{"id":11815,"date":"2026-04-29T03:45:27","date_gmt":"2026-04-29T03:45:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11815\/"},"modified":"2026-04-29T03:45:27","modified_gmt":"2026-04-29T03:45:27","slug":"un-mission-in-dr-kongo-wegen-misserfolgs-vorzeitig-entlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/11815\/","title":{"rendered":"UN-Mission in DR Kongo: Wegen Misserfolgs vorzeitig entlassen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/monusco-kongo-100.jpg\" alt=\"UN-Blauhelmsoldaten bei einer \u00dcbung nahe der Stadt Sake.\" title=\"UN-Blauhelmsoldaten bei einer \u00dcbung nahe der Stadt Sake. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.12.2023 \u2022 16:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Die MONUSCO-Friedensmission im Ostkongo ist eine der gr\u00f6\u00dften und l\u00e4ngsten der UN &#8211; Frieden hat sie bis jetzt nicht gebracht. Nun soll sie auf Wunsch der Regierung rasch enden &#8211; und dann?\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/linda-staude-ts-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Linda Staude\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/staude-linda-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eigentlich sollten die Blauhelme noch mindestens ein weiteres Jahr in der Demokratischen Republik Kongo bleiben. Die Verl\u00e4ngerung der MONUSCO-Mission war bereits beschlossene Sache. Aber im September hat der kongolesische Pr\u00e4sident F\u00e9lix Tshisekedi anders entschieden. &#8222;Ich habe meine Regierung angewiesen, Diskussionen mit der UNO \u00fcber einen schnelleren Abzug zu beginnen&#8220;, sagte er vor der UN-Generalversammlung in New York. Schneller, das hei\u00dft noch in diesem Jahr &#8211; direkt nach den Wahlen, die am 20. Dezember stattgefunden haben. Diesem Plan hat auch der UN-Sicherheitsrat mittlerweile zugestimmt &#8211; notgedrungen, denn UN-Friedenstruppen sind auf Einladung ihrer Gastgeberl\u00e4nder vor Ort. Sind sie nicht mehr willkommen, m\u00fcssen sie gehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Willkommen sind die Blauhelme im Ostkongo schon eine ganze Weile nicht mehr. Sie sollen in erster Linie den Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung garantieren &#8211; aber davon sp\u00fcren die Menschen wenig. In der Region gibt es reiche Vorkommen von Gold, Diamanten, Coltan, das f\u00fcr die Handyherstellung gebraucht wird, und andere wertvolle Rohstoffe. Mehr als 100 Milizen k\u00e4mpfen um den Zugang zu den oft illegalen Minen und terrorisieren die Menschen, die in ihrer N\u00e4he leben. Sie brennen D\u00f6rfer nieder, t\u00f6ten Bewohner, die nicht fr\u00fch genug fl\u00fcchten k\u00f6nnen, vergewaltigen systematisch Frauen. Millionen Menschen leben in Fl\u00fcchtlingslagern &#8211; ohne Chance auf eine R\u00fcckkehr in ihre D\u00f6rfer, weil die oft genug nicht mehr existieren.<\/p>\n<p>    Bilanz nach 25 Jahren &#8222;bedauerlich&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die ohnehin schon katastrophale Lage hat sich versch\u00e4rft, seit die bekannteste Miliz, die M23, wieder aktiv ist. Die Gruppe hatte internationale Schlagzeilen gemacht, als sie 2012 gro\u00dfe Teile des Ostkongo und die gr\u00f6\u00dfte Stadt Goma eingenommen hatte. Nach diversen milit\u00e4rischen Niederlagen war es ruhig geworden um die einst st\u00e4rkste Miliz. Bis zu einer neuen Offensive vor anderthalb Jahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die kongolesische Regierung hat den Notstand ausgerufen, aber weder die nationalen Streitkr\u00e4fte noch die UN-Truppen konnten das neue Blutvergie\u00dfen, die Brandstiftungen und Vertreibungen stoppen. Anlass f\u00fcr lautstarke Demonstrationen der Bev\u00f6lkerung gegen die Blauhelme und ihre erfolglose Mission. Im Wahljahr machte Pr\u00e4sident Tshisekedi sich diesen Unmut zu eigen. &#8222;Es ist bedauerlich, dass die Friedensmission es nach 25 Jahren nicht geschafft hat, mit Rebellionen und bewaffneten Konflikten fertig zu werden&#8220;, sagte Tshisekedi in New York.