{"id":10838,"date":"2026-04-27T09:22:54","date_gmt":"2026-04-27T09:22:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10838\/"},"modified":"2026-04-27T09:22:54","modified_gmt":"2026-04-27T09:22:54","slug":"namibia-leben-spendender-nebel-geo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/10838\/","title":{"rendered":"Namibia: Leben spendender Nebel &#8211; [GEO]"},"content":{"rendered":"<p>        Namibia<br \/>\n      Leben spendender Nebel<\/p>\n<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>Nebel verdeckt die Sicht und macht schlechte Laune &#8211; aber nicht so in Namibia. Die wenigen W\u00fcstenbewohner hoffen, dass er bleibt. Denn er ist lebenswichtig<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image-element__image image\" fetchpriority=\"high\" loading=\"eager\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/namibia-wueste-nebel-gross-jpg--15574-.jpg\"  style=\"aspect-ratio: 1.5;\" alt=\"Namibia: F\u00fcr Bewohner der Namib eine echte Bank: An 40 Tagen im Jahr h\u00e4ngt der Nebel zwischen den D\u00fcnen\" title=\"Namibia: F\u00fcr Bewohner der Namib eine echte Bank: An 40 Tagen im Jahr h\u00e4ngt der Nebel zwischen den D\u00fcnen\"\/><\/p>\n<p>F\u00fcr Bewohner der Namib eine echte Bank: An 40 Tagen im Jahr h\u00e4ngt der Nebel zwischen den D\u00fcnen<\/p>\n<p>\u00a9\u00a0Martin Harvey\/Peter Arnold\/Getty Images<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg is-initial\">Schwierig, hier von Anfang an klar zu sehen. Das liegt an diesem dicksuppigen Nebel, der sich oft morgens wie eine klamme Decke \u00fcber die D\u00fcnent\u00e4ler der Namib-W\u00fcste legt. \u00dcber St\u00e4dte wie Swakopmund, die Stra\u00dfen und Bewohner. \u00dcber Sch\u00fcler wie Mario Dos Ramos, f\u00fcr den der Nebel bislang genauso normal gewesen war wie das Meer und die Wellen. \u201eHatte ich nie dr\u00fcber nachgedacht\u201c, sagt er. \u201eWar ja immer da.\u201c Aber seit sich weltweit das Klima wandelt, ist nichts mehr selbstverst\u00e4ndlich. Nicht einmal das Selbstverst\u00e4ndliche.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Gut m\u00f6glich, dass eines Tages der Nebel hier in der W\u00fcste f\u00fcr immer verschwunden sein wird. Aber warum? Wohin soll er sich zur\u00fcckziehen? Und vor allem: Wen w\u00fcrde das st\u00f6ren? Am besten lassen sich die Fragen beantworten, wenn man \u00fcber schnurgerade Stra\u00dfen tief in die Unwirtlichkeit der Namib hineinf\u00e4hrt. Immer weiter geradeaus in eine Welt aus Staub. Irgendwann kommen Geb\u00e4ude in Sicht. Wei\u00dfe H\u00e4user und ein Wasserturm, dahinter hohe, tiefrote D\u00fcnen. Eine Siedlung wie auf dem Mars: Das ist die Forschungsstation Gobabeb, \u201ePlatz des Feigenbaums\u201c, gelegen an einem der trockensten Orte eines trockenen Landes. 27 Millimeter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter fallen hier, ein Schnapsglas voll Wasser.<\/p>\n<p>  Der Benguelastrom als Nebelmaschine<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Bereits seit 1962 erforschen Wissenschaftler in der Namib Desert Research and Training Station Gobabeb das bisschen Leben in der \u00e4ltesten W\u00fcste der Erde. Was treibt es an? Fest steht: Der wohl wichtigste Treibstofflieferant befindet sich 30 Kilometer entfernt \u2013 der Benguelastrom im Atlantik. Wie ein breites, kaltes Band zieht dieser vom Kap der Guten Hoffnung nordw\u00e4rts Richtung \u00c4quator und verh\u00fcllt die K\u00fcste an 125 Tagen pro Jahr mit Nebel. Wie ein Christo der Natur.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">F\u00fcr f\u00fcnfmal mehr Feuchtigkeit als Regen sorgen die Schwaden, die selbst 60 Kilometer im Inland noch an rund 40 Tagen pro Jahr den Durst von Pflanzen und Tieren stillen. Danach kriegt ihn die Sonne klein. Doch unerm\u00fcdlich kommt er wieder, ein Kreislauf aus Verschwinden und Comeback.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Blo\u00df: Wie lange noch? Denn verschiedene Modelle zum Klimawandel prognostizieren, dass die Erderw\u00e4rmung auch den Benguelastrom beeinflussen wird. Der Nebel, so f\u00fcrchtet der Gobabeb-Forscher Theo Wassenaar, k\u00f6nnte abnehmen und nicht mehr so weit ins Land hineintreiben.