{"id":10572,"date":"2026-04-26T22:53:45","date_gmt":"2026-04-26T22:53:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10572\/"},"modified":"2026-04-26T22:53:45","modified_gmt":"2026-04-26T22:53:45","slug":"libyen-es-ist-wichtig-positiv-zu-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10572\/","title":{"rendered":"Libyen: &#8222;Es ist wichtig, positiv zu bleiben&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auto-wrack-tripolis-103.jpg\" alt=\"Die \u00dcberreste eines bei Zusammenst\u00f6\u00dfen verbrannten Autos stehen auf einer Stra\u00dfe in Tripolis.\" title=\"Die \u00dcberreste eines bei Zusammenst\u00f6\u00dfen verbrannten Autos stehen auf einer Stra\u00dfe in Tripolis. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.02.2023 \u2022 07:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Libyen ist zerrissen in zwei Teile, Milizen k\u00e4mpfen um die Macht, ohne diesen Kampf f\u00fcr sich entscheiden zu k\u00f6nnen. Umso mehr sehnen sich die Menschen im Land nach Frieden und versuchen, einen Rest von Normalit\u00e4t zu bewahren.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/ramin-sina-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ramin Sina\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ramin-sina-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Amal Delawi wirbelt durch ihre K\u00fcche. Nach und nach f\u00fcllt sie Datteln mit Nutella, tunkt diese in einen Topf voll fl\u00fcssiger Schokolade und verziert sie dann mit Sahne und Streuseln: Fertig ist die Spezialit\u00e4t der selbstst\u00e4ndigen Unternehmerin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit dem Verkauf dieser Schokodatteln hat sich die 49-J\u00e4hrige in ihrer libyschen Heimatstadt Tripolis einen Namen gemacht, sich erfolgreich etabliert in einer Gesch\u00e4ftswelt, die noch immer von M\u00e4nnern dominiert wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Viele M\u00e4nner tun sich schwer, mit einer Frau Gesch\u00e4fte zu machen. Sobald ich als starke Pers\u00f6nlichkeit auftrete und versuche, den besten Preis und die beste Qualit\u00e4t zu bekommen, ist das f\u00fcr die M\u00e4nner ein Schock.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Amal Delawi vermarktet ihre Schokodatteln von zuhause aus per Social Media. Ihre Tochter hilft ihr dabei.\n                    <\/p>\n<p>    Pl\u00f6tzlich k\u00f6nnen Sch\u00fcsse fallen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihre Datteln vermarktet sie von zuhause aus per Social Media. Vor ein paar Jahren hatte sie noch einen eigenen kleinen S\u00fc\u00dfigkeitenladen in der Altstadt, musste diesen jedoch schlie\u00dfen wegen des Krieges.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An einem Tag sei es in der libyschen Hauptstadt ruhig, sonnig, wunderbar zum Spazierengehen, &#8222;am n\u00e4chsten Tag fallen Sch\u00fcsse, Milizen bek\u00e4mpfen sich wegen etwas Dummen, mit dem wir nichts zu tun haben&#8220;, erz\u00e4hlt Delawi.<\/p>\n<p>    Auf Gaddafi folgten kriegerische Auseinandersetzungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mitte Januar stand sie mitten in der Nacht kerzengerade im Bett. Von ihrem Schlafzimmer aus waren Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren, verfeindete Milizen k\u00e4mpften am Flughafen von Tripolis. Die Unsicherheit ist l\u00e4ngst Alltag geworden f\u00fcr die Menschen in Libyen. Seit 2011 ist das Land politisch instabil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Gaddafi hoffte Delawi wie so viele der knapp sieben Millionen Libyerinnen und Libyer auf mehr Freiheit und mehr Sicherheit. Doch es folgte ein Jahrzehnt voller kriegerischer Auseinandersetzungen innerhalb des Landes.<\/p>\n<p>    Das Land ist in Ost und West gespalten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Libyen ist gespalten in West und Ost. Im Westen, rund um Tripolis, regiert Premierminister Hamid Dbaibah. Auch der Osten hat einen Premierminister: Fathi Baschagha, hinter dem wiederum der m\u00e4chtige General Chalifa Haftar steht. Beide, Dbaibah und Baschagha, erkennen den jeweils anderen nicht an, beide haben einflussreiche Verb\u00fcndete im Ausland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dbaibah gilt als Ansprechpartner der meisten L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union, auch in Fragen der Migrations- und Energiepolitik. Ende Januar reiste die ultrarechte italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni nach Tripolis, unterzeichnete Abkommen \u00fcber die Erschlie\u00dfung zweier Gasfelder und versprach f\u00fcnf neue Schnellboote f\u00fcr die libysche K\u00fcstenwache, um Migranten bei der \u00dcberfahrt nach Europa abzufangen. Auch die T\u00fcrkei und Katar gelten als enge Verb\u00fcndete Dbaibahs.