{"id":10608,"date":"2026-04-27T00:10:57","date_gmt":"2026-04-27T00:10:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10608\/"},"modified":"2026-04-27T00:10:57","modified_gmt":"2026-04-27T00:10:57","slug":"un-zahl-der-migranten-in-west-und-zentralafrika-nimmt-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10608\/","title":{"rendered":"UN: Zahl der Migranten in West- und Zentralafrika nimmt zu"},"content":{"rendered":"<p>In West- und Zentralafrika leben rund 12,7 Millionen Staatenlose &#8211; das geht aus einem aktuellen Bericht des Hochkommissariats der Vereinten Nationen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (UNHCR) hervor.<\/p>\n<p>&#8222;Von Konflikten bis hin zu Klimaschocks steigen die Schutzrisiken &#8211; vor allem f\u00fcr Frauen und Kinder, die 80 Prozent der Vertriebenen ausmachen&#8220;, sagte Abdouraouf Gnon-Konde, Direktor des UNHCR-Regionalb\u00fcros f\u00fcr West- und Zentralafrika. Er f\u00fcgte hinzu, die Daten der Vereinten Nationen zeigten, dass Vertriebene &#8222;in zunehmender Zahl in ihre Heimat zur\u00fcckkehren, wo die Bedingungen dies zulassen.&#8220;<\/p>\n<p>Allein <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nigeria\/t-17532914\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nigeria<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/burkina-faso\/t-18030005\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Burkina Faso<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kamerun\/t-18204424\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kamerun<\/a> beherbergen rund 80 Prozent der Binnenfl\u00fcchtlinge in der Region. D\u00fcrre, \u00dcberschwemmungen und eine chronische Unsicherheit aufgrund von\u00a0Gewalt in einzelnen Landesteilen\u00a0haben die B\u00fcrger gezwungen, in anderen Teilen ihrer L\u00e4nder Schutz zu suchen.<\/p>\n<p>Der Tschad, der sich in Nord-S\u00fcd-Richtung erstreckt, hat einen\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vom-sudan-in-den-tschad-\u00fcberleben-in-der-not\/a-70844045\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zustrom von Fl\u00fcchtlingen aus dem Osten<\/a>\u00a0erlebt. Die Menschen sind auf der Flucht vor dem sudanesischen B\u00fcrgerkrieg. Gleichzeitig nimmt das Land auch\u00a0Fl\u00fcchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik und Niger auf.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72957071\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72957071_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Republik Kongo | Zentralafrikanische Fl\u00fcchtlinge vor R\u00fcckkehrflug nach Bangui\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Repatriierung bedeutet oft, dass in den Heimatl\u00e4ndern der Fl\u00fcchtlinge relative Sicherheit erreicht wurdeBild: Elena Lauriola\/UNHCR<\/p>\n<p>Jede Gruppe ist mit besonderen Gefahren konfrontiert. Der\u00a0Tschad ist in Not, alle aufzunehmen. Darunter sind\u00a0fast 780.000 Menschen, die vor den\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sudan-zwei-jahre-krieg-und-kein-ende-in-sicht\/a-72232921\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00e4mpfen im Sudan<\/a> geflohen sind, und weitere 250.000 Sudanesen, die bis Ende 2025 erwartet werden.<\/p>\n<p>Freiwillige R\u00fcckkehr unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen haben die freiwillige R\u00fcckkehr in die Herkunftsl\u00e4nder in Westafrika gef\u00f6rdert.\u00a0Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 194.200 Binnenvertriebene nach Mali und 64.700 in die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/zentralafrikanische-republik\/t-17532999\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zentralafrikanische Republik<\/a> zur\u00fcckgekehrt. Im gleichen Zeitraum kehrten 11.000 Fl\u00fcchtlinge in L\u00e4nder wie Nigeria, die Zentralafrikanische Republik und Mali zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8222;Humanit\u00e4re Krisen sind in erster Linie politische Krisen. Solange wir nicht in der Lage sind, Frieden zu schaffen, wird es keine Situation geben, in der eine R\u00fcckkehr m\u00f6glich ist&#8220;, sagt\u00a0Alpha Seydi Ba, ein Sprecher des UNHCR-West- und Zentralafrika-B\u00fcros mit Sitz in Dakar, Senegal, gegen\u00fcber der DW.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72736129\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72736129_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Sudan Khartum 2025 | Zerst\u00f6rte Panzer vor Zentralbank nach Armeeoffensive gegen RSF\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der Krieg im Sudan hat viele Zivilisten zur Flucht gezwungen, insbesondere in Richtung Tschad und \u00c4gyptenBild: El Tayeb Siddig\/REUTERS<\/p>\n<p>Ba betonte, dass die R\u00fcckf\u00fchrungsbem\u00fchungen ausschlie\u00dflich auf freiwilliger Basis erfolgten, aber durchgef\u00fchrt w\u00fcrden, wo immer dies m\u00f6glich sei. Laut UNHCR stieg die Zahl der Abschiebungen im Jahr 2024 um 34 Prozent (4000 Personen).<\/p>\n<p>&#8222;Ich denke, es ist immer eine gute Nachricht, wenn Menschen in ihre Heimat zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Exil, das ist keine Wahl. Ein Fl\u00fcchtling zu sein\u00a0ist keine Wahl, wenn jemand seine Heimat und alles zur\u00fcckl\u00e4sst&#8220;, sagte Ba.