{"id":12045,"date":"2026-04-29T14:46:09","date_gmt":"2026-04-29T14:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12045\/"},"modified":"2026-04-29T14:46:09","modified_gmt":"2026-04-29T14:46:09","slug":"europaeer-verbieten-taiwans-praesident-lai-ching-te-zwischenstopp-auf-afrika-reise-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12045\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4er verbieten Taiwans Pr\u00e4sident Lai Ching-te Zwischenstopp auf Afrika-Reise \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Chinas globale Einflusskampagne zur Untergrabung des internationalen Status von Taiwan zeigt Wirkung: Der Pr\u00e4sident der selbstregierten Insel, Lai Ching-te, kann seine erste offizielle Afrika-Reise aufgrund fehlender \u00dcberflug- und Durchreisegenehmigungen nicht antreten. Nachdem afrikanische Staaten ihren Luftraum vergangene Woche f\u00fcr Lai gesperrt hatten, zogen diese Woche europ\u00e4ische L\u00e4nder nach, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Staaten, darunter auch Deutschland und die Tschechische Republik, lehnten ein dringendes Ansuchen auf Transit des taiwanischen Pr\u00e4sidenten ab, so Bloomberg. Kurz zuvor hatten drei Staaten im Indischen Ozean, die enge Beziehungen zu Peking unterhalten, Lai den \u00dcberflug verweigert, um auf direktem Weg nach Eswatini reisen zu k\u00f6nnen. Der Staat im S\u00fcdosten Afrikas (fr\u00fcher Swasiland) ist der einzige verbleibende Verb\u00fcndete Taiwans am afrikanischen Kontinent. Weltweit unterhalten nur mehr zw\u00f6lf Staaten offizielle diplomatische Beziehungen mit Taipeh.<\/p>\n<p>Mauritius, die Seychellen und Madagaskar kontrollieren den Luftraum, der Lai eine direkte Reise \u00fcber den Indischen Ozean nach Eswatini erm\u00f6glicht h\u00e4tte. Genauer gesagt beherrschen die drei Staaten sogenannte Fluginformationsgebiete, weitl\u00e4ufige Zonen des administrativen Luftraums, die oft weit \u00fcber das Territorium eines Landes hinausreichen und innerhalb derer ein bestimmter Staat die Flugsicherung \u00fcbernimmt. Auf Dr\u00e4ngen Pekings widerriefen die drei Staaten die \u00dcberflugerlaubnis f\u00fcr Lai und verhinderten damit eine direkte Reise ins s\u00fcdliche Afrika, schreibt Bloomberg.<\/p>\n<p>Die Reise war monatelang vorbereitet worden. Taipeh erfuhr von den Absagen zwei Tage vor Abflug Lais. Taiwans Regierung unter F\u00fchrung der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) versuchte daraufhin vergeblich, die Reise binnen 48 Stunden zu retten, so Bloomberg.<\/p>\n<p>Nach internen Debatten verwehrten aber sowohl Berlin als auch Prag Lai das Gesuch Lais, einen Zwischenstopp in Europa einlegen zu d\u00fcrfen, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen, so Bloomberg. Peking soll demnach massiv interveniert haben, nachdem es von der taiwanischen Anfrage erfahren hatte.<\/p>\n<p>Auch Deutschlands Kanzler Friedrich Merz soll in die Causa involviert gewesen sein. Doch Beh\u00f6rden seien zu dem Schluss gekommen, dass es mit Blick auf die Beziehungen zu Peking problematisch w\u00e4re, Lai mit einem offiziellen Flugzeug in Frankfurt landen zu lassen, so Bloomberg. Unabh\u00e4ngig von dem kurzen Zeitfenster f\u00fcr eine Entscheidung soll es Bef\u00fcrchtungen gegeben haben, Lai k\u00f6nnte in Deutschland festsitzen, wenn weitere Staaten in Europa und Afrika dem taiwanischen Pr\u00e4sidenten den \u00dcberflug verweigerten.