{"id":12517,"date":"2026-04-30T18:03:18","date_gmt":"2026-04-30T18:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12517\/"},"modified":"2026-04-30T18:03:18","modified_gmt":"2026-04-30T18:03:18","slug":"wadephul-in-marokko-pflichttermine-statt-krisendiplomatie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12517\/","title":{"rendered":"Wadephul in Marokko: Pflichttermine statt Krisendiplomatie?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Die \u00f6ffentlichen Termine des Au\u00dfenministers dieser Tage scheinen nicht so recht zur Weltlage zu passen \u2013 etwa zum Iran-Krieg, wo die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus international die Wirtschaft in Atem h\u00e4lt. Oder zum Ukrainekrieg, wo <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/russland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> seine Aggression auch nach vier Jahren des ukrainischen Widerstands noch fortsetzt. Donald Trumps Friedensbem\u00fchungen kommen nicht voran \u2013 erfahrene Diplomaten mit einem langen Atem w\u00e4ren gefragt. Aus Europa zum Beispiel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der deutsche Chefdiplomat Johann Wadephul ist am Mittwoch und Donnerstag aber in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/marokko\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a> zu Besuch \u2013 in der Hauptstadt Rabat werden 70 Jahre Beziehungen zwischen den beiden L\u00e4ndern gefeiert. Er besucht einen deutschen Automobilzulieferer, kickt mit marokkanischen Nachwuchsfu\u00dfballerinnen, besichtigt das k\u00f6nigliche Mausoleum in der Hauptstadt Rabat. Marokko ist f\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> strategisch wichtig: als Rohstoffpartner und Produktionsstandort sowie perspektivisch als Lieferant von Solar- und Windenergie, Stichwort: gr\u00fcner Wasserstoff. Zudem spielt das Land eine Schl\u00fcsselrolle auf der Migrationsroute nach Europa und unterst\u00fctzt mit Geheimdienstinformationen die Terrorabwehr.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wadephul f\u00fchrt politische Gespr\u00e4che, spricht von einem \u201eSchl\u00fcsselpartner\u201c, von einer \u201ejungen, gut ausgebildeten Bev\u00f6lkerung\u201c, von mehr als 300 deutschen Unternehmen, die im Land investieren. Begleitet wird er von einer Wirtschaftsdelegation, von Abgeordneten und vom ehemaligen Fu\u00dfballprofi und Leverkusen-Veteranen mit marokkanischen Wurzeln, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/karim-bellarabi\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karim Bellarabi<\/a>, als Sportbotschafter \u2013 Marokko geh\u00f6rt zu den Hauptgastgebern der Fu\u00dfball-WM 2030.<\/p>\n<p>Pflichttermine statt Krisendiplomatie      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am 6. Mai ist Wadephul ein Jahr als Au\u00dfenminister im Amt, angetreten, um gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/friedrich-merz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> Au\u00dfenpolitik \u201eaus einem Guss\u201c zu machen. Also nicht innerhalb der Regierung zu streiten, wie es Ampel-Kanzler <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/olaf-scholz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olaf Scholz<\/a> (SPD) und seine Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) getan haben. Durch das gemeinsame Handeln der beiden CDU-Politiker sollte Deutschland endlich wieder au\u00dfenpolitisch mehr Gewicht bekommen. Doch ist das gelungen?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSehr gut\u201c, sagt der Minister. \u201eWir haben mehr Partner als je zuvor.\u201c Er k\u00f6nne sich vor Einladungen kaum retten. \u201eDas zeigt, Deutschlands Gewicht, au\u00dfenpolitisches Gewicht wird gesehen\u201c, betont er vor Journalisten. Nur wenige Stunden vor seiner Abreise nach Marokko war er aus New York in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/berlin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> angekommen, wo er bei den Vereinten Nationen um Stimmen f\u00fcr einen deutschen Einzug in den UN-Sicherheitsrat 2027\/28 geworben hat. Davor war er in Irland, das im Juli die EU-Ratspr\u00e4sidentschaft \u00fcbernimmt, kommende Woche wird er Griechenland besuchen. Es klingt mehr nach Pflichtterminen als nach Krisendiplomatie auf dem internationalen Parkett. Ein klar erkennbarer Kurs fehlt.<\/p>\n<p>Nach \u00c4rger in eigener Fraktion: Wadephul ist vorsichtiger geworden      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zugleich stellt sich eine grunds\u00e4tzliche Frage, die Wadephuls erstes Amtsjahr begleitet: Wo und wie kann Deutschland in der Krisendiplomatie derzeit tats\u00e4chlich Einfluss aus\u00fcben? Im Ukraine- und im Iran-Krieg, so scheint es, sind mit der Konfliktl\u00f6sung wiederum andere befasst. Wadephul sagt dazu: \u201eNat\u00fcrlich sind wir nicht die vordersten Verhandlungspartner.\u201c Aber wenn er darauf blicke, wie viel Arbeitszeit er daf\u00fcr aufwende, im Hintergrund Gespr\u00e4che \u00fcber den Irankonflikt zu f\u00fchren, weil \u201eDiplomatie nicht immer das Scheinwerferlicht vertr\u00e4gt\u201c, dann k\u00f6nne er nicht sagen, dass Deutschland gar keine Rolle spiele.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deutschland sei \u00fcberdies der st\u00e4rkste finanzielle, milit\u00e4rische und politische Unterst\u00fctzer der Ukraine. \u201eDas ist von unsch\u00e4tzbarem Wert f\u00fcr die Sicherheitsarchitektur Europas.\u201c Eine Konfliktl\u00f6sung werde es erst geben, wenn Russland verstehe, dass verhandelt werden m\u00fcsse. \u201eAber bis dahin stabilisieren wir die Situation in der Ukraine und damit auch f\u00fcr Europa. Und das ist, glaube ich, eine bedeutsame Rolle, die wir dort einnehmen.\u201c<\/p>\n<p>Telefonat mit Rubio nach Trumps Attacken auf Merz      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am Ende der Marokko-Reise gibt es aber auch hoffnungsvolle Nachrichten: Laut Wadephul gibt es einen \u201egro\u00dfen Durchbruch <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/deutschland\/sudan-krieg-groesste-humanitaere-krise-wird-vergessen_aid-146748613\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr die Menschen im Sudan<\/a>\u201c, eine Verst\u00e4ndigung aller regionalen Akteure. Das zeige, \u201eDiplomatie kann Erfolge erzielen\u201c. Auch bei der Westsahara sieht er eine \u201egreifbare Chance\u201c, den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt zu \u00fcberwinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die \u00f6ffentlichen Termine des Au\u00dfenministers dieser Tage scheinen nicht so recht zur Weltlage zu passen \u2013 etwa zum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12466,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[3549,5945,3031,5946,1301,5944,5029,140,1637,95,96,1573],"class_list":{"0":"post-12517","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-marokko","8":"tag-annalena-baerbock","9":"tag-atem","10":"tag-besuch","11":"tag-besucht","12":"tag-donald-trump","13":"tag-gewicht","14":"tag-hauptstadt","15":"tag-iran","16":"tag-johann-wadephul","17":"tag-marokko","18":"tag-morocco","19":"tag-rabat"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116494978488802237","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12517\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12466"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}