{"id":11755,"date":"2026-04-29T00:18:09","date_gmt":"2026-04-29T00:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11755\/"},"modified":"2026-04-29T00:18:09","modified_gmt":"2026-04-29T00:18:09","slug":"marokko-marrakesch-ist-eine-der-vier-koenigsstaedte-im-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11755\/","title":{"rendered":"Marokko: Marrakesch ist eine der vier K\u00f6nigsst\u00e4dte im Land"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Amir steht schon fr\u00fch am Morgen auf dem riesigen Platz mit dem Namen Jemaa el-Fnaa mitten in Marrakesch und begr\u00fc\u00dft seine G\u00e4ste mit einem strahlenden L\u00e4cheln und einem herzlichen: \u201eSalam Aleikum, willkommen in meiner Stadt\u201c, w\u00e4hrend hinter ihm das bunte Treiben langsam erwacht. Der junge Marokkaner ist in der Medina der Millionenstadt aufgewachsen. Die engen Gassen, die auf Besucher oft wie ein Labyrinth wirken, sind ihm seit fr\u00fchester Kindheit vertraut. Mit seinen G\u00e4sten taucht er in die geheimnisvolle Welt der Souks ein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Souks von Marrakesch sind ein buntes Gewirr aus zahllosen engen Wegen. Die Luft ist schwer von Gew\u00fcrzen, Rauch und s\u00fc\u00dfen Aromen \u2013 eine Mischung, die gleichzeitig aufregend fremd und faszinierend auf die Besucher wirkt. Auch die Ger\u00e4uschkulisse ist einzigartig: Das Feilschen der H\u00e4ndler mit ihren Kunden, das Knattern der Motorr\u00e4der, die durch die schmalen Gassen rasen und das Klappern der Hufe der Lastenesel auf dem Pflaster der engen Wege. Das Licht wirkt ged\u00e4mpfter, weil teilweise Stoffd\u00e4cher die Gassen \u00fcberspannen. Die Souks empfindet jeder Fremde zun\u00e4chst als chaotisch, doch genau darin liegt ihr besonderer Reiz. Das Warenangebot \u00fcberfordert die meisten Besucher, hier gibt es nichts, was es nicht gibt: Teppiche stapeln sich in allen Farben und Mustern, bunte Lederpantoffeln h\u00e4ngen an den W\u00e4nden, orientalische Lampen aus Messing und get\u00f6pferte Sch\u00fcsseln und Schalen stehen in den Regalen. Handeln geh\u00f6rt einfach dazu, denn meist beginnt das Verkaufsgespr\u00e4ch mit einem hohen Preis und endet nach einigem Lachen und Feilschen bei einem deutlich g\u00fcnstigeren f\u00fcr den K\u00e4ufer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schlie\u00dflich f\u00fchrt Amir seine Gruppe aus dem Gassengewirr heraus, zu einem offenen Platz, und hier ragt das imposante 70 Meter hohe Minarett der Koutoubia, der gr\u00f6\u00dften <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/moschee\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Moschee<\/a> und eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt, in den Himmel. Amir erz\u00e4hlt, dass dieses Wahrzeichen von Marrakesch fr\u00fcher den Karawanen als Orientierung diente. \u201eWenn man sich in den Souks verl\u00e4uft\u201c, sagt er mit einem Augenzwinkern, \u201emuss man nur nach der Koutoubia schauen.\u201c Ihr Name stammt noch von den Buchh\u00e4ndlern (\u201eKoutoub\u201c), die fr\u00fcher in der N\u00e4he ihre St\u00e4nde hatten. Nicht-Muslime d\u00fcrfen das Innere der Moschee nicht betreten, doch auch von au\u00dfen ist sie einfach beeindruckend. Der Garten rund um die Moschee ist eine ruhige, friedliche Oase in der quirligen Stadt: Palmen, Orangenb\u00e4ume und mit Rosen ges\u00e4umte Wege laden dazu ein, kurz innezuhalten und durchzuatmen. Manchmal wird die Stille durch den Gebetsruf des Muezzins unterbrochen. Vom Minarett aus hallt die Stimme \u00fcber die D\u00e4cher der Stadt und gebietet dem gesch\u00e4ftigen Treiben kurzzeitig Einhalt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach einer kurzen Pause geht es wieder zur\u00fcck in das Labyrinth der Medina, bis man vor einer schweren Holzt\u00fcr steht. Den Weg dorthin haben schon zahlreiche Touristen gefunden und in der Schlange wartet man geduldig auf den Einlass. Hier verbirgt sich die Medersa Ben Youssef, ein Geb\u00e4ude wie aus Tausendundeiner Nacht. Das pr\u00e4chtige Bauwerk ist ein absoluter Traum. Die W\u00e4nde sind mit filigranen Stuckarbeiten, Mosaiken in leuchtenden Farben und kunstvollen Ornamenten bedeckt, die Zedernholzdecken meisterhaft geschnitzt. Amir erz\u00e4hlt, dass hier fr\u00fcher Studenten lebten und den Koran studierten. Die ehemalige Koranschule geh\u00f6rt zu den beeindruckendsten Geb\u00e4uden in ganz <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/marokko\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a>. Ein absoluter Blickfang ist der prachtvolle Innenhof mit seinem rechteckigen Wasserbecken, das ein beliebtes Fotomotiv darstellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf