{"id":10798,"date":"2026-04-27T08:04:58","date_gmt":"2026-04-27T08:04:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10798\/"},"modified":"2026-04-27T08:04:58","modified_gmt":"2026-04-27T08:04:58","slug":"italien-und-libyen-das-grosse-risiko-vor-der-tuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10798\/","title":{"rendered":"Italien und Libyen: Das gro\u00dfe Risiko vor der T\u00fcr"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/libyen-359.jpg\" alt=\"Gerettete Migranten warten an einem Marinest\u00fctzpunkt in Triopoli, Libyen.\" title=\"Gerettete Migranten warten an einem Marinest\u00fctzpunkt in Triopoli, Libyen. | dpa\"\/><\/p>\n<p>                    Hintergrund<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 06.09.2018 \u2022 05:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Libyen ist eines der Hauptausgangsl\u00e4nder f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, die nach Europa wollen. Deswegen ist das nordafrikanische Land im besonderen Fokus Italiens. Doch es gibt weitere Gr\u00fcnde.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kitzler-ts-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jan-Christoph Kitzler\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/kitzler-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Matteo Salvini ist eigentlich Italiens Innenminister. Aber wenn es um Libyen geht, dann wird er auch schon mal zum Au\u00dfenpolitiker. Denn f\u00fcr Salvini muss Libyen ein stabiles Land sein, koste es, was es wolle. Schlie\u00dflich setzt der Innenminister bei der Abwehr von Migranten unter anderem auf die K\u00fcstenwache der international anerkannten Regierung Libyens.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bisher war es f\u00fcr Salvini zu vernachl\u00e4ssigen, dass diese Regierung kaum mehr als die Gegend um die Hauptstadt Tripolis kontrolliert. Aber dass die Milizen nun auch in Tripolis gegeneinander gek\u00e4mpft haben, passt dann doch nicht ins Bild. Und wie immer, wenn Salvini angeschlagen ist, sucht er die Schuld woanders.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In diesem Fall ist der Gegner Frankreich: &#8222;Meine Sorge ist, dass irgendwer die Stabilit\u00e4t ganz Nordafrikas aus \u00f6konomischen \u00a0und egoistischen nationalen Interessen aufs Spiel setzt &#8211; und damit auch die Europas. Da hat schon mal jemand einen Krieg gef\u00fchrt, den es nicht h\u00e4tte geben d\u00fcrfen, da werden Wahltermine festgelegt, ohne das mit den Verb\u00fcndeten, den UN, den Libyern abzustimmen.&#8220; Man habe da ein gro\u00dfes Risiko vor der T\u00fcr und er hoffe, dass es aufh\u00f6re, dass so mancher nur an die eigenen Interessen d\u00e4chten und stattdessen wieder Frieden und Stabilit\u00e4t im Mittelpunkt st\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        F\u00fcr Italiens Innenminister Matteo Salvini ist Libyen wichtig &#8211; vor allem um das eigene Land vor illegaler Migration zu sch\u00fctzen.\n                    <\/p>\n<p>    Salvini vergr\u00e4tzt Verb\u00fcndete<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Polemik, die angesichts der Lage wohl kaum weiterhilft. Und deshalb gibt es auch in Italien Kritik an den antifranz\u00f6sischen T\u00f6nen in der italienischen Regierung, zum Beispiel von Franco Vazio, der f\u00fcr den Partito Democratico im Abgeordnetenhaus sitzt: &#8222;Wenn der stellvertretende Regierungschef bis gestern andere L\u00e4nder, die Europ\u00e4ische Union, oder Frankreich angegriffen, beleidigt und bedroht hat, dann wird es schwer, sich an einen Tisch zu setzen. Aber darum geht es: miteinander reden, sich an einen Tisch setzen. Aber vor allem braucht die Regierung eine Idee davon, wohin die Reise gehen soll.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch Salvini bekommt auch Unterst\u00fctzung von berufenen Experten f\u00fcr Au\u00dfenpolitik. Sie sind in Italien der Meinung, dass es ein Fehler war, Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 aus dem Amt zu bomben. Dass Frankreich damals die Initiative \u00fcbernommen hatte, wird von vielen kritisiert, denn seitdem ist Libyen im Chaos versunken, sagt auch Gabriella Giammanco, Senatorin der Forza Italia. &#8222;Es gab wirtschaftliche Interessen anderer europ\u00e4ischer L\u00e4nder, ich meine Frankreich, die auf diese Entscheidung gedr\u00e4ngt haben. Und jetzt haben wir das Chaos: Gruppen, St\u00e4mme, zwei Regierungen, alle gegeneinander.&#8220; Und das bedeute auch ein sehr gro\u00dfes Risiko f\u00fcr Italien, f\u00fcr die dortigen K\u00fcsten, denn Libyen liege nur wenige hundert Kilometer vor Sizilien.<\/p>\n<p>    Wirtschaftliche Interessen Italiens<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und Migration ist da nur ein Thema. Italien hat auch handfeste wirtschaftspolitische Interessen in Libyen: Italienische Energiefirmen beuten die \u00d6l- und Gasvorkommen des Landes aus, schwer bewacht, wo es noch geht. Gro\u00dfe Infrastrukturprojekte waren und sind geplant. 2017 wurden immerhin italienische Waren im Wert von einer Milliarde Euro nach Libyen exportiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon in der Zeit des Faschismus wurde Libyen als italienischer Vorhof in Nordafrika angesehen. Heutzutage will man sich nicht von konkurrierenden franz\u00f6sischen Interessen an den Rand dr\u00e4ngen lassen &#8211; auch deshalb hat Italien als eines der wenigen L\u00e4nder noch Botschaftsmitarbeiter in Tripolis.<\/p>\n<p>    Italien will diplomatische F\u00fchrungsrolle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Italien m\u00fcsse in Libyen die erste Geige spielen, sagte vor kurzem auch Ministerpr\u00e4sident Giuseppe Conte: &#8222;Libyen ist f\u00fcr Italien strategisch wichtig, aus historischen, geopolitischen und geographischen Gr\u00fcnden. Die Migrationsrouten, die durch Libyen gehen, f\u00fchren weiter nach Italien.&#8220; Sein Land habe in der derzeitigen Lage niemals eine Vormachtstellung beansprucht, man habe keine Expansionsabsichten. Aber auch Italien m\u00fcsse seine nationalen Interessen sch\u00fctzen, und auch die der anderen Partner. Deshalb k\u00f6nne Italien die Rolle im Interesse aller \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Immerhin gab es jetzt nach dem vor\u00fcbergehenden Waffenstillstand in Tripolis eine gemeinsame Erkl\u00e4rung der USA, Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs und Italiens. Die Regierung in Rom will auch diplomatisch wieder die F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen. Im November soll in der italienischen Hauptstadt eine gro\u00dfe Libyen-Konferenz mit allen beteiligten Staaten und Parteien stattfinden. Ob das Treffen gelingt wird aber auch davon abh\u00e4ngen, ob Vertreter der italienischen Regierung bis dahin auf polemische T\u00f6ne verzichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hintergrund Stand: 06.09.2018 \u2022 05:34 Uhr Libyen ist eines der Hauptausgangsl\u00e4nder f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, die nach Europa wollen. 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