{"id":12148,"date":"2026-04-29T18:53:07","date_gmt":"2026-04-29T18:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12148\/"},"modified":"2026-04-29T18:53:07","modified_gmt":"2026-04-29T18:53:07","slug":"europa-und-afrika-brauchen-einander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12148\/","title":{"rendered":"Europa und Afrika brauchen einander"},"content":{"rendered":"<p>Es\u00a0 ist eine symboltr\u00e4chtige Premiere f\u00fcr den Gastgeber &#8211;\u00a0und entsprechend gro\u00df ist das Aufgebot. Zum ersten Mal kann der neue Pr\u00e4sident Botsuanas einen Staatsbesuch ausrichten. 21 Salutsch\u00fcsse hallen \u00fcber das riesige Rollfeld. Unendlich weit geht hier der Blick \u00fcber das flache Buschland. Milit\u00e4rische Ehren in br\u00fctender Hitze.<\/p>\n<p>Dann wird laut und fr\u00f6hlich getanzt, geklatscht und gesungen: Eine Musikgruppe f\u00fchrt den traditionellen Tanz\u00a0Phathisi vor.\u00a0Die Pr\u00e4sidenten und ihre Ehefrauen unter ihren Sonnenschirmen scheinen angesteckt von der guten Laune.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen im Nachbarland S\u00fcdafrika aufgebrochen, ist der Bundespr\u00e4sident nun nach Botsuana gekommen, auch um die stabile Demokratie des Landes\u00a0zu w\u00fcrdigen. Anders als in vielen anderen L\u00e4ndern des Kontinents vollziehe sich der Machtwechsel hier &#8222;vollkommen selbstverst\u00e4ndlich nach den Regeln der Verfassung und friedlich&#8220;, betont Frank-Walter Steinmeier.<\/p>\n<p>&#8222;In Zeiten, in denen die Demokratie weltweit\u00a0unter Druck ger\u00e4t, sind Freundschaften wie die unsere wertvoll&#8220;, sagt er sp\u00e4ter beim Staatsbankett. Der Gastgeber hat seine Stimme verloren, kann wegen einer Erk\u00e4ltung kaum sprechen.<\/p>\n<p>Botsuana ist Vorbild in Afrika<\/p>\n<p>Der Weg vom Flughafen zum Amtssitz von Pr\u00e4sident Mokgweetsi Masisi f\u00fchrt vorbei an modernen, gl\u00e4sernen Hochh\u00e4usern. Botsuana hat einen beeindruckenden Aufstieg hinter sich. Bis zu seiner Unabh\u00e4ngigkeit 1966 noch eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt,\u00a0hat es heute eines der h\u00f6chsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas. Der Reichtum kam mit dem\u00a0Diamantenhandel.\u00a0Und die Regierung hat es geschafft, dass auch die Bev\u00f6lkerung etwas davon hat.<\/p>\n<p>Doch der wertvolle Vorrat unter der Erde ist endlich. Deshalb sucht Pr\u00e4sident Masisi nach neuen Wegen, Geld zu verdienen. Er will Unternehmen ins Land holen, am liebsten ausl\u00e4ndische.\u00a0Und da kommt der Besuch aus Deutschland gerade recht.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"46393353\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/46393353_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Portrait: Sabine Dall\u2018Omo CEO Siemens S\u00fcd- und Ostafrika\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Sabine Dall\u2018Omo, CEO Siemens S\u00fcd- und OstafrikaBild: DW\/K. Kroll<\/p>\n<p>Eine hochrangige Wirtschaftsdelegation ist mit dem Bundespr\u00e4sidenten angereist. &#8222;Botsuana hat ein gutes Bildungssystem. Jeder geht zur Schule. Es gibt ein Gesundheitssystem, das medizinische Versorgung garantiert&#8220;, sagt Sabine Dall\u00b4Omo, Chefin von Siemens in S\u00fcd- und Ostafrika.\u00a0Hinzu kommen Steuervorteile f\u00fcr Investoren. Ein absolut attraktiver Standort, findet die \u00d6konomin.\u00a0<\/p>\n<p>Ein verl\u00e4sslicher Partner sei Botsuana auch bei der multilateralen Zusammenarbeit, ob bei den Vereinten Nationen oder in der Afrikanischen Union, so Steinmeier. &#8222;Europa und Afrika, Afrika und Europa brauchen einander.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Der Gast aus Deutschland wei\u00df auch: Nicht alles gl\u00e4nzt in diesem Land. Das Einkommen ist ungleich verteilt. Korruption, Aids, immer wiederkehrende D\u00fcrren behindern die Entwicklung. Die beiden Pr\u00e4sidenten verabreden eine enge Zusammenarbeit beim Klimaschutz und der Solarenergie.