den Geschmack gekommen, k\u00f6nnen sich die G\u00e4ste nun auf weitere Prachtbauten freuen. Dazu geh\u00f6rt auf jeden Fall der Bahia-Palast. Durch schattige Innenh\u00f6fe und G\u00e4rten f\u00fchrt Amir durch das ehemalige Wohnhaus eines Gro\u00dfwesirs, der im 19. Jahrhundert seiner Meinung nach den sch\u00f6nsten Palast Marrakeschs bauen lie\u00df. Sonnenlicht f\u00e4llt durch die Arkaden auf die bunten Fliesen, und die V\u00f6gel zwitschern in den Orangenb\u00e4umen. Ein wunderbarer Ort, um eine Pause einzulegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die n\u00e4chste Station des Rundgangs sind die Saaditen-Gr\u00e4ber. Zwischen ruhigen G\u00e4rten und einem kunstvoll verzierten Mausoleum erz\u00e4hlt Amir von der m\u00e4chtigen Saadier-Dynastie, die Marrakesch im 16. Jahrhundert pr\u00e4gte. Die Gr\u00e4ber der Saaditen wurden erst 1917 wiederentdeckt. Ein schmaler Gang f\u00fchrt zu den beiden Mausoleen, die mit Carrara-Marmor und kostbarem Mosaik- und Stuckwerk kunstvoll ausgestattet sind. Dort befinden sich die Gr\u00e4ber von sieben Sultanen und 62 Angeh\u00f6rigen. Der an diesen Raum anschlie\u00dfende pr\u00e4chtige \u201eSaal der zw\u00f6lf S\u00e4ulen\u201c ist die letzte Ruhest\u00e4tte von Ahmad al-Mansour und das Ziel aller Besucher. Ein Anblick, den man auf keinen Fall verpassen darf, auch wenn es bedeutet, in einer langen Warteschlange stehend, geduldig abzuwarten, bis man einen Blick in den Raum werfen kann. Das lange Anstehen lohnt sich auf jeden Fall: Die Kuppel des Saals ist aus reich mit Schnitzereien verziertem Zedernholz gebaut, der gesamte Raum ist verschwenderisch mit B\u00f6gen und emaillierten Terrakotta-Kacheln ausgestattet wie aus einem arabischen M\u00e4rchen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Danach zeigt Amir seiner Gruppe noch einige der sch\u00f6nsten Riads in Marrakesch. Nur wenige Schritte vom Trubel entfernt sind das Orte des Friedens und der Stille. In den traditionellen Riads, den typischen Stadth\u00e4usern mit Innenhof mit prachtvollem Mosaik, pl\u00e4tschert Wasser in kleinen Brunnen. Hinter schweren Holzt\u00fcren verborgen, \u00f6ffnen sich pl\u00f6tzlich G\u00e4rten voller Zitrusb\u00e4ume und Bougainvillea. Die Riads sind authentische Mini-Hotels, deren Gastgeber ihre G\u00e4ste pers\u00f6nlich betreuen und die stolz auf ihre f\u00fcrstlichen Unterk\u00fcnfte sind.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch Marrakesch hat noch viel mehr zu bieten. In den Vierteln au\u00dferhalb der Medina gibt es moderne Caf\u00e9s und Restaurants, Kunstgalerien und Designl\u00e4den. Junge marokkanische K\u00fcnstler verbinden traditionelle Muster mit zeitgen\u00f6ssischer Kunst. Dort zeigt die Stadt eine urbane, kosmopolitische Seite, die einen interessanten Kontrast zur jahrhundertealten Medina bildet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am Abend schlie\u00dflich bringt Amir die ersch\u00f6pften Besucher in ein Restaurant am Jemaa el-Fnaa, zur\u00fcck zum Ausgangspunkt des Rundgangs. Jetzt zeigt der Platz ein komplett anderes Gesicht, denn sobald die Sonne untergeht, verwandelt er sich in ein riesiges Freilufttheater. Amir lehnt sich \u00fcber das Gel\u00e4nder der Dach\u00adterrasse des Lokals und zeigt stolz auf das Meer aus Lichtern und das Geschehen weit unten. F\u00fcr Gaukler, Musiker, Schlangenbeschw\u00f6rer und Geschichtenerz\u00e4hler ist der riesige Platz jetzt eine einzige B\u00fchne, w\u00e4hrend die Verk\u00e4ufer an den Essensst\u00e4nden dampfende Tajines \u00f6ffnen und s\u00fc\u00dfen Minztee servieren. Amir und seine G\u00e4ste lehnen sich zur\u00fcck, genie\u00dfen den zauberhaften Anblick bei einem typischen marokkanischen Festmahl und lassen einen wunderbaren ereignisreichen Tag Revue passieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Amir steht schon fr\u00fch am Morgen auf dem riesigen Platz mit dem Namen Jemaa el-Fnaa mitten in Marrakesch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11756,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[5668,5670,5672,5671,5676,5673,95,4129,5674,96,5669,5675,4049],"class_list":{"0":"post-11755","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-marokko","8":"tag-amir","9":"tag-besucher","10":"tag-engen","11":"tag-gassen","12":"tag-gassengewirr","13":"tag-labyrinth","14":"tag-marokko","15":"tag-marrakesch","16":"tag-medina","17":"tag-morocco","18":"tag-souks","19":"tag-wirkt","20":"tag-zeigt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116485128334030609","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11755"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11755\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}