{"id":11080,"date":"2026-04-27T16:52:10","date_gmt":"2026-04-27T16:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11080\/"},"modified":"2026-04-27T16:52:10","modified_gmt":"2026-04-27T16:52:10","slug":"studie-zu-tektonischem-kipppunkt-afrika-bricht-schneller-auseinander-als-bisher-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11080\/","title":{"rendered":"Studie zu tektonischem Kipppunkt: Afrika bricht schneller auseinander als bisher gedacht"},"content":{"rendered":"<p>Studie zu tektonischem KipppunktAfrika bricht schneller auseinander als bisher gedacht<\/p>\n<p>27.04.2026, 16:25 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(04:15 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/August-4-2019-Lodwar-Turkana-Kenya-In-the-middle-of-the-arid-desert-of-the-Turkana-County-one-of-the.webp\" alt=\"August-4-2019-Lodwar-Turkana-Kenya-In-the-middle-of-the-arid-desert-of-the-Turkana-County-one-of-the-47-counties-of-Kenya-located-in-the-former-Rift-Valley-Province-the-Turkwel-River-looks-like-an-umbilical-cord-It-is-still-a-small-hope-indispensable-for-the-life-of-this-Earth\"\/>Der Gro\u00dfe Afrikanische Grabenbruch in Kenia ist ein spektakul\u00e4rer, 500 Kilometer langer geologischer Graben, der durch Vulkane, Steilh\u00e4nge sowie eine Kette von Alkali- und S\u00fc\u00dfwasserseen gepr\u00e4gt ist. (Foto: imago images\/ZUMA Wire)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Im ostafrikanischen Grabenbruchsystem l\u00e4uft ein Prozess, der Afrika langfristig in zwei Teile zerrei\u00dfen k\u00f6nnte. Eine neue Studie zeigt nun: Im Turkana-Graben ist die Erdkruste bereits viel d\u00fcnner, als Geologen bisher annahmen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Turkana-Graben in Ostafrika ist einer der ber\u00fchmtesten Fundorte der Menschheitsgeschichte. Hier wurden der &#8222;Turkana Boy&#8220;, ein 1,6 Millionen Jahre altes Skelett eines jugendlichen Homo erectus, und mehr als 1200 weitere Fossilien von Vor- und Fr\u00fchmenschen entdeckt. Nun zeigt eine neue Studie, die im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-026-71663-x\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachjournal &#8222;Nature Communications&#8220;<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde, dass die Erdkruste in dieser Region deutlich d\u00fcnner ist als bislang gedacht &#8211; ein Zeichen daf\u00fcr, dass der Kontinent dort bereits weiter auseinanderrei\u00dft, als Forscher bisher annahmen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Team um Christian Rowan von der Columbia University untersuchte den Turkana-Graben mit hochaufl\u00f6senden seismischen Messungen und kombinierte diese mit Gel\u00e4ndebeobachtungen. Das Ergebnis: Im Zentrum des Grabenbruchs ist die Erdkruste nur noch rund 13 Kilometer dick. Weiter au\u00dferhalb misst sie mehr als 35 Kilometer. Die Studie erschien in Nature Communications.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Wir haben festgestellt, dass das Auseinanderbrechen in dieser Zone weiter fortgeschritten ist und die Kruste d\u00fcnner ist, als irgendjemand erkannt hatte&#8220;, sagt Studienleiter Rowan laut einer <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/lamont.columbia.edu\/news\/eastern-africa-cradle-humankind-tearing-apart\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mitteilung<\/a>. Ostafrika sei &#8222;im Prozess der Grabenbildung weiter fortgeschritten als bislang gedacht&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Kontinent wird langsam in zwei Teile gezogen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Turkana-Graben erstreckt sich \u00fcber rund 500 Kilometer durch Kenia und \u00c4thiopien und ist Teil des sogenannten Ostafrikanischen Grabenbruchsystems. Dort treffen mehrere tektonische Platten aufeinander, zwei von ihnen driften im Bereich des Turkana-Grabens auseinander. Dieser Prozess wird langfristig dazu f\u00fchren, dass sich Ostafrika vom restlichen Kontinent trennt &#8211; und zwischen beiden Landmassen ein neuer Ozean entsteht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Noch ist das kein Szenario f\u00fcr die nahe Zukunft. Der Riss begann vor rund 45 Millionen Jahren, und bis zur tats\u00e4chlichen Aufspaltung d\u00fcrften noch einige Millionen Jahre vergehen. F\u00fcr Menschen ist das zwar kaum vorstellbar lang &#8211; f\u00fcr die Erde ist es dagegen eher ein kurzer Augenblick.