{"id":12540,"date":"2026-04-30T20:02:57","date_gmt":"2026-04-30T20:02:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12540\/"},"modified":"2026-04-30T20:02:57","modified_gmt":"2026-04-30T20:02:57","slug":"es-geht-hier-um-menschenleben-wie-die-kuerzungen-leben-im-sudan-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/12540\/","title":{"rendered":"\u201eEs geht hier um Menschenleben&#8220;: Wie die K\u00fcrzungen Leben im Sudan kosten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_politik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Politik<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 19.12.2025, 17:40 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/florian-weber-52ug6pan.html\" title=\"Zur Autorenseite von Florian Weber\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" weber=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Florian Weber<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.google.com\/cp\/CgkvbS8wNHk5cHYaAA\" class=\"id-Story-googleFollowButton id-Story-googleFollowButton--default\" target=\"_blank\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" google-follow=\"\" auf=\"\" google=\"\" folgen=\"\" rel=\"nofollow noopener\">Uns auf Google folgen<\/a><\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Die Bundesregierung hat die humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr den Sudan halbiert. Jan Sebastian Friedrich-Rust erkl\u00e4rt die dramatischen Folgen vor Ort.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Seit etwa zweieinhalb Jahren herrscht im Sudan Krieg. Zeug:innen berichten von Massakern, Folter, Vergewaltigungen und Pl\u00fcnderungen. Mehr als 14 Millionen Menschen wurden vertrieben. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung hungern. Die Vereinten Nationen sprechen von der gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Krise weltweit. Jan Sebastian Friedrich-Rust war erst k\u00fcrzlich im Sudan und im benachbarten Tschad \u2013 und hat dort Gefl\u00fcchtetenlager und humanit\u00e4re Hilfsprojekte besucht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40885040-sudanese-displaced-people-who-left-el-fasher-after-its-fall-sit-in-the-shade-in-tawila-at-t.jpeg\" loading=\"lazy\"   height=\"733\" width=\"1100\" alt=\"Sudanese displaced people who left El-Fasher after its fall, sit in the shade in Tawila at the Rwanda camp reception point on December 17, 2025 Since its outbreak in April 2023, the war between Sudan's army and the paramilitary Rapid Support Forces (RSF) has killed tens of thousands of people and displaced nearly 12 million. At the end of October, the paramilitary group seized control El-Fasher, the conclusion of a bitter 18-month siege for the strategic hub in western Sudan's Darfur region and marked by reports of mass killings and sexual violence.(Photo by AFP)\"\/>Sudanesische Vertriebene sitzen am 17. Dezember in Tawila am Aufnahmepunkt des Lagers im Schatten.  \u00a9\u00a0AFP<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Herr Friedrich-Rust, Sie waren k\u00fcrzlich im Sudan und im Tschad. Was haben Ihnen die Leute erz\u00e4hlt, mit denen Sie gesprochen haben?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich war in Metch\u00e9 und in Adr\u00e9 in der Provinz Wadai in zwei Fl\u00fcchtlingslagern und habe dort mit mehreren Familien gesprochen. Einer der Familienv\u00e4ter hat erz\u00e4hlt, wie er vor zehn Tagen aus Al-Faschir entkommen ist. Er erz\u00e4hlte, dass sein Haus beschossen und von Granatensplittern getroffen wurde. Seine Frau und vier seiner S\u00f6hne sind dabei gestorben. Er selbst hat dabei sein Bein verloren und eine seiner kleinen T\u00f6chter klagte \u00fcber starke Schmerzen. Ihr steckte ein Granatensplitter im Bein.<\/p>\n<p>\u201eErsch\u00fctternde\u201c Berichte aus dem Sudan: \u201eMenschen vor ihren Augen erschossen\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Zeug:innen berichten von Vergewaltigungen und grausamen Massenerschie\u00dfungen in Al-Faschir. Sogar aus dem All, auf Satellitenbildern, konnte man die Blutspuren sehen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Dazu habe ich ersch\u00fctternde Berichte von den Menschen geh\u00f6rt. Alle, mit denen ich gesprochen habe und die aus Al-Faschir entkamen, haben dar\u00fcber berichtet, dass Menschen vor ihren Augen erschossen worden sind. Und M\u00fctter haben uns davon erz\u00e4hlt, dass sie und ihre T\u00f6chter sexualisierte Gewalt erlebt haben.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie schaffen es die Menschen, aus Al-Faschir zu fl\u00fcchten?