{"id":10834,"date":"2026-04-27T09:19:20","date_gmt":"2026-04-27T09:19:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10834\/"},"modified":"2026-04-27T09:19:20","modified_gmt":"2026-04-27T09:19:20","slug":"afrika-der-unterschaetzte-kontinent-mit-enormem-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10834\/","title":{"rendered":"Afrika: Der untersch\u00e4tzte Kontinent mit enormem Potenzial"},"content":{"rendered":"<p>\n        26. Januar 2026<\/p>\n<p>              Christoph Jehle<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/afrika-rad3-1-2bf247d9d97bde55.jpeg\"  width=\"1280\" height=\"720\"  alt=\"Autor\u00e4der mit Afrika-Umriss auf den Radkappen\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">W\u00e4hrend Europa Afrika noch immer als Krisenregion wahrnimmt, boomt dort die Autoproduktion \u2013 und setzt direkt auf E-Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Als klassisches Bild von Afrika haben viele Europ\u00e4er das Bild des <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/zeitzeichen\/biafrakrieg-100.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">hungernden Kindes in Biafra<\/a> im Kopf, einfache Lehmh\u00fctten in der Savanne und die kirchlichen Kollekten zur Weihnachtszeit. Und in der Folge wird Afrika oft untersch\u00e4tzt, da Klischees \u00fcber Armut, Krieg und Hunger hierzulande bislang vorherrschen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t ist hingegen gepr\u00e4gt von einer wachsenden, technologieaffinen Mittelschicht, enormen wirtschaftlichen Potenzialen von der Digitalisierung bis zu den Erneuerbaren Energien, <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Seltene-Erden-Bedeutung-Vorkommen-und-globale-Abhaengigkeiten-11069046.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">riesigen Rohstoffreserven<\/a> mit Cobalt, Platin und Gold sowie nicht zuletzt einer jungen, dynamischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Alte Bilder pr\u00e4gen das Bild Afrikas in Europa<\/p>\n<p>Statt dass man den jungen Kontinent als Partner gewinnt, st\u00fctzt man sich auf \u00fcberkommene Wahrnehmungen, die durch die verzerrten Karten der <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/500-Jahre-alte-Taeuschung-Warum-Afrika-auf-Karten-kleiner-wirkt-10634120.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercator-Projektion<\/a> und eine einseitige Medienberichterstattung \u00fcber Hunger und Krankheit gepr\u00e4gt wurde und die Komplexit\u00e4t und Vielfalt des 54-L\u00e4nder-Kontinents vollst\u00e4ndig ignoriert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in den alten Industriestaaten aufgrund des <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Kommt-der-demografische-Winter-9853767.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">demografischen Wandels<\/a> die Fachkr\u00e4fte in Rente gehen und sich die verbleibenden auf ihre work-life-balance konzentrieren und an den Aufrufen ihrer Politiker verzweifeln, die da fordern mehr und l\u00e4nger zu arbeiten, \u00fcbersieht man die junge, bildungshungrige Bev\u00f6lkerung Afrikas, ja man lokalisiert in dem <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Wir-sind-acht-Milliarden-7336174.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bev\u00f6lkerungswachstum<\/a> eine zunehmende Gefahr, weil man bef\u00fcrchtet, dass eine gro\u00dfe Zahl \u00fcbers Mittelmeer in das alternde Europa \u00fcbersetzen wolle.<\/p>\n<p>In Afrika lebt heute eine extrem junge Bev\u00f6lkerung mit 60 Prozent unter 25 Jahren, die ein enormes Potenzial f\u00fcr Fachkr\u00e4fte bietet. Zudem gibt es aufgrund <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Leapfrogging-Wenn-Entwicklungslaender-Deutschland-ueberholen-11123447.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fehlender Festnetzinfrastruktur<\/a> eine hohe Smartphone-Durchdringung und florierende <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Von-Paypal-zu-Iris-Griechenland-ebnet-Weg-fuer-europaeisches-Zahlungssystem-10634188.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mobile Zahlungsdienste<\/a>.<\/p>\n<p>Und Afrika liegt geografisch und geopolitisch zentral zwischen Asien, Europa und den USA. W\u00e4hrend nur wenige Pionierunternehmen aus Europa diese Chancen bislang f\u00fcr sich entdeckt haben, f\u00f6rdert der chinesische Staat das <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Wandel-der-Investitionspolitik-Wie-Chinas-Firmen-in-Afrika-neue-Wege-gehen-10739346.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Engagement seiner Unternehmen in Afrika<\/a>, nicht zuletzt zum Ausgleich der schrumpfenden Bev\u00f6lkerungszahlen im Heimatmarkt.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Volkswagen baut und vermietet den Elektrotraktor MK1 in Ruanda<\/p>\n<p>Der deutsche Autohersteller ist schon seit den 1950er Jahren in S\u00fcdafrika mit einem Montagewerk pr\u00e4sent. Am 31. August 1951 wurde bei der South Africa Motor Assemblers and Distributors (SAMAD), die im Jahr 1966 in <a href=\"https:\/\/www.vw.co.za\/en.