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die neue Studie liefert einen seltenen Einblick in eine entscheidende Phase dieses Prozesses. Die Forschenden sprechen von &#8222;Necking&#8220; &#8211; einer Art Ausd\u00fcnnung der Erdkruste, wenn sie auseinandergezogen wird. Rowan vergleicht das mit einem Kaubonbon, das an beiden Enden gezogen wird: In der Mitte wird es l\u00e4nger, schmaler und schw\u00e4cher. Genau das scheint im Turkana-Graben zu geschehen. &#8222;Je d\u00fcnner die Kruste wird, desto schw\u00e4cher wird sie, was die fortschreitende Spaltung beg\u00fcnstigt&#8220;, sagt Rowan. Co-Autorin Anne B\u00e9cel vom Lamont-Doherty Earth Observatory spricht sogar von einem &#8222;kritischen Schwellenwert&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Sonderfall unter den Grabenbr\u00fcchen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Damit ist der Turkana-Graben f\u00fcr Geologen ein Gl\u00fccksfall. Nach Einsch\u00e4tzung der Autoren ist er weltweit der erste identifizierte kontinentale Graben, der sich derzeit in einer solchen Necking-Phase befindet. &#8222;Wir haben nun einen Platz in der ersten Reihe, um eine entscheidende Phase der Grabenbildung zu beobachten, die alle Grabenr\u00e4nder weltweit grundlegend gepr\u00e4gt hat&#8220;, sagt Rowans Kollege Folarin Kolawole. Zugleich r\u00fcttelt die Studie an \u00e4lteren Vorstellungen dar\u00fcber, wie Kontinente zerbrechen. Denn das Team fand auch Hinweise auf fr\u00fchere tektonische Prozesse, die die Kruste in der Region offenbar schon vorher geschw\u00e4cht hatten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die geologischen Befunde k\u00f6nnten auch erkl\u00e4ren, warum ausgerechnet der Turkana-Graben zu einer so reichen Fossilienkammer der Menschheitsgeschichte wurde. Lange galt die Region vor allem als besonderer Evolutionsraum f\u00fcr fr\u00fche Hominiden. Die neue Arbeit legt nahe, dass sie wom\u00f6glich nicht unbedingt mehr Vorfahren beherbergte als andere Teile Afrikas &#8211; aber deutlich bessere Bedingungen, um deren \u00dcberreste zu bewahren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Denn mit dem Einsetzen des Necking vor rund vier Millionen Jahren senkte sich die Region ab. Dadurch sammelten sich feink\u00f6rnige Sedimente besonders schnell an &#8211; ideale Bedingungen, um Knochen und andere \u00dcberreste einzubetten und \u00fcber lange Zeit zu konservieren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, hny<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Studie zu tektonischem KipppunktAfrika bricht schneller auseinander als bisher gedacht 27.04.2026, 16:25 Uhr Artikel anh\u00f6ren(04:15 min) Der Gro\u00dfe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11081,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,105,848,5401,5402,4811,4814,118,5400],"class_list":{"0":"post-11080","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika","9":"tag-aethiopien","10":"tag-bildung","11":"tag-evolution","12":"tag-fossilien","13":"tag-geologie","14":"tag-geophysik","15":"tag-kenia","16":"tag-palaeontologie"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116477712293053405","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11080"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11080\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}