eine politische Niederlage, die schon bald wirtschaftliche Folgen haben k\u00f6nnte. Denn das \u00f6lreiche Libyen ist ein wichtiger Energielieferant f\u00fcr die EU, besonders f\u00fcr Italien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU h\u00e4lt an dem international vereinbarten Waffenembargo gegen Libyen fest und schw\u00e4cht damit ausgerechnet die Position der Regierung Sarradsch, die von der EU unterst\u00fctzt wird. Ankara hingegen ignoriert das Embargo und liefert schon seit Monaten Waffen an die Regierung der Nationalen Einheit unter Sarradsch.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Mit dem Sturm auf Tripolis haben Haftar und seine Armee den politischen Dialog beendet.\n                    <\/p>\n<p>    T\u00fcrkei zum \u00c4u\u00dfersten bereit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das st\u00e4rkere milit\u00e4rische Engagement der T\u00fcrkei kann als eine weitere Stufe der Eskalation gesehen werden oder ein als Versuch, das potenzielle milit\u00e4rische \u00dcbergewicht durch die russischen S\u00f6ldner der Wagner-Gruppe zu neutralisieren. Denn mit dem Angebot, Bodentruppen nach Libyen zu entsenden, hat die t\u00fcrkische Regierung klargemacht, dass sie bereit ist, zum \u00c4u\u00dferten zu gehen, um die Regierung in Tripolis an der Macht zu halten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es w\u00e4re sicher der geeignete Moment, jetzt wieder die Diplomatie ins Feld zu f\u00fchren, um beiden Seiten die enormen Risiken klarzumachen. Wenn nicht Einhalt geboten wird, wird der Konflikt noch schwerer zu entwirren sein. Je mehr Akteure auf dem Schlachtfeld, je internationaler der Konflikt, desto komplizierter werden eine diplomatische und politische L\u00f6sung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Analyse Stand: 23.12.2019 \u2022 12:47 Uhr Im Kampf um die Macht in Libyen engagiert sich die T\u00fcrkei immer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10461,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[286,285,5165],"class_list":{"0":"post-10460","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-libya","9":"tag-libyen","10":"tag-machtkampf"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116472348819218935","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10460","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10460"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10460\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10460"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10460"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10460"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}