<\/p>\n<p>Lob f\u00fcr S\u00fcdafrikas neuen Pr\u00e4sidenten\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Danke, dass Sie deutschen Regen nach S\u00fcdafrika gebracht haben&#8220;, sagte der s\u00fcdafrikanische Pr\u00e4sident Ramaphosa, als er den Bundespr\u00e4sidenten am Tag zuvor empfing. Ramaphosa war\u00a0zu Scherzen aufgelegt. Der Besuch von Frank-Walter Steinmeier kam\u00a0f\u00fcr ihn zum richtigen Zeitpunkt. Im n\u00e4chsten Jahr stehen Parlamentswahlen an, Ramaphosa muss f\u00fcr seinen ANC um die absolute Mehrheit bangen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"46369928\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/46369928_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Bundespr\u00e4sident Steinmeier in S\u00fcdafrika\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Bundespr\u00e4sident Steinmeier und sein s\u00fcdafrikanischer Kollege RamaphosaBild: picture-alliance\/dpa\/B. von Jutrczenka<\/p>\n<p>Nach Jahren des Stillstands, schlechter Regierungsf\u00fchrung und Korruption unter der Regierung von Jacob Zuma, hat Cyril Ramaphosa vor wenigen Monaten die Regierungsgesch\u00e4fte \u00fcbernommen. &#8222;Wir haben eine Reise der Erneuerung gestartet&#8220;, sagte Ramaphosa. Er will Vertrauen zur\u00fcckgewinnen\u00a0 &#8211; im eigenen Land und international.<\/p>\n<p>Diesen Aufbruch will Pr\u00e4sident Steinmeier unterst\u00fctzen. Er lobte die neue Politik Ramaphosas. Die St\u00e4rkung der Unabh\u00e4ngigkeit der Justiz und den\u00a0Kampf gegen Korruption und gegen die Selbstbereicherung\u00a0vieler ehemaliger Politiker.<\/p>\n<p>Schatten der Vergangenheit<\/p>\n<p>\u201eBlankes \u2013 Whites&#8220; und \u201eNie Blankes \u2013 Non Whites&#8220; steht in gro\u00dfen Lettern \u00fcber den Eingangstoren zum Apartheidmuseum in Johannesburg. Schlagartig f\u00fchlt sich jeder Besucher hier zur\u00fcckversetzt in die Zeiten der Rassentrennung. Ein bewegender und bedr\u00fcckender Moment \u2013 auch f\u00fcr den Bundespr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"46376837\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/46376837_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"S\u00fcdafrika: Steinmeier mit zivilgesellschaft\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Steinmeier mit Vertretern der Zivilgesellschaft in S\u00fcdafrikaBild: DW\/K. Kroll<\/p>\n<p>An diesem besonderen Ort erinnerte der Bundespr\u00e4sident daran, dass Demokratie nichts Selbstverst\u00e4ndliches sei. Er w\u00fcrdigte Nelson Mandela als strahlendes Vorbild f\u00fcr Vers\u00f6hnung und Menschlichkeit und f\u00fcr seine Vision eines geeinigten, demokratischen S\u00fcdafrika. &#8222;Unsere Demokratien sind niemals fertig und niemals perfekt&#8220;, sagte Frank-Walter Steinmeier. &#8222;Es kostet immer noch Mut und M\u00fche, unseren Mut und unsere M\u00fche, um sie zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie gro\u00df die Probleme S\u00fcdafrikas sind &#8211;\u00a0das erfuhr\u00a0der Bundespr\u00e4sident beim Gespr\u00e4ch mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Der Alltag vieler S\u00fcdafrikaner ist weit entfernt von der Regenbogennation, von der Mandela einst tr\u00e4umte. Vielen im Land geht es zu langsam voran.<\/p>\n<p>Erinnerung an Mandela<\/p>\n<p>&#8222;Wir alle brauchen Partner.&#8220; Das hatte Frank Walter Steinmeier noch im Apartheid-Museum in Johannesburg gesagt. &#8222;Jeder gegen jeden&#8220; &#8211;\u00a0dadurch werde die Welt nicht friedlicher. Und er verurteilte das &#8222;Ungeheuer eines aggressiven Nationalismus, das mancherorts wieder seine Klauen zeigt&#8220;. Deutliche Worte &#8211; wohl auch in Richtung des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"46397141\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/46397141_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"S\u00fcdafrika Apartheid Museum in Johannesburg\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Das S\u00fcdafrika Apartheid Museum in JohannesburgBild: picture-alliance\/imageBroker\/H. Lippert<\/p>\n<p>Wie in Botswana suchte der Bundespr\u00e4sident auch in S\u00fcdafrika Verb\u00fcndete, die ebenfalls f\u00fcr eine kooperative, regelbasierte Friedensordnung eintreten. S\u00fcdafrika und Deutschland sitzen ab 2019 gemeinsam im UN-Sicherheitsrat. Dort werden beide L\u00e4nder gemeinsam f\u00fcr globalen Frieden und Multilateralismus eintreten, versprach\u00a0Cyril Ramaphosa nach seinem Gespr\u00e4ch mit Frank-Walter Steinmeier. &#8222;Auf uns kommt es an&#8220;, viele schauten\u00a0auf das gemeinsame Engagement auf dem afrikanischen Kontintent, ist sich der Bundespr\u00e4sident sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es\u00a0 ist eine symboltr\u00e4chtige Premiere f\u00fcr den Gastgeber &#8211;\u00a0und entsprechend gro\u00df ist das Aufgebot. 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