{"id":10748,"date":"2026-04-27T06:23:07","date_gmt":"2026-04-27T06:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10748\/"},"modified":"2026-04-27T06:23:07","modified_gmt":"2026-04-27T06:23:07","slug":"metal-battle-2026-band-aus-kenia-will-nach-wacken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10748\/","title":{"rendered":"Metal Battle 2026: Band aus Kenia will nach Wacken"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist ein sommerlicher Samstag in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/nairobi\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nairobi<\/a>. Das Restaurant \u201eCarnivore\u201d ist beliebt bei Touristen und ber\u00fchmt f\u00fcr den Grill mit Krokodil-, Strau\u00dfen- und Kamel-Fleisch. Heute steht hier Musik auf dem Plan, die man in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kenia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kenia<\/a> vielleicht nicht erwartet: ein Metal-Konzert. Schon der Soundcheck mit Gitarre, Drums und Gesang ist ein absoluter Clash der Kulturen. Die Mitglieder der Black-Metal-Band \u201cChovu&#8220; headbangen mit ihren langen Dreadlocks, alle tragen dunkle Klamotten. Neugierige Kinder sehen zu, machen die Bewegungen des S\u00e4ngers Preston Samanda nach.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch bin mit einem Interesse an Mystik und den dunklen K\u00fcnsten als Ausdrucksform aufgewachsen\u201c, sagt Samanda. Als er zum ersten Mal Metal geh\u00f6rt habe, habe er gedacht: \u201eDas ist es endlich!\u201c Samanda: \u201eIch konnte kaum glauben, dass es erlaubt war, so etwas aufzunehmen.\u201c Mittlerweile hat er mit seiner Band mehrere Alben aufgenommen. Der Name Chovu bedeutet in Kisuaheli \u201eetwas Schlechtes\u201c: \u201eUnser Name soll symbolisieren, wie viel tiefe Kultur durch das Schlecht-Machen unserer Traditionen seit der Kolonialzeit verloren gegangen ist\u201c, erkl\u00e4rt Samanda.<\/p>\n<p>Metal-Bands aus 54 L\u00e4ndern bewerben sich f\u00fcr Wacken      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er und seine Band haben sich f\u00fcr dieses Jahr ein Ziel gesetzt: Sie m\u00f6chten zwischen dem 29.7. und 1.8. beim \u201eWacken Open Air\u201c auftreten. Seit 2004 gibt es einen weltweiten Wettbewerb, in dem sich Bands f\u00fcr einen Slot auf dem Kult-Metal-Festival auf dem schleswig-holsteinischen Land bewerben k\u00f6nnen. Bands aus 54 L\u00e4ndern k\u00f6nnen 2026 am sogenannten Metal Battle teilnehmen. Der Kenianer Samanda sch\u00e4tzt an Wacken, wie viel Aufwand die Organisatoren in die Pr\u00e4sentation der besten Metal-Band stecken, wenn diese dort auf der B\u00fchne steht. Mit dem Wettbewerb \u00f6ffne das Wacken-Festival auch f\u00fcr afrikanische Bands wie Chovu neue R\u00e4ume, sagt der 29-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Wenig Unterst\u00fctzung f\u00fcr Metal-Bands in Kenia      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weil sich in Kenia nur eine Band beworben hat, ist Chovu direkt qualifiziert f\u00fcr das Afrika-Finale in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/suedafrika\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a> im Juni. Amos Kiptoon von der Rock Society of Kenya organisiert seit 2023 den Wacken-Auswahl-Wettbewerb in Kenia. \u201eDiese Art von Wettbewerb aus Deutschland bietet diesen Bands wirklich gute M\u00f6glichkeiten, ihren Bekanntheitsgrad \u00fcber die Region hinaus zu steigern\u201c, sagt er. Und das sei wichtig, denn Metal-Musiker bek\u00e4men nicht viel Unterst\u00fctzung von der lokalen Unterhaltungsindustrie. \u201eDie sieht diese Musik leider eher negativ. Sie meidet sie. Veranstaltungsorte sind nicht wirklich aufgeschlossen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Reisekosten zum Afrika-Finale in S\u00fcdafrika und &#8211; falls sie dort gewinnen &#8211; zum gro\u00dfen Finale in Deutschland m\u00fcssen die Bands selbst tragen. Wenn sie Gl\u00fcck haben, gibt es Unterst\u00fctzung von der Wacken Stiftung. Wer das Finale in Deutschland gewinnt, bekommt einen Slot beim Wacken Open Air, Equipment und ein Preisgeld von 5.000 Euro. Vor zehn Jahren gelang das der s\u00fcdafrikanischen Band \u201eThe Zombies ate my girlfriend\u201c. Nicht in Wacken, aber in S\u00fcddeutschland und der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/schweiz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a> sollte Chovu vergangenes Jahr schon spielen, aber die Visaantr\u00e4ge f\u00fcr Deutschland wurden abgelehnt.<\/p>\n<p>Neuer Blick auf kenianische Mythen und Geschichte der Sklaverei      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Abend im \u201eCarnivore\u201c in Nairobi ist fortgeschritten. Vor Chovu spielen die beiden Metal-Bands, die in den vergangenen Jahren f\u00fcr Kenia zum Finale nach S\u00fcdafrika gereist sind. Das Publikum findet sich langsam ein, am Ende sind es vielleicht 40 Leute, viele kennen sich. Als Chovu um halb zw\u00f6lf anf\u00e4ngt zu spielen, regnet es drau\u00dfen, als w\u00fcrde die Welt untergehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die f\u00fcnf jungen M\u00e4nner und zwei jungen Frauen mit wei\u00df geschminkten Gesichtern ziehen das Publikum in ihren Bann. Beamer-Projektionen zeigen die Jahreszahl 1653 &#8211; das Jahr, in dem die Sklavenhandelsfestung im ghanaischen Cape Coast gebaut wurde. Daneben Bilder von den geschundenen R\u00fccken von Sklaven und der Satz \u201eEin Portal zur H\u00f6lle wurde ge\u00f6ffnet\u201c. Die Band will dazu beitragen, die bis heute von der britischen Sichtweise gepr\u00e4gten, oft verharmlosenden Narrative \u00fcber Sklaverei und die koloniale Ausbeutung des afrikanischen Kontinents zu korrigieren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch m\u00f6chte, dass Chovu eine Plattform von kultureller Relevanz ist und dass sie informiert\u201c, sagt Samanda. Sein Drummer Larry Kim stimmt zu: \u201eWir sind eine kulturelle Band.\u201c F\u00fcr ihn ist eine der Missionen von Chovu auch, unterschiedliche afrikanische Mythen bekannter zu machen. \u201eJeder kennt Zeus und Athene &#8211; allein in Kenia gibt es 42 ethnische Gruppen mit unterschiedlichen Legenden, die es wert sind, zu kennen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Chovus&#8216; Performance zieht das Publikum in den Bann. Sie ist ein ein bisschen gruselig und l\u00e4sst die Zuh\u00f6rer nachdenklich zur\u00fcck &#8211; vielleicht auch bald die Metaller in Wacken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein sommerlicher Samstag in Nairobi. 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