<\/p>\n<p>    Arabische L\u00e4nder unterst\u00fctzen Regierung im Osten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die meisten L\u00e4nder im arabischen Raum verweigern ihm jedoch die Unterst\u00fctzung, weil er sich unter anderem nicht eindeutig von der Muslimbruderschaft distanziert. Als die Arabische Liga Ende Januar zu einem Treffen der Au\u00dfenminister nach Tripolis einlud, erschienen nur f\u00fcnf von 22.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unter den Boykotteuren: die Regionalm\u00e4chte \u00c4gypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, alle Gegenspieler der Muslimbr\u00fcder. Ihre Botschaft: Nach Tripolis fliegen wir nicht, unsere Unterst\u00fctzung gilt der Regierung im Osten Libyens.<\/p>\n<p>    Milizen sichern die Machtverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Machtverh\u00e4ltnisse in Ost und West sichern Milizen und ausl\u00e4ndische S\u00f6ldner. Laut Vereinten Nationen sind insgesamt rund 25.000 ausl\u00e4ndische S\u00f6ldner auf libyschem Boden im Einsatz. Die einen k\u00e4mpfen f\u00fcr den Westen, meist finanziert von der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die anderen k\u00e4mpfen f\u00fcr den Osten, viele beziehen ihr Geld aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland. Da der libysche Staat jungen Libyern kaum Perspektiven bietet, schlie\u00dfen sich viele junge Leute den Milizen an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir in meiner Generation wagen es kaum noch, gro\u00dfe Tr\u00e4ume zu haben, eine Firma zu gr\u00fcnden oder \u00e4hnliches&#8220;, sagt beispielsweise Ali Obeid, 24 Jahre alt. &#8222;Es ist schwierig, jahrelang zu studieren, und danach endest du doch ohne Arbeit. So kann man keine Zukunft planen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die Tochter von Amal Delawi hat trotz eines erfolgreichen Studienabschlusses keinen Job gefunden. Nun hilft sie ihrer Mutter gelegentlich bei Aufnahmen f\u00fcr Social Media, h\u00e4lt die Kamera und postet die Schokodatteln auf TikTok. Mutter und Tochter haben einen Wunsch: Sie wollen w\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Amal Delawi will f\u00fcr ihre Tochter Vorbild sein und zeigen, dass Erfolg auch in Krisenzeiten m\u00f6glich ist.\n                    <\/p>\n<p>    Hoffnung auf Wahlen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr 2021 waren nationale Pr\u00e4sidentschaftswahlen angek\u00fcndigt, knapp drei Millionen Libyer hatten sich f\u00fcr die Wahl registriert. Doch Premierminister Dbaibah verschob die Wahl auf unbestimmte Zeit, auch weil sich die rivalisierenden politischen Lager nie einigen konnten, welche Kandidaten antreten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Amal Delawi hofft, dass die Wahl in diesem Jahr nachgeholt werden kann: &#8222;Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein geeintes Libyen. Und die Menschen m\u00fcssen w\u00e4hlen. Es geht um unsere Rechte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Schokodatteln als Business-Idee.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es klingelt an ihrer Haust\u00fcr. Ein Motorradkurier steht vor dem Haus, Delawi dr\u00fcckt ihm zehn Packungen voller Schokodatteln in die Hand. Er d\u00fcst ab zum Kunden, sie l\u00e4chelt. Es sei wichtig, positiv zu bleiben, meint sie. Ihrer Tochter will sie Vorbild sein und zeigen, dass Erfolg auch in Krisenzeiten m\u00f6glich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.02.2023 \u2022 07:05 Uhr Libyen ist zerrissen in zwei Teile, Milizen k\u00e4mpfen um die Macht, ohne diesen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10573,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[1349,286,285,1096],"class_list":{"0":"post-10572","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-gaddafi","9":"tag-libya","10":"tag-libyen","11":"tag-sicherheit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116473469499642028","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10572\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}