{"id":11317,"date":"2026-04-28T07:17:49","date_gmt":"2026-04-28T07:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11317\/"},"modified":"2026-04-28T07:17:49","modified_gmt":"2026-04-28T07:17:49","slug":"ein-maedchenschicksal-aus-simbabwe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11317\/","title":{"rendered":"Ein M\u00e4dchenschicksal aus Simbabwe"},"content":{"rendered":"<p>Der 1988 unter dem Titel \u201eNervous Conditions\u201c (\u201eAufbrechen\u201c in der deutschen Ausgabe) erschienene erste Band der Trilogie beschreibt das Schicksal der jungen Tambu im Simbabwe der sp\u00e4ten 1960er-Jahre. Tambu lebt in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen auf einer Farm im damaligen Rhodesien. Der Vater ist ein fauler Taugenichts, die Mutter eine ungebildete, hart arbeitende Frau. Wenigstens eines ihrer Kinder soll eine gute Ausbildung erhalten, um sp\u00e4ter die Familie finanziell unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Vorbild und G\u00f6nner ist Tambus Onkel Babamukuru. Er konnte in England studierten und repr\u00e4sentiert die erste Generation der christlich-afrikanischen Elite.<\/p>\n<p>Zu ihm schaut die ganze Familie auf. Er nimmt Tambus verhassten \u00e4lteren Bruder zu sich, der die Missionsschule besuchen darf, deren Direktor Babamukuru ist. Dass der Bruder einige Monate sp\u00e4ter unerwartet an einer Krankheit verstirbt, ist Tambus Chance. Babamukuru erkennt ihr Potenzial und will, dass sie die Rolle des Bruders einnimmt und eine gute Schulbildung erh\u00e4lt. Trotz vieler Hindernisse \u2013 Hautfarbe, Klasse, Geschlecht \u2013 hat Tambu gro\u00dfe Ambitionen und nutzt ihre M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Dangarembga l\u00e4sst ihre Leser*innen an Tambus Gedanken und Gef\u00fchlen teilhaben und stellt die afrikanische Lebenswirklichkeit anschaulich dar. Sie beschreibt zum Beispiel, wie Tambu bei einem gro\u00dfen Fest, das ihre Familie zu Ehren Babamukurus gibt, eine Wassersch\u00fcssel tragen musste. Das war eine wichtige Aufgabe, denn die H\u00e4nde wurden nach einer bestimmten hierarchischen Abfolge gewaschen: M\u00e4nner vor Frauen und Alte vor Jungen.<\/p>\n<p>Die Hierarchien zwischen M\u00e4nnern und Frauen, Kindern und Erwachsenen werden hier ebenso deutlich wie Tambus Abneigung gegen Traditionen und die ihr zugedachte Rolle. Tambus Schicksal ist dabei durch doppelte Unterdr\u00fcckung gekennzeichnet: durch die patriarchalen Strukturen ihrer Familie ebenso wie durch die koloniale Dominanz der Wei\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Jury f\u00fcr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels begr\u00fcndet, warum das Buch auch f\u00fcr deutsche Leser Signalwirkung hat: \u201eIn ihrer Romantrilogie beschreibt Tsitsi Dangarembga am Beispiel einer heranwachsenden Frau den Kampf um das Recht auf ein menschenw\u00fcrdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung in Simbabwe. Dabei zeigt sie soziale und moralische Konflikte auf, die weit \u00fcber den regionalen Bezug hinausgehen und Resonanzr\u00e4ume f\u00fcr globale Gerechtigkeitsfragen er\u00f6ffnen.\u201c<\/p>\n<p>B\u00fccher: Tambudzai-Trilogie<br \/>Band 1: Aufbrechen, Orlanda Verlag, Berlin 2019. (Nervous Conditions, Faber &amp; Faber, London 2021)<br \/>Band 2: Verleugnen, Orlanda Verlag, Berlin 2022. (The Book of Not, Faber &amp; Faber, London 2021)<br \/>Band 3: \u00dcberleben, Orlanda Verlag, Berlin 2021. (This Mournable Body, Faber &amp; Faber, London 2020.)<\/p>\n<p>Sabine Balk war mehrere Jahre Redakteurin bei E+Z\/D+C und arbeitet derzeit freiberuflich f\u00fcr uns.<br \/><a href=\"https:\/\/www.dandc.eu\/de\/article\/mailto:euz.editor@dandc.eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">euz.editor@dandc.eu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der 1988 unter dem Titel \u201eNervous Conditions\u201c (\u201eAufbrechen\u201c in der deutschen Ausgabe) erschienene erste Band der Trilogie beschreibt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11318,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[236],"tags":[290,291],"class_list":{"0":"post-11317","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-simbabwe","8":"tag-simbabwe","9":"tag-zimbabwe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116481117687258452","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11317\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}