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ein Mann hat mir erz\u00e4hlt, dass er Geld von Verwandten geschickt bekommen hat, die bereits in einem Fl\u00fcchtlingslager im Tschad waren. Damit hat er dann eine Autofahrt bezahlen k\u00f6nnen, die nat\u00fcrlich trotzdem enorm gef\u00e4hrlich war. Die meisten Menschen in den Fl\u00fcchtlingslagern leben dort schon seit ein bis zwei Jahren. Von denjenigen, die aktuell aus Al-Faschir fl\u00fcchten, schaffen es die wenigsten in den Tschad. Die meisten kommen nur bis Tawila, einer Kleinstadt in Darfur. Dort kommen gerade enorm viele Menschen aus Al-Faschir an.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie ist die Lage in Tawila?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich selbst konnte aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht nach Tawila fahren. Doch unsere Mitarbeitenden vor Ort berichten von katastrophalen Zust\u00e4nden. Es fehlt dort an allem. Die meisten lokalen Mitarbeitenden haben selbst Angeh\u00f6rige verloren. Unser Team leistet vor Ort mit mobilen Gesundheits- und Ern\u00e4hrungskliniken lebensrettende Hilfe.<\/p>\n<p>USAID abgewickelt \u2013 Deutschland halbiert humanit\u00e4re Hilfe: \u201eEinschnitte haben dramatische Folgen\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Was erwartet die Menschen in den Lagern im Tschad?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Fast alle, die fl\u00fcchten, haben ihr komplettes Eigentum verloren. Diejenigen, die es in den Tschad geschafft haben, sagten zu mir: Wir f\u00fchlen uns jetzt sicher, unser Leben ist nicht mehr gef\u00e4hrdet. Doch auch hier haben wir nicht genug, um unsere Familien ausreichend zu ern\u00e4hren. Die Vereinigten Staaten haben Anfang des Jahres USAID abgewickelt und Hilfsgelder fast komplett gestrichen. Auch Deutschland hat seine Mittel f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe um 50 Prozent drastisch reduziert. Mit den USA ist der wichtigste Geber weggefallen. Die historischen Einschnitte haben dramatische Folgen vor Ort. Die Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsversorgung bewegt sich aufgrund der Unterfinanzierung am absoluten Minimum. Ich habe einen Arzt getroffen, der allein 16\u2009000 Menschen versorgen soll. Das ist eine unm\u00f6gliche Aufgabe.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/40875407-ein-mann-in-einem-gefluechtetenlager-im-tschad-24FvGSexOCBG.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"730\" width=\"1100\" alt=\"Ein Mann in einem Gefl&#xFC;chtetenlager im Tschad.  \"\/>Ein Mann in einem Gefl\u00fcchtetenlager im Tschad. Millionen Menschen wurden durch die K\u00e4mpfe zwischen der Armee und der Miliz RSF vertrieben. \u00a9\u00a0Aktion gegen Hunger<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie viel Geld fehlt?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Die humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr den Sudan ist in diesem Jahr nur zu rund 35 Prozent finanziert \u2013 bei einem Bedarf von \u00fcber vier Milliarden US-Dollar. Infolgedessen werden lebensrettende Programme eingestellt, lokale Suppenk\u00fcchen geschlossen und Millionen von Menschen verlieren ihre letzte Nahrungsquelle.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Welche konkreten Projekte betreibt Aktion gegen Hunger im Sudan? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Wir betreiben sogenannte Gesundheitszentren zur Erstversorgung, die unter anderem vom Ausw\u00e4rtigen Amt finanziert werden. Das sind Gesundheitszentren, in denen Mangelern\u00e4hrung bei Kindern behandelt wird, in denen wir impfen, Geburtshilfe leisten und Cholera bek\u00e4mpfen. Seit Beginn des Krieges haben wir mehr als 1,2 Millionen Menschen in den Bundesstaaten Zentral-Darfur, S\u00fcd-Kordofan, Wei\u00dfer Nil, Blauer Nil und Rotes Meer mit Hilfsprojekten in den Bereichen Ern\u00e4hrung und Gesundheit, Wasser und Sanit\u00e4rversorgung sowie psychosoziale Unterst\u00fctzung erreicht.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wieso sind diese Projekte wichtig? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Weil sie Leben retten. Ich war in Zentral-Darfur, dort gibt es keinerlei staatliche Infrastruktur mehr. Die Schulen wurden gepl\u00fcndert. Es gibt keinen Schulbetrieb. Gleiches gilt f\u00fcr Kliniken. Es gibt dort einfach nichts mehr. Deswegen sind unsere Gesundheitszentren so wichtig. Ohne humanit\u00e4re Akteure wie Aktion gegen den Hunger und lokale Akteure wie die Emergency Response Rooms g\u00e4be es \u00fcberhaupt keine Hilfe f\u00fcr die notleidende Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n<p>Deutschland k\u00fcrzt humanit\u00e4re Hilfe: Einem Projekt im Sudan droht das Aus<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Gibt es Projekte von Ihnen, die wegen der Streichung von Mitteln schlie\u00dfen m\u00fcssen? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Leider ja. Wir betreiben beispielsweise mit Unterst\u00fctzung des Ausw\u00e4rtigen Amts ein Projekt in den Regionen Blauer Nil und Wei\u00dfer Nil. Wir haben damit rund 100\u2009000 Menschen pro Jahr erreichen k\u00f6nnen. Darunter befinden sich auch 15\u2009000 Kinder, die unter einer lebensgef\u00e4hrlichen akuten Mangelern\u00e4hrung leiden. Die Finanzierung f\u00fcr dieses Projekt l\u00e4uft Ende des Jahres 2025 aus. Wir haben noch keine F\u00f6rderzusage f\u00fcr eine Folgefinanzierung des Ausw\u00e4rtigen Amtes erhalten. Damit kann das Projekt ab Januar bis auf Weiteres nicht fortgef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Was hei\u00dft das f\u00fcr die Menschen dort?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Das bedeutet, dass wir keine lebenswichtige Hilfe leisten k\u00f6nnen. Wir haben den Zugang zu den Menschen und k\u00f6nnen sie erreichen, aber das geht nur mit ausreichender Finanzierung. Wir versuchen nat\u00fcrlich, alternative Finanzierungsquellen zu finden. Doch in Zeiten, in denen nicht nur Deutschland, sondern fast alle Geberl\u00e4nder drastisch k\u00fcrzen, ist dies eine enorme Herausforderung. In jedem Fall wird eine Finanzierungsl\u00fccke entstehen. Unsere Mitarbeitenden, die in dem Projekt arbeiten, m\u00fcssen wir freistellen. Man muss das klar sagen: Es geht hier um Menschenleben. Millionen Menschen im Sudan leiden an Hunger oder ben\u00f6tigen medizinische Betretung. In der Klinik werden aktuell 2000 Kinder wegen akuter Mangelern\u00e4hrung behandelt. Dennoch l\u00e4uft unser Projekt Ende des Jahres aus, die Klinik muss dann geschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Was h\u00f6ren Sie aus dem Ausw\u00e4rtigen Amt, wenn Sie dieses Problem dort vortragen? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Die Mitarbeitenden sind auch frustriert. Die Abteilung f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe, die gerade in der aktuellen Form abgeschafft und umstrukturiert wird, will Hilfe leisten, genauso wie wir. Aber auch unsere Ansprechpersonen beim Ausw\u00e4rtigen Amt k\u00f6nnen da wenig ausrichten. Denn sie m\u00fcssen sich nun einmal an die Bundeshaushaltsgesetze und an die \u2013 in Bezug auf die humanit\u00e4re Hilfe \u2013 zu langsamen Entscheidungswege der Bundesregierung halten. Um Situationen wie die Schlie\u00dfung unserer Klinik zu vermeiden, braucht es flexiblere Finanzierungsmodelle. Das w\u00e4re m\u00f6glich, doch leider fehlt es am politischen Willen, hier rechtzeitig eine L\u00f6sung zu finden. F\u00fcr viele Menschen vor Ort wird es bald aber schon zu sp\u00e4t sein.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Au\u00dfer Aktion gegen den Hunger \u2013 welche Organisationen sind im Sudan aktiv? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Eine wichtige nationale Organisation sind die Emergency Response Rooms, die vor kurzem auch den alternativen Nobelpreis erhalten haben. Sie betreiben Gemeindek\u00fcchen und leisten medizinische Betreuung. Allerdings mussten von diesen Einrichtungen in diesem Jahr rund 70 Prozent schlie\u00dfen, weil finanzielle Mittel weggefallen sind. Die deutsche Bundesregierung best\u00e4tigt uns, dass die Emergency Response Rooms eine gro\u00dfartige Arbeit leisten. Doch gleichzeitig sagt sie uns, dass das deutsche Haushaltsrecht es nicht zul\u00e4sst, diese Organisation aufgrund des unklaren rechtlichen Status finanziell zu unterst\u00fctzen. Damit ist die effektivste Hilfe vor Ort gef\u00e4hrdet. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Und das versuchen Sie aufzufangen? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ja, wir versuchen als Frontline-Responder auch unter hohen Risiken vor Ort zu helfen. Das gilt f\u00fcr Aktion gegen den Hunger, aber auch f\u00fcr andere NGOs wie \u00c4rzte ohne Grenzen. Auch die <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/geschichte-un-vereinte-nationen-frieden-staatenbund-92673909.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Answer&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Answer InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;UN&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/politik\/geschichte-un-vereinte-nationen-frieden-staatenbund-92673909.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:48,&quot;storyElementCount&quot;:59}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UN<\/a> und UNHCR leisten Hilfe, aber die gehen nur selten in die Fl\u00e4che, wie nach Darfur, und \u00f6ffnen dort eben verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Health Facilities mit nur zehn Mitarbeitenden. Die UN organisiert eher die geballten gro\u00dfen Camps. Das ist wichtig, aber es braucht auch diejenigen, die in Regionen gehen, in denen sonst niemand Hilfe leistet \u2013 und so eine Region ist Zentral-Darfur.