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Volkswagen of South Africa Limited<\/a> umbenannt wurde, in Uitenhage der erste K\u00e4fer montiert.<\/p>\n<p>Und in Ruanda hat die Marke Volkswagen gemeinsam mit Siemens ein Pilotprojekt gestartet, das die Umsetzbarkeit von <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/E-Autos-Wie-Renault-von-China-lernt-und-ploetzlich-schnell-wurde-11086150.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Elektromobilit\u00e4t<\/a> in dem ostafrikanischen Land erproben sollte.<\/p>\n<p>Die Elektrofahrzeuge sind Teil der Flotte von <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-newsroom.com\/de\/pressemitteilungen\/volkswagen-startet-elektromobilitaets-projekt-in-afrika-5510\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Volkswagen Mobility Solutions Rwanda<\/a>. Die Volkswagentochter bietet Mobilit\u00e4tsdienste wie Ride Hailing und Carsharing f\u00fcr Firmen an. Bis Ende 2019 sollte die Flotte auf 200 Fahrzeuge angewachsen sein und die Modelle Polo, Amarok, Teramont und Passat enthalten. Alle Fahrzeuge der Flotte werden in der lokalen Volkswagen-Fertigung in Kigali montiert.<\/p>\n<p>In Ruanda wird auch der erste elektrische Traktor von VW gebaut, der den Namen MK1 tr\u00e4gt. Nach den Erfahrungen mit den Carsharing-Angeboten im Pkw-Bereich wird auch der Traktor in einem vergleichbaren System zusammen mit einem ausgebildeten Fahrer angeboten.<\/p>\n<p>Volkswagen scheint wie in China auch in Afrika eine Pionierfunktion im Autobau \u00fcbernommen zu haben, sieht sich jetzt aber einer wachsenden Konkurrenz ausgesetzt.<\/p>\n<p>Volkswagen ist nicht mehr der einzige Autobauer in Afrika<\/p>\n<p>In Deutschland weitgehend unbeachtet, dr\u00e4ngen jetzt weitere Automobilhersteller auf die M\u00e4rkte in Afrika. Im letzten Jahrzehnt hat die Automobilproduktion auf dem afrikanischen Kontinent ein signifikantes Wachstum erlebt.<\/p>\n<p>Zu den f\u00fchrenden afrikanischen Automobilherstellern geh\u00f6ren heute <a href=\"https:\/\/www.innosonvehicles.com\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Innoson Vehicle Manufacturing<\/a> in Nigeria, <a href=\"https:\/\/kantankaautomobile.com.gh\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kantanka Automobile<\/a> in Ghana, <a href=\"https:\/\/kiiramotors.com\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kiira Motors Corporation<\/a> in Uganda sowie die Toyota-Tochter in S\u00fcdafrika. <a href=\"https:\/\/mobiusmotors.com\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Mobius Motors<\/a> in Kenia <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/auto\/mobius-motors-in-afrika-der-deutsche-der-den-kenianern-autos-verkaufen-soll\/24669972.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">war im ersten Anlauf gescheitert<\/a>, wurde jedoch Anfang 2025 von Silverbox \u00fcbernommen, welche die Produktion wieder aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Zum einen hat das rasante Bev\u00f6lkerungswachstum, insbesondere in st\u00e4dtischen Gebieten, zu einer erh\u00f6hten Nachfrage nach Fahrzeugen gef\u00fchrt. Auch der Aufstieg der Mittelschicht hat dazu beigetragen, da immer mehr Menschen aus Komfort- und Bequemlichkeitsgr\u00fcnden auf private Transportmittel setzen. Diese ver\u00e4nderte Verbrauchernachfrage hat afrikanischen Autoherstellern die Chance er\u00f6ffnet, den Bedarf an lokal produzierten Fahrzeugen zu decken.<\/p>\n<p>Ferner hat das Wirtschaftswachstum in ganz Afrika zu einem h\u00f6heren verf\u00fcgbaren Einkommen in einzelnen Bev\u00f6lkerungsgruppen gef\u00fchrt, was die Nachfrage nach Autos weiter ankurbelte. In L\u00e4ndern wie Nigeria, S\u00fcdafrika und Kenia sind die Autoverk\u00e4ufe stetig gestiegen, wobei Fahrzeuge, die lokal entwickelt und hergestellt werden, zunehmend bevorzugt werden.<\/p>\n<p>Dieser Wandel ist nicht nur auf Bequemlichkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auch auf Nationalstolz, da die Verbraucher den Wert der Unterst\u00fctzung heimischer Industrien erkennen.<\/p>\n<p>Neben der jungen Bev\u00f6lkerung haben die L\u00e4nder Afrikas noch weitere Vorteile durch ihre Rohstoffvorkommen an <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Batterie-Boom-Der-versteckte-Preis-der-Energiewende-10269076.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kupfer, Lithium und Kobalt<\/a>, die f\u00fcr die Automobilproduktion immer wichtiger werden und nun in Afrika zu Fertigprodukten veredelt werden, was in der Vergangenheit vielfach im Rahmen der Entwicklunghilfeabkommen behindert wurde.<\/p>\n<p>Diese Ressourcen, kombiniert mit der strategischen Lage des Kontinents, bieten afrikanischen Herstellern eine vorteilhafte Ausgangsposition, um sowohl die lokale als auch die internationale Nachfrage zu befriedigen.<\/p>\n<p>Somit ist Afrika auf dem besten Weg, ein bedeutender Akteur in der globalen Automobilindustrie zu werden und dabei z\u00fcgig auf die Elektromobilit\u00e4t zu setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"26. 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