<\/p>\n<p>    29. November 2010,16:51<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/namibia-elephant-gross-01-jpg--27365-.jpg\"   loading=\"lazy\" fetchpriority=\"auto\" alt=\"W\u00fcstenelefanten\" title=\"W\u00fcstenelefanten\"\/><\/p>\n<p>      <a class=\"teaser__link\" href=\"https:\/\/www.geo.de\/natur\/naturwunder-erde\/fotogalerie-afrikas-letzte-wildnis-30164856.html\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>            Fotogalerie<\/p>\n<p>          Fotogalerie: Afrikas letzte Wildnis<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Von der Skelettk\u00fcste in die Namib-W\u00fcste: Der Tierfotograf Thorsten Milse portr\u00e4tierte tierische Lebensk\u00fcnstler und Landschaften von atemberaubender Sch\u00f6nheit<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Oder ganz ausbleiben. Der Albtraum f\u00fcr ein \u201ev\u00f6llig nebelgetriebenes System\u201c, wie es Wassenaar nennt. Allein unter den hiesigen Pflanzen h\u00e4ngen \u00fcber 90 Prozent vom Benguelastrom ab. Auch zahlreiche Amphibien und Insekten, von denen einige den morgendlichen Schwaden Leben und Namen gleicherma\u00dfen verdanken. Wie der akrobatische K\u00e4fer, der mit hochgestrecktem Hinterteil Wassertropfen aus der Luft fischt. Doch was wird aus dem \u201eNebeltrinker\u201c ohne Nebel? Bislang gebe es keine Anzeichen, dass die d\u00fcstere Vision bald Wirklichkeit werden k\u00f6nnte, sagt Wassenaar. Aber in Gobabeb startet jetzt ein Projekt, um st\u00e4ndig die Menge und Verbreitung des Nebels zu messen, dessen Verschwinden auch Auswirkungen auf das Leben der wenigen Menschen h\u00e4tte, die der W\u00fcste trotzen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Einheimische wie die 300 Topnaar, die in D\u00f6rfern entlang des Flusses Kuiseb leben. Selbst in d\u00fcrrsten Zeiten winden sich dessen Ufer als gr\u00fcne Streifen durchs Land. Zwei B\u00e4nder aus B\u00e4umen und B\u00fcschen, die den Ziegen der Topnaar als Schutz vor der Hitze dienen; Schatten ist der wahre Bodenschatz der Namib. Und kaum denkbar ohne Nebel, der die Pflanzen auch dann mit Fl\u00fcssigkeit versorgt, wenn das Wasser im Fluss f\u00fcr Monate ausbleibt.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Weniger Nebel &#8211; das allein k\u00f6nnte in der Namib einen tragischen Kreislauf in Gang setzen, sagt die von der Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mitgetragene und am Tag der Artenvielfalt vorgestellte Studie \u201eIndigenous Peoples and Climate Change in Africa\u201c voraus. Auch beschreibt sie weitere m\u00f6gliche Folgen des Klimawandels f\u00fcr die Topnaar: Auf D\u00fcrren k\u00f6nnten unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kr\u00e4ftige Regenf\u00e4lle und \u00dcberschwemmungen folgen, B\u00e4ume und Vieh w\u00fcrden davongesp\u00fclt, die !nara-Melonen nicht mehr gedeihen, von denen sich die Topnaar ern\u00e4hren. Obendrein w\u00fcrden durch fehlende Pflanzen die D\u00fcnen ihren Halt verlieren und ins Flussbett rutschen. Die W\u00fcste w\u00fcrde zur \u00d6dnis.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Und so w\u00fcrde es am Ende fast jeden betreffen, wenn der Nebel aus der W\u00fcste verschw\u00e4nde. Die Tiere, die Topnaar, und auch den 17-j\u00e4hrigen Mario Dos Ramos aus Swakopmund. Eine Woche lang hat er sich zusammen mit 30 anderen Sch\u00fclern in Gobabeb mit den Folgen des Klimawandels besch\u00e4ftigt und die Ergebnisse am Tag der Artenvielfalt vorgestellt. Mit der Baseballkappe auf dem Kopf sitzt er jetzt im Sand oberhalb der Forschungsstation und spricht \u00fcber den Nebel wie \u00fcber einen alten, seit Jahren untersch\u00e4tzten Bekannten. \u201eEine W\u00fcste ohne Nebel?\u201c, sagt er schlie\u00dflich und blickt sich um: \u201eGeht gar nicht!\u201c<\/p>\n<p>    29. November 2010,16:51<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/namibia-elephant-gross-01-jpg--27365-.jpg\"   loading=\"lazy\" fetchpriority=\"auto\" alt=\"W\u00fcstenelefanten\" title=\"W\u00fcstenelefanten\"\/><\/p>\n<p>      <a class=\"teaser__link\" href=\"https:\/\/www.geo.de\/natur\/naturwunder-erde\/fotogalerie-afrikas-letzte-wildnis-30164856.html\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>            Fotogalerie<\/p>\n<p>          Fotogalerie: Afrikas letzte Wildnis<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Von der Skelettk\u00fcste in die Namib-W\u00fcste: Der Tierfotograf Thorsten Milse portr\u00e4tierte tierische Lebensk\u00fcnstler und Landschaften von atemberaubender Sch\u00f6nheit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Namibia Leben spendender Nebel Kopiere den aktuellen Link Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen Nebel verdeckt die Sicht und macht schlechte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10839,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414],"class_list":{"0":"post-10838","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116475946716718262","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10838\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}