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wieso leistet die UN dort keine Hilfe? <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Das m\u00fcssen Sie die UN selbst fragen. Ich kann nur sagen, dass es in diesen Regionen extrem gef\u00e4hrlich ist, Hilfe zu leisten. Ich war in Zalingei, der Hauptstadt von Zentral-Darfur. Dort ist hundert Meter von unserem B\u00fcro entfernt vor einer Woche eine Handgranate in einer Klinik detoniert. F\u00fcnf Mitarbeitende wurden schwer verletzt, einer ist gestorben. Nicht viele Organisationen sind bereit, solche Risiken auf sich zu nehmen. Deshalb habe ich auch gr\u00f6\u00dften Respekt vor unseren Mitarbeitenden vor Ort. <\/p>\n<p>Botschaft an Kanzler Merz: \u201eZeitfenster, um im Sudan eine politische L\u00f6sung zu erreichen, wird sich bald schlie\u00dfen\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Aus den Erfahrungen, die Sie auf Ihrer Reise gemacht habe: Was w\u00e4re Ihre Botschaft an die deutsche Bundesregierung unter Kanzler <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/friedrich-merz-per33648\/\" class=\"id-import-Link\" title=\"Friedrich Merz\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Question&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Question InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Friedrich Merz&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/politik\/friedrich-merz-per33648\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:53,&quot;storyElementCount&quot;:59}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a>?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Die Bundesregierung darf nicht vergessen, dass Afrika unser Nachbarkontinent ist. Wir haben in West- und Zentralafrika sehr viele Krisenherde. Wenn wir den Sudan nicht stabilisieren oder zulassen, dass auch ein Land wie der Tschad kollabiert, dann entsteht ein regionaler Brandherd, den man nicht mehr l\u00f6schen kann. Das Zeitfenster, um im Sudan noch eine politische L\u00f6sung zu erreichen, wird sich bald schlie\u00dfen. Und die Kosten eines Gro\u00dfbrands in West- und Zentralafrika, wo es ohnehin viel zu wenige stabile Regierungen gibt, werden f\u00fcr Deutschland und Europa enorm hoch sein. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Mit Sicherheit sehr viel h\u00f6her, als jetzt ausreichende Geld f\u00fcr die humanit\u00e4re Hilfe zur Verf\u00fcgung zu stellen. Im Sudan sind zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Vier Millionen Menschen sind bereits aus dem Sudan geflohen. Diese Menschen werden irgendwann, wenn die Region weiterhin so instabil bleibt, auch nach Europa und Deutschland kommen. Das ist ein Argument, das wir als humanit\u00e4rer Akteur nicht gerne vorbringen, denn wir appellieren viel lieber dazu, Hilfe allein aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden zu leisten. Doch leider reicht dies in unserem aktuellen politischen <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/thema\/klima-sti162637\/\" class=\"id-import-Link\" title=\"Klima\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Answer&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Answer InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Klima&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fr.de\/thema\/klima-sti162637\/&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:56,&quot;storyElementCount&quot;:59}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klima<\/a> nicht mehr aus. Humanit\u00e4re Hilfe liegt auch im sicherheitspolitischen Interesse von Deutschland.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Jan Sebastian Friedrich-Rust ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Aktion gegen Hunger. Das Hauptziel der Hilfsorganisation ist der Kampf gegen Mangelern\u00e4hrung und Hunger.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Im Jahr 2024 hat das internationale Netzwerk, zu dem Aktion gegen den Hunger geh\u00f6rt, laut des Jahresberichts der Organisation 675,8 Millionen Euro eingenommen. Damit seien rund 26,5 Millionen Menschen in 57 L\u00e4ndern und Regionen erreicht worden. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Miliz RSF hat im Sudan bei einer Offensive auf ein Fl\u00fcchtlingslager im Fr\u00fchjahr nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 1013 Zivilist:innen get\u00f6tet. Durch den Angriff vom 11. bis 13. April seien mehr als 400.000 Bewohner des Lagers aufs Neue vertrieben worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"StartseitePolitik Stand: 19.12.2025, 17:40 Uhr Von: Florian Weber DruckenTeilen Uns auf Google folgen Die Bundesregierung hat die humanit\u00e4re&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12541,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[242],"tags":[365,364],"class_list":{"0":"post-12540","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tschad","8":"tag-chad","9":"tag-tschad"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116495450249153515","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12540"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12540\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}