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir sehen, dass diese Menschen zur\u00fcckkehren und ihr Leben wieder aufbauen, ist das meiner Meinung nach eines der besten Dinge, die passieren k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Finanzierungsk\u00fcrzungen schr\u00e4nken Kapazit\u00e4ten\u00a0ein<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Bem\u00fchungen, Menschen in ihre Heimat zur\u00fcckzuf\u00fchren,\u00a0einige positive Ergebnisse gebracht haben, wurde die regionale Umsiedlungsquote der UNO f\u00fcr 2025 um 64 Prozent gek\u00fcrzt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Regionalbudget des UNHCR zwischen 2024 und 2025 insgesamt um 50 Prozent gek\u00fcrzt wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Das bedeutet weniger Nahrung, weniger Unterk\u00fcnfte, weniger Gesundheitsversorgung, weniger sauberes Wasser, weniger\u00a0geschlechtsspezifischen Schutz. Und das macht\u00a0die Schutzsysteme f\u00fcr Vertriebene insgesamt anf\u00e4lliger. Deshalb befindet sich das UNHCR in der Region an einem Wendepunkt&#8220;.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72957093\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72957093_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Tschad | Sudanesische Fl\u00fcchtlinge bei Lebensmittelverteilung in Adr\u00e9\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Die dramatischen K\u00fcrzungen bedeuten, dass weniger Fl\u00fcchtlinge vom UNHCR versorgt werden k\u00f6nnenBild: Nicolo Filippo Rosso\/UNHCR<\/p>\n<p>&#8222;Die Zahl der Migranten, seien es Binnenvertriebene oder Migranten, nimmt zu. Wir stellen fest, dass insgesamt immer mehr Menschen unterwegs sind&#8220;, sagt\u00a0Luisa de Freitas, die das regionale Datenzentrum der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) in Dakar leitet, zur\u00a0DW.<\/p>\n<p>Viele Menschen ziehen aufgrund von\u00a0Klimakatastrophen, bewaffneten Konflikten oder instabilen Verh\u00e4ltnissen ins Ausland. Die IOM betont, dass auch die Suche nach einem Arbeitsplatz eine wichtige Triebfeder f\u00fcr die Migration ist.<\/p>\n<p>&#8222;\u00dcber 70\u00a0bis 72 Prozent\u00a0der Personen, die wir 2024 an unseren \u00dcberwachungspunkten der Migrationsstr\u00f6me befragt haben, waren aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gr\u00fcnden dort&#8220;, sagt\u00a0de Freitas.<\/p>\n<p>Sie f\u00fcgt\u00a0hinzu, dass die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/neue-route-f\u00fcr-migranten-nach-europa-\u00fcber-mauretanien\/a-69323132\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Migrationsrouten immer gef\u00e4hrlicher<\/a>\u00a0geworden seien, da die europ\u00e4ischen L\u00e4nder und ihre afrikanischen Partner versuchen w\u00fcrden, den Migrationsstrom nach Europa einzud\u00e4mmen und ihre Grenzen zu versch\u00e4rfen. Dies hat die Migranten jedoch nicht davon abgehalten, den Weg nach Europa zu versuchen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Menschen ziehen weiter, wenn sie das Gef\u00fchl haben, dass sie keine andere M\u00f6glichkeit haben. Sie werden Routen nehmen, die immer weniger befahren werden. Das f\u00fchrt dazu, dass viele dieser Migranten stranden.<\/p>\n<p>Neue Strategien erforderlich<\/p>\n<p>Einfach nur Barrieren zu errichten oder in die Zwangsabschiebung von Migranten zu investieren, sei keine L\u00f6sung. Stattdessen r\u00e4t de Freitas den europ\u00e4ischen Staaten, einen Ansatz zu verfolgen,\u00a0der die regul\u00e4re Migration f\u00f6rdert und Anreize schafft, von denen sowohl die Herkunfts- als auch die Ziell\u00e4nder profitieren.<\/p>\n<p>&#8222;Spanien hat gerade zwei Initiativen gestartet: eine zur Legalisierung von Migranten pro Jahr und ein System, bei dem Senegalesen befristete Reisevisa beantragen k\u00f6nnen, um in Spanien zu arbeiten&#8220;, sagt\u00a0sie gegen\u00fcber DW. Europa brauche dringend Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr seine Wirtschaftszweige, zum Beispiel in der\u00a0Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Ein\u00a0als &#8222;zirkul\u00e4re Migration&#8220; bezeichneter Ansatz erm\u00f6glicht eine zeitlich begrenzte Migration zwischen Ziel- und Herkunftsl\u00e4ndern, um den Arbeitskr\u00e4ftemangel in den Ziell\u00e4ndern zu beheben und gleichzeitig den Migranten Zugang zu Besch\u00e4ftigung und Bildung zu verschaffen.<\/p>\n<p>&#8222;Im Grunde versuchen wir, die Migration zu einer Win-Win-Situation f\u00fcr beide Seiten zu machen&#8220;, sagt\u00a0de Freitas.<\/p>\n<p>Adaption aus dem Englischen: Martina Schwikowski<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In West- und Zentralafrika leben rund 12,7 Millionen Staatenlose &#8211; das geht aus einem aktuellen Bericht des Hochkommissariats&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10609,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-10608","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116473776208887851","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10608\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}