<\/p>\n<p>    Eine Milliarde US-Dollar pro Jahr<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vereinten Nationen haben seit 1999 Vertreter im Kongo. Was als reine Beobachtungsmission mit 500 Milit\u00e4rbeobachtern begann, ist mittlerweile eine der gr\u00f6\u00dften Friedensmissionen \u00fcberhaupt. Zeitweise waren \u00fcber 20.000 Blauhelme und Polizeikr\u00e4fte im Kongo stationiert, derzeit sind es immer noch etwa 13.000. Die Operation kostet eine Milliarde US-Dollar im Jahr &#8211; und hat nur magere Erfolge vorzuweisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">MONUSCO hat ein robustes Mandat: Die Soldaten d\u00fcrfen sich nicht nur selbst verteidigen, sondern offensiv gegen die Milizen vorgehen, um den Frieden zu sichern. Kritiker sagen allerdings, dass die UN-Truppen trotzdem eher auf neue Krisen reagiert haben als selbst aktiv zu werden. &#8222;Die beteiligten L\u00e4nder an der Mission h\u00e4tten ihr Mandat aggressiver auslegen k\u00f6nnen, wenn sie das denn gewollt h\u00e4tten &#8211; um die bewaffneten Gruppen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und Zivilisten zu sch\u00fctzen&#8220;, sagte Richard Moncrief von der International Crisis Group gegen\u00fcber der Deutschen Welle.<\/p>\n<p>    &#8222;Wir haben einen Plan f\u00fcr die \u00dcbergabe&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt l\u00e4uft das MONUSCO-Mandat aus. Bis Ende April 2024 sollen die Blauhelme die Provinz S\u00fcdkivu verlassen. Bis zur Mitte des kommenden Jahres werden etwa 2.500 Soldaten und Polizeikr\u00e4fte in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren. Wie es danach weitergeht, muss noch entschieden werden. Sicher ist, dass es einen geordneten R\u00fcckzug geben soll und dass die Verantwortung f\u00fcr die Sicherheit im Ostkongo bis Dezember 2024 nach und nach an die kongolesische Armee \u00fcbergeben werden soll. &#8222;Wir haben einen Plan f\u00fcr diese \u00dcbergabe. Wenn unsere Zusammenarbeit mit MONUSCO beendet ist, bin ich sicher, dass unsere Armee unser Land in eigener Verantwortung sichern kann&#8220;, versichert Johnny Luboya Nkasham, der Milit\u00e4rgouverneur der Provinz Ituri.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Genau das bezweifeln internationale Beobachter allerdings. Derzeit sind neben den Blauhelmen sowohl Truppen aus den ostafrikanischen Nachbarl\u00e4ndern des Kongo im Osten des Landes stationiert als auch Verst\u00e4rkung von der Afrikanischen Union &#8211; zus\u00e4tzlich zur kongolesischen Armee, die wegen des Notstandes in einigen Provinzen schon jetzt weitreichende Befugnisse hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotz dieses Milit\u00e4raufgebots ist die Zivilbev\u00f6lkerung nicht sicherer als zuvor. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte noch ein internationaler Konflikt drohen: Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, die M23-Rebellen zu finanzieren. Kigali weist das zur\u00fcck, aber Pr\u00e4sident Tshisekedi hat im Wahlkampf mit offenem Krieg gedroht. Die Menschen im Ostkongo haben zwar erfolgreich f\u00fcr den Abzug der UN-Blauhelme demonstriert. Aber ob ihnen das den ersehnten Frieden und Sicherheit bringt, ist zweifelhaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.12.2023 \u2022 16:15 Uhr Die MONUSCO-Friedensmission im Ostkongo ist eine der gr\u00f6\u00dften und l\u00e4ngsten der UN &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11816,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[246],"tags":[191,5691,386,385],"class_list":["post-11815","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-republik-kongo","tag-dr-kongo","tag-monusco","tag-republic-of-the-congo","tag-republik-kongo"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116485942335022665","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11815\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11816"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}