<\/p>\n<p>Das letzte Mal, dass ein europ\u00e4isches Land einen solchen Transit genehmigte, war 2014, als der damalige Pr\u00e4sident Ma Ying-jeou auf dem Weg zu Partnern in Afrika und Mittelamerika in Frankfurt Zwischenstation machte \u2014 ein Hinweis darauf, wie sehr sich Taiwans diplomatischer Spielraum in zw\u00f6lf Jahren verengt hat.<\/p>\n<p>Eine offizielle Best\u00e4tigung f\u00fcr die europ\u00e4ische Absage gibt es weder aus Berlin, Prag, noch aus Peking und Taipeh. Beamte in Peking verteidigten vergangene Woche nach der Blockade durch die afrikanischen L\u00e4nder die \u201egerechtfertigten Ma\u00dfnahmen relevanter L\u00e4nder zur Wahrung des Ein-China-Prinzips\u201c, w\u00e4hrend die Seychellen und Madagaskar erkl\u00e4rten, sie w\u00fcrden lediglich ein China anerkennen.<\/p>\n<p>Peking zufolge gibt es nur ein China auf der Welt, zu dessen Territorium Taiwan z\u00e4hlt, und das von der Volksrepublik China offiziell repr\u00e4sentiert wird. Seit der Flucht der nationalistischen Kuomintang (KMT) nach Taiwan infolge der Niederlage gegen Chinas Kommunisten im B\u00fcrgerkrieg 1949 sei die Insel eine \u201eabtr\u00fcnnige Provinz\u201c.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Staaten weltweit, etwa zwei Drittel, unterst\u00fctzen gem\u00e4\u00df einer Analyse des australischen Lowy Instituts die Idee, dass Taiwan ein Teil Chinas ist. Viele bekennen sich au\u00dferdem offen zum Ein-China-Prinzip, das die Vereinigung mit Taiwan explizit als Voraussetzung f\u00fcr Chinas nationale Wiederauflebung erachtet. Seit Amtsantritt Lais 2024 hat Xi seinen Druck auf Taiwan versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Auch die US-Regierung unter Donald Trump k\u00f6nnte die Entscheidung Berlins und Prags mitbeeinflusst haben: Die USA hatten dem taiwanischen Staatschefs im vergangenen Juli den Zwischenstopp aus Sorge verweigert, dass es Handelsgespr\u00e4che mit China torpedieren k\u00f6nnte. Lai sagte die Reise daraufhin ab. Mitte Mai ist nun ein Treffen zwischen dem US-Pr\u00e4sidenten und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking geplant: Das mindert die Bereitschaft Washingtons, Peking im Vorfeld zu ver\u00e4rgern.<\/p>\n<p>Die Absage k\u00f6nnte nun einen Pr\u00e4zedenzfall \u00fcber Afrika hinaus schaffen. Paraguay \u2013 Taiwans einziger Verb\u00fcndeter in Amerika \u2014 ist vollst\u00e4ndig von chinafreundlichen Nachbarn wie Brasilien, Bolivien und Argentinien umgeben. Auslandsreisen sind f\u00fcr Taiwans Pr\u00e4sidenten wichtig, um formelle diplomatische Partnerschaften aufrechtzuerhalten und im Rahmen von Transitaufenthalten informelle Beziehungen zu pflegen. Doch Peking scheint mit seiner Kampagne, den internationalen Spielraum Taiwans einzuschr\u00e4nken, erfolgreich zu sein. (Boomberg\/me)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Chinas globale Einflusskampagne zur Untergrabung des internationalen Status von Taiwan zeigt Wirkung: Der Pr\u00e4sident der selbstregierten Insel, Lai&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12046,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,493],"class_list":{"0":"post-12045","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika","9":"tag-china"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116488541505065719","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12045"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12045\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12046"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}