{"id":12154,"date":"2026-04-29T19:28:49","date_gmt":"2026-04-29T19:28:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12154\/"},"modified":"2026-04-29T19:28:49","modified_gmt":"2026-04-29T19:28:49","slug":"klimaforschung-in-kenia-im-globalen-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12154\/","title":{"rendered":"Klimaforschung in Kenia im globalen Kontext"},"content":{"rendered":"<p>                            GEOMAR beteiligt sich mit erstem Experiment in Afrika an weltweiter Vergleichsstudie zur Alkalinit\u00e4tserh\u00f6hung im Ozean<\/p>\n<p>Mombasa ist die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Kenias und, gelegen am Indischen Ozean, die wichtigste Hafenstadt Ostafrikas. Am dortigen Kenianischen Institut f\u00fcr Meeres- und Fischereiforschung (Kenya Marine and Fisheries Research Institute, KMFRI) ist erstmals auf dem afrikanischen Kontinent ein Klimaforschungsprojekt durchgef\u00fchrt worden, das derzeit an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt gemacht wird.<\/p>\n<p>Das Projekt testet die Erh\u00f6hung der Alkalinit\u00e4t des Ozeans (Ocean Alkalinity Enhancement, OAE), eine Methode, bei der dem Wasser nat\u00fcrliche Mineralien hinzugef\u00fcgt werden, so dass es mehr Kohlendioxid aufnehmen kann. Die global koordinierte Vergleichsstudie \u201eOcean Alkalinity Enhancement Pelagic Impact Intercomparison Project\u201c (OAEPIIP) untersucht, wie Meeresorganismen, insbesondere Plankton, auf ver\u00e4nderte Alkalinit\u00e4tswerte reagieren.<\/p>\n<p>Erstes Experiment seiner Art in Afrika<\/p>\n<p>\u201eWir haben diese Untersuchungen erstmals auf dem afrikanischen Kontinent hier in Kenia durchgef\u00fchrt\u201c, sagt Dr. Leila Kittu, Meeresbiochemikerin am GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel. Bislang seien praktisch alle OAE-Untersuchungen in Gew\u00e4ssern der gem\u00e4\u00dfigten n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re durchgef\u00fchrt worden, sagt die Forscherin. Das kenianische Experiment schlie\u00dfe nun eine bedeutende L\u00fccke und liefere die ersten Daten aus einer tropischen Meeresumgebung und aus Afrika. An der Studie sind neben dem GEOMAR und dem KMFRI die Technische Universit\u00e4t Mombasa (TUM) und der Ocean Climate Innovation Hub Kenya beteiligt.<\/p>\n<p>Kittu hatte das gleiche Experiment gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Giulia Faucher vor einem Jahr bereits in der Ostsee durchgef\u00fchrt und brachte diese Erfahrung in die Kooperation ein. Kittu: \u201eAn dem weltweiten Vergleichsprojekts sind 17 L\u00e4nder beteiligt, und dabei werden alle Kontinente abgedeckt.\u201c Diese Breite sei entscheidend, damit die Ergebnisse nicht nur Aufschluss \u00fcber ein einzelnes \u00d6kosystem geben, sondern dar\u00fcber, wie verschiedene Meeres\u00f6kosysteme weltweit auf den Ansatz reagieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen besser verstehen, wie lebende Gemeinschaften reagieren, wenn sich die Chemie des Meerwassers durch die Zugabe von Alkalit\u00e4t ver\u00e4ndert\u201c, sagt Dr. Kittu. \u201eNur dann k\u00f6nnen wir beurteilen, ob OAE zu einem sicheren und wirksamen Bestandteil des Klimaschutzes werden k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Standardisierung f\u00fcr globale Vergleichbarkeit<\/p>\n<p>Im KMFRI-Labor wurden 60-Liter-Wassertanks, sogenannte Mikrokosmen, mit Oberfl\u00e4chenmeerwasser gef\u00fcllt und unter standardisierten, kontrollierten Laborbedingungen aufgestellt. Anschlie\u00dfend wurden die Proben mit alkalischen Mineralien angereichert und \u00fcber einen Zeitraum von 14 Tagen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden beprobt, um zu beobachten, wie die Planktongemeinschaften auf die ver\u00e4nderte Chemie reagieren.<\/p>\n<p>Die Experimente sind nach einem gemeinsamen Protokoll konzipiert, das einen direkten Vergleich erm\u00f6glicht, sodass sie direkt mit Ergebnissen von anderen Standorten verglichen werden k\u00f6nnen, von gem\u00e4\u00dfigten Regionen bis hin zu tropischen Gew\u00e4ssern. Die gesammelten Daten flie\u00dfen in eine globale, umfassende Metaanalyse ein, die ein umfassendes Bild der \u00f6kologischen Reaktionen auf OAE liefert und dabei helfen wird, zu bestimmen, ob und wie diese Technologie verantwortungsvoll eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Hintergrund: Alkalinit\u00e4tserh\u00f6hung im Ozean<\/p>\n<p>Die Erh\u00f6hung der Ozeanalkalit\u00e4t (Ocean Alkalinity Enhancement, OAE) ist ein Ansatz zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosph\u00e4re. Sie ahmt die nat\u00fcrliche Gesteinsverwitterung nach, die \u00fcber geologische Zeitr\u00e4ume die Alkalinit\u00e4t des Ozeans erh\u00f6ht. Da jedoch der menschengemachte CO2-Eintrag etwa hundertmal schneller erfolgt als dieser nat\u00fcrliche Prozess, beschleunigt OAE diesen Mechanismus durch die direkte Zugabe von alkalischen Mineralien ins Meerwasser. Diese Zugabe erh\u00f6ht den pH-Wert und die Konzentration von Karbonat-Ionen, wodurch das Wasser mehr CO2 chemisch binden kann. Gleichzeitig kann die Steigerung des pH-Wertes eine lokal puffernde Wirkung gegen Ozeanversauerung entfalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"GEOMAR beteiligt sich mit erstem Experiment in Afrika an weltweiter Vergleichsstudie zur Alkalinit\u00e4tserh\u00f6hung im Ozean Mombasa ist die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12155,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[5812,5807,5809,5816,3872,118,119,5814,2404,1300,5815,5806,5818,5819,5811,5813,4201,5805,5817,5804,5803,5808,5810,5820],"class_list":{"0":"post-12154","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kenia","8":"tag-biogeochemische-prozesse","9":"tag-co2-speicherung","10":"tag-geomar","11":"tag-globale-vergleichsstudie","12":"tag-indischer-ozean","13":"tag-kenia","14":"tag-kenya","15":"tag-kenya-marine-and-fisheries-research-institute","16":"tag-klimaforschung","17":"tag-klimawandel","18":"tag-kmfri","19":"tag-kohlendioxid","20":"tag-kohlenstoffkreislauf","21":"tag-marine-forschung","22":"tag-meeresoekosysteme","23":"tag-mikrokosmen","24":"tag-mombasa","25":"tag-oae","26":"tag-oaepiip","27":"tag-ocean-alkalinity-enhancement","28":"tag-ozean-alkalinitaetserhoehung","29":"tag-ozeanversauerung","30":"tag-plankton","31":"tag-tropenforschung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116489